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Göttingen A7-Verfolgungsjagd endet in Göttingen
Die Region Göttingen A7-Verfolgungsjagd endet in Göttingen
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22:33 22.04.2018
An der Raststätte Göttingen-West können Beamte den 51-Jährigen festnehmen.
An der Raststätte Göttingen-West können Beamte den 51-Jährigen festnehmen. Quelle: Polizei
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Hannover/Göttingen

Nach Polizeiangaben hatte der Mann kurz nach 11 Uhr auf der Autobahn bei Mellendorf versucht, mit seinem Kleintransporter einen anderen Fahrer von der Fahrbahn abzudrängen. Als der 51-Jährige kurze Zeit später von einem Streifenwagen der Polizeidirektion Hannover angehalten und kontrolliert werden sollte, flüchtete er mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Süden, verfolgt von der Polizei.

Der Fahrer missachtete sämtliche Haltesignale, rammte den vor ihm fahrenden Streifenwagen bei Geschwindigkeiten von bis zu 180 Stundenkilometern insgesamt zehn- bis fünfzehnmal. Da sich die Verfolgungsjagd in einem zweispurigen Baustellenbereich fortsetzte, war es den Beamten nicht möglich auszuweichen oder den Transporter vorbeifahren zu lassen. Ein Polizeihubschrauber zeichnete die Fahrt auf Video auf. Erst kurz hinter der Anschlussstelle Göttingen Nord konnte der Hildesheimer Streifenwagen nach rechts ausweichen und den Transporter vorbeiziehen lassen.

An der Anschlussstelle Göttingen bereitete die Polizei den Einsatz eines sogenannten „Stopstick“ vor, einer Nagelsperre, die den Transporter zum Stehen bringen sollte. Der 51-Jährige wich dem „Stopstick“ jedoch aus und fuhr anschließend zielgerichtet auf zwei Beamte der Polizei Göttingen zu. Einer von ihnen konnte sich nur durch einen Sprung über die Schutzplanke retten.

An der Raststätte Göttingen West fuhr der 51-Jährige gegen 12.30 Uhr von der Autobahn ab, wobei er sich noch an einem Streifenwagen vorbeidrängte, der die Raststätte absperrte. Auf dem Gelände gelange es den Polizeikräften schließlich, den Transporter zu blockieren und den Mann festzunehmen. Da er sich weigerte auszusteigen, musste er mit Zwang aus dem Fahrzeug geholt und mit Handschellen fixiert werden.

Verletzt wurde nach derzeitigem Ermittlungsstand niemand. An dem Transporter und am Streifenwagen der Polizei Hildesheim entstand jeweils circa 2000 Euro Schaden.

Als Grund für sein Verhalten gab der Mann Wut auf die Polizei an. Alkohol- oder Drogeneinfluss konnten die Beamten nicht feststellen. Die Polizei Hildesheim hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Den 51-Jährigen erwartet nun ein Strafverfahren wegen versuchter Tötung, Nötigung und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr sowie wegen tätlichen Angriffs und Widerstandes gegen die Polizei. Er wurde nach Hildesheim gebracht.

Am Montag soll entschieden werden, ob der Mann in Untersuchungshaft kommt oder nicht.

Von Axel Wagner