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Göttingen Verein Anker in Nörten-Hardenberg kümmert sich um Bedürftige
Die Region Göttingen Verein Anker in Nörten-Hardenberg kümmert sich um Bedürftige
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18:08 22.10.2013
Beladen einen Lastwagen mit Möbeln für den Verein Anker: Sascha Timpner, Klaus Rodich und Sascha Lorke (von links). Quelle: Heller
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Nörten-Hardenberg

Der politisch und konfessionell neutrale Verein will der Förderung sozialer und kultureller Initiativen im Flecken Nörten-Hardenberg dienen. „Die Menschen nehmen uns in Anspruch“, weiß der Pastor.

Mit einer Handvoll Leuten hat Anker vor fünf Jahren angefangen, sich um Bedürftige zu kümmern. Mittlerweile zählt er rund 90 Mitglieder. Als Filiale der Tafel in Northeim organisierte er auch in Nörten eine Tafel. Nun werden die Lebensmittel immer mittwochs von 14 bis 15 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Nörten-Hardenberg ausgegeben.

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Der Kirchenvorstand stelle die Räume, sagt Schillak. Die Anker-Mahlzeit, auch für Alleinerziehende mit Kindern,  gibt es dort dienstags und donnerstags von 12 bis 13 Uhr. Restaurants aus der Umgebung sorgen für den Mittagstisch.

600 Personen profitieren vom Anker

Alle weiteren Anker-Angebote seien an die gesetzlich definierte Bedürftigkeit der Nutzer gebunden, erklärt Schillak als Vereinsvorsitzender. In Nörten weiß der Pastor von rund 280 Menschen mit Berechtigungskarte. Wenn man annehme, dass viele auch für andere sorgten, komme man auf rund 600 Personen, die von den Anker-Angeboten profitierten.

So führt der Verein in der Langen Straße zwei Läden für gebrauchte Kleidung und Möbel. Der Möbelladen hat im März eine Filiale in Northeim eröffnet. Um beide Läden zu bestücken, hat Anker nun einen 7,5-Tonner vom Landkreis Northeim erstanden. „Wir haben großes Glück gehabt, dass er uns sozusagen vor die Füße gerollt ist“, sagt Schillak.

Mit dem Fahrzeug sei es leichter, nicht mehr Gebrauchtes abzuholen: Der Verein könne Touren planen. Vorher habe er alle Fahrten mit einem geliehenen Sprinter erledigt. „Das geht verdammt ins Geld“, sagt Schillak. Nun sucht Anker einen günstigen Sprinter. Grund: In kleineren Dorfstraßen kann man mit dem Lkw nicht fahren.

Türöffner

Der Verkauf von Kleidung und Möbeln aus zweiter Hand diene oftmals als Türöffner für Gespräche, weiß der Seelsorger in Nörten. Deshalb sei es bei Anker wichtig, dass den Mitarbeitern die Lebenssituation ihrer Klienten gut vertraut sei. Um alle Bedürfnisse stillen zu können, plant der Verein die Zusammenarbeit mit Möbelhäusern.

Viele böten bei Verkauf eines Kühlschranks die Mitnahme des alten Geräts an. Anker könnte es weitergeben. Der Bedarf sei groß, weiß Schillak: sogenannte weiße Ware werde oft gleich vom Transporter verkauft.

Von Ute Lawrenz