Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Verbraucherzentrale Göttingen: Kinderwurst unnötig und ungesund
Die Region Göttingen Verbraucherzentrale Göttingen: Kinderwurst unnötig und ungesund
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:55 11.09.2013
Von Matthias Heinzel
Quelle: Hinzmann
Anzeige
Göttingen

In dieser kritischen Bewertung seien sich die meisten Ernährungsexperten einig: „Aufgepeppt mit Vitaminen und Mineralstoffen sowie kleinen Comicfiguren, werden die Produkte als gesund beworben. Mit diesen Gesundheitsbotschaften wird den Verbrauchern ein falscher Eindruck vermittelt.“

Die Verbrau­cherzentrale Niedersachsen hat jetzt in zehn Supermärkten und Discountern in Göttingen, Hannover, Oldenburg und Celle einige Kinderwurstpro­dukte unter die Lupe genommen. Ergebnis: Mit kindgerechten Motiven und positiven Werbeaussagen auf den vorderen Verpackungsseiten werden Kinder und Eltern angelockt.

Anzeige

Da gibt es beispielsweise Stockmeyers Ferdi Fuchs Mini Würstchen, Böklunders Bärchenwurst oder die Biene Maja-Produkte von Pluma. Die Informationen über die Nährwerte fin­den sich dagegen versteckt auf der Rückseite.

Mehr Fett

„Am Beispiel der Biene Maja Streichwurst wird deutlich, wie genau Eltern auf die vermeintlichen Gesundheitsbotschaften achten müssen“, erklärt Balzini.

„Denn durch den Hinweis auf den Verzicht kritischer Stoffe wie Farbstoffe, Aromen, Lactose und Gluten wird von einem extrem hohen Fettgehalt von 38 Gramm pro 100 Gramm abgelenkt.“ Die Fettwerte der anderen untersuchten Wurstwaren schwanken zwischen 15 und 38 Prozent.

Vergleicht man das mit Butter, liegen bis zu zehn Gramm mehr Fett auf dem Kinderbrot. Geringere Fettgehalte - wie die genannten 15 Gramm - wer­den häufig durch die Verarbeitung von Geflügelfleisch erreicht.

Geflügelwurst fettärmer

Ernährungstipp der Verbraucherzentrale: Herkömmliche Wurst sollte nicht jeden Tag auf den Tisch kommen. Alternativ biete sich Geflügelwurst an; sie sei in der Regel fettärmer und kann noch mit knackigen Tomaten- oder Gur­kenscheiben ergänzt werden.

Die Produkte für Erwachsene seien dabei nicht besser oder schlechter. Es komme immer auf die Zusammensetzung und die Nährstoffe an.

Alle Informationen zu der Untersuchung der Verbraucherzentrale unter verbraucherzentrale-niedersachsen.de/kinderwurst

Ampel gegen Dickmacher

Seit einiger Zeit fordern die Verbraucherzentralen die Einführung einer Ampel­-Kennzeichnung, die die gesundheitsrelevanten Nährwerte Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Natrium auf der Vorderseite der Verpackungen mit Farben nach niedrig (grün), mittel (gelb) und hoch (rot) beurteilt.

Dies würde es den Verbrauchern erleichtern, ungesunde Nährwerte zu erkennen. Eine Entscheidung für die fettärmere Geflügelmortadella und gegen die fettige Streichwurst wäre dann ohne langes Studieren der meist kleingedruckten Nährwertangaben auf der Rückseite möglich.

In Großbri­tannien wird die Ampel-Kennzeichnung jetzt auf freiwilliger Basis von Herstellern und Handel eingeführt. In Deutschland wird dies weiterhin vom Bundesverbrauchermi­nisterium abgelehnt.