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Göttingen Vattenfall plant Windkraftanlagen in Stadt und Landkreis Göttingen
Die Region Göttingen Vattenfall plant Windkraftanlagen in Stadt und Landkreis Göttingen
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19:36 08.04.2014
Von Michael Brakemeier
Mögliche Vorrangflächen für Windenergie im Göttinger Stadtgebiet (blau) und registrierte Rotmilan-Vorkommen (rot). Quelle: Quelle: Stadt Göttingen Grafik: ne
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Göttingen

„2016 muss sich hier was drehen“, sagt Vattenfall-Prokurist Heiko Wuttke, Leiter der Projektentwicklung für Windenergieanlagen On- und Offshore in Deutschland und Dänemark.

Vattenfall werde seine Vorbereitungen in diesem Jahr abschließen. „Wir sind sehr gespannt, wann Stadt und Landkreis mit ihren Planungen fertig werden“, sagt Wuttke. Grundlage für Vattenfall-Planungen ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergieanlagen.

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Erst wenn dies entschieden sei, könne Vattenfall in die Details einsteigen. Gerade die Planungen der Stadt Göttingen zögen sich hin, berichtet Wuttke. „Es gibt Behörden, die zügig in Ihrem Prozess sind“, sagt er und nennt etwa den Flecken Adelebsen.

Sechs Windräder in Planung

Derzeit plant Vattenfall in der Gemarkung Esebeck vier Windräder, zwei im Bereich Barterode. Auch Flächen bei Knutbühren sind bei Vattenfall weiter im Gespräch. Dieses Gebiet sei wegen des hier lebenden Rotmilans „planerisch anspruchsvoller“, erklärt Vattenfall-Projektentwickler Philipp Meister, zuständig für den Bereich Südniedersachsen.

Andere Standorte im Kreisgebiet habe man im Blick. Welche, nennt Meister wegen anderer Mitbewerber nicht. Anders als noch vor einem Jahr geben sich Wuttke und Meister vorsichtiger bei der Gesamtzahl der möglichen Vattenfall-Windräder in der Region: Waren es im Frühjahr 2013 noch „zehn bis 20“ sind es heute nur noch „zehn plus“ Anlagen.

„20 Anlagen sind heute fraglich. Wir wollen aber so viel wie möglich bauen, wenn ausreichend Flächen ausgewiesen werden“, sagt Wuttke. Pro Anlage rechnet er mit Investitionen von rund fünf Millionen Euro.

Zusatzoption Waldgebiet

Sollten es künftig auch in Niedersachsen möglich sein, Windkraftanlagen in Waldgebieten zu bauen, wäre das für Vattenfall eine Zusatzoption zu den anderen geplanten Anlagen. Meister glaubt aber, dass auf Stadtgebiet keine Waldflächen in Frage kommen. Anders sehe die Situation in den Gemeinden Hardegsen und Nörten-Hardenberg aus.

Aus Sicht von Wuttke verlief eine Vattenfall-Informationveranstaltung in Esebeck im Oktober positiv. So habe eine Befragung ergeben, dass zwei Drittel der Teilnehmer das Windparkprojekt „unter bestimmten Voraussetzungen“ – etwa Einhaltung von bestimmten Abständen, Berücksichtigung von Naturschutz – befürworteten. Ein Drittel lehne das Vorhaben ab. Wuttke sprach von einer „sachlichen“ Diskussion.

Auch die Göttinger Stadtwerke planen in Nachbarschaft zu den Vattenfall-Anlagen im Bereich Esebeck und Barterode sechs bis neun Anlagen. „Ich verschließe mich einer Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Göttingen nicht“, sagt Wuttke. Nach seinen Angaben hat es inzwischen ein erstes Gespräch gegeben.