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Göttingen Vermeintlich kostenlose E-Mail-Dienste können teuer werden
Die Region Göttingen Vermeintlich kostenlose E-Mail-Dienste können teuer werden
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19:10 16.09.2013
Von Matthias Heinzel
Quelle: Archiv (Symbolbild)
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Göttingen.

„Auf den ersten Blick“, sagt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale, „klingen die Offerten verlockend. Wer aber nicht genau liest und voreilig klickt, hat schnell einen kostenpflichtigen Vertrag abgeschlossen.“

„Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Geburtstag“, heißt es beispeilsweise in E-Mails. Oder „Ihr Zugang ist wieder freigeschaltet“ – da man länger nicht eingeloggt war, habe der Freemail-Dienst das Postfach inaktiv geschaltet. Um nie wieder inaktiv zu sein, empfiehlt der Anbieter einen „Premium“-Status, erklärt Körber: „Vollmundig werden die Vorzüge von Premium-Accounts oder einer ‚Club-Mitgliedschaft’ beworben: mehrere Gigabyte Speicherplatz und hundert Megabytes E-Mail-Anhänge versenden oder empfangen.

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Unbewusst einen Vertrag geschlossen

Erst im „Kleingedruckten“, warnt Körber, steht dann, dass sich – nach Ablauf einer kurzen Testphase – die Laufzeit des Vertrages automatisch um jeweils 12 weitere Monate verlängert. Mit dem ‚Kaufen’-Button wird der Abschluss des Dienstes bestätigt.

Im Anschluss versenden Anbieter zwar eine Willkommens-Mail und informieren über die Nutzungsvorteile. Details über Vertragslaufzeit oder Hinweise zum Abonnement finden sich aber erst auf den zweiten Blick. Eine Widerrufsbelehrung steht häufig erst am Ende der E-Mail.
Rechtsexpertin Körber vermutet, dass diese E-Mail bei den zahlreichen Werbemails der Dienste untergeht – „vor allem auch, weil der Betreff in vielen Fällen unkonkret ist. Außerdem gehen Verbraucher nicht davon aus, kostenpflichtiges ,Club‘-Mitglied geworden zu sein. Viele haben unbewusst einen Vertrag geschlossen oder sind von einer kostenfreien Anmeldung ausgegangen.“

Rechnungen und Mahnungen versenden die Diensteanbieter per Mail. Ignoriert der Verbraucher dies, wird der E-Mail-Account gesperrt. Körber: „Die Anbieter gehen dann dazu über, Rechnungen oder Anwaltsschreiben per Post zu versenden. Erst jetzt schrecken viele Betroffene auf. In der Regel zu spät, denn sie sind zur Zahlung verpflichtet.“