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Göttingen Uschi und Horst Briegert feiern diamantene Hochzeit
Die Region Göttingen Uschi und Horst Briegert feiern diamantene Hochzeit
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17:41 17.08.2010
Von Ulrich Schubert
60 gemeinsame Jahre: Uschi und Horst Briegert in ihrem Garten auf dem Hagenberg. Quelle: JV
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„Ich würde sie sofort wieder heiraten“, sagt der 78-Jährige heute. „Ich auch“, fügt seine 81-jährige Gattin spontan an. Heute feiert das Paar diamantene Hochzeit.

Fast ungeduldig wie ein Kind sitzt Horst Briegert in der kleinen Stube im Sessel, wenn er erzählt. Der kleine Mann mit weißem aber dichtem Haar erzählt gern und viel über sein Leben, seine Familie, seine Vereine, seine Arbeit. Ein Leben auf Achse. Als Lokführer und engagiertes Vorstandsmitglied in seinen Vereinen war er manche Woche kaum zuhause. „Furchtbar war das“, sagt sie mit überraschend kräftiger und lauter Stimme für ihre fast zierliche Erscheinung. Wenn sie dann aber seinen Geschichten hier und da Nachdruck verleiht oder etwas ergänzt, merkt man, dass sie doch stolz ist auf seine Aktivitäten. Das ist Briegert selbst, aber nach 60 Ehejahren sieht er sein Engagement auch ungewöhnlich selbstkritisch: „Ich ärgere mich, dass ich meine Kinder dadurch oft vernachlässigt habe.“ Und immer wieder betont er mit liebevollem Blick auf seine Frau: „Sie hat es all die Jahre mitgemacht. Meine Frau hat es erst ermöglicht, dass ich mein Leben leben konnte. Dafür bin ich ihr sehr dankbar.“

Ursula Briegert – mit Rufnamen Uschi und Mädchennamen Ahlborn – wächst in Asche auf. Mit Zwölf muss sie im Haushalt und auf dem Feld helfen, um die kranke Mutter zu unterstützen. Mit 14 arbeitet sie in ihrem Pflichtjahr in einem Gladebecker Haushalt und in der Bäckerei. Dort lernt sie Horst Briegert kennen. Sie heiratet ihn mit 21.

Da ist ihr Bräutigam gerade 18 Jahre alt und noch nicht einmal volljährig. Als 13-Jähriger war Horst Briegert aus Schlesien mit sechs kleineren Schwestern und seiner schwangeren Mutter in den Westen geflohen. Als einziger Mann im Haushalt übernimmt er schnell alle Verantwortung. Er lernt Maschinenschlosser bei der Bahn in Göttingen, wird nach mehreren anderen Tätigkeiten „um uns irgendwie durchzubringen“ später Lokführer – sein Traumberuf. Uschi Briegert arbeitet zunächst bei einem Bauern, geht später als Mutter von zwei Söhnen und Hausfrau viele Jahre im Groner Altenzentrum und in einer Schule putzen.

Die ersten Jahre wohnt das Paar in Asche, dann in einer Baracke in Göttingen, 40 Jahre in einer Eisenbahnerwohnung in Grone und seit zehn Jahren in einem kleinen Häuschen auf dem Hagenberg. Sie versorgen sich oft selbst aus einem Kleingarten – bewirtschaftet von Uschi Briegert. Mit 42 macht sie noch den Führerschein, um ihren kranken Vater in Asche pflegen zu können. „Die Prüfung hab’ ich im ersten Anlauf bestanden, das wollte keiner glauben“, erinnert sie sich mit sichtbarem Vergnügen.

Bekannt wird Horst Briegert vor allem in Schützenkreisen. Er leitete 13 Jahre die Schützenabteilung von Grün-Weiß Hagenberg, war 15 Jahre Vorsitzender des Unterkreises Plesse und ebenso lange Mitglied im Vorstand des Kreisschützenverbandes Göttingen. Entsprechend lang ist die Liste seiner Verdienstnadeln und anderer Auszeichnungen – weit mehr als 20. Zehn Jahre lang war der Lokführer auch noch Betriebsratsmitglied und etliche Jahre in der Gewerkschaft der Eisenbahner tätig.

Auch im Ruhestand bleibt Briegert unruhig. Er kauft sich einen Computer und schreibt „Abhandlungen“ über Schlesien, die Geschichte seiner Familie oder das Schützenwesen in Göttingen. Ehefrau Uschi lässt ihn, „aber natürlich hab ich die Schützenbälle mit gefeiert“. Um so mehr genießt sie viele gemeinsame Urlaube, oft in Obervellach in Kärnten. Und sie genießt die jüngsten gemeinsamen Jahre. Seit es ihr gesundheitlich schlechter geht, kümmert sich ihr Mann um fast alles. „Wenn ich mittags in die Küche komme, sind sogar die Kartoffeln schon geschält und aufgesetzt“, freut sie sich.

„Wenn etwas ist, dann packen sie zu“, sagt Ebergötzens Bürgermeister Arne Behre (SPD). Er zeigt sich von den Jugendlichen im Ort überzeugt. Als die Mitarbeiterinnen im Kindergarten beim Umbau der Einrichtung Angst um die Bücher bekommen hätten, seien die Jungs mit dem Trecker gekommen und hätten die Bücher ins Dorfgemeinschaftshaus geschafft.

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