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Die Region Göttingen Landkreis Göttingen: Wilke-Wurst gefunden
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20:39 23.10.2019
Nicht immer hält die Werbung, was sie verspricht. Köstlich waren die Produkte des nordhessischen Wurstproduzenten Wilke zuletzt auf gar keinen Fall mehr. Quelle: dpa
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Göttingen

Die mit Listerien verseuchten Wurstwaren der nordhessischen Firma Wilke sind auch in den Landkreis Göttingen ausgeliefert worden. Auf den zur Verfügung stehenden Lieferlisten stehen 384 Betriebe aus dieser Region. Diese Zahl nannte Dr. Thomas Patzelt vom Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz der Kreisverwaltung. Patzelt sprach am Mittwochabend im Umweltausschuss des Kreistages zum Thema Lebensmittelüberwachung. Dabei ging er auch auf den Wilke-Skandal und dessen Auswirkungen ein.

Laut Patzelt habe sein Amt am Abend des 2. Oktober eine entsprechende Warnung erhalten. Aus einer ersten Lieferliste sei hervorgegangen, dass zwei Großhändler mit Produkten der Firma Wilke beliefert worden waren. Da am 3. Oktober Feiertag war und die Großhändler nicht erreichbar, hätten die Kontrolleure erst am 4. Oktober aktiv handeln können. Sie seien kontaktiert und gefragt worden, an wen sie weitergeliefert hätten. „Wir haben eine Risikobewertung vorgenommen und gesichtet, ob Altenheime zu den belieferten Betrieben gehören“, erläuterte Patzelt.

Suche nach betroffenen Betrieben

Listerien sind Bakterien, die vor allem für geschwächte und kranke Menschen gefährlich werden können, gefährdet sind Personen mit beeinträchtigtem Immunsystem. Zu diesem Personenkreis werden auch ältere Menschen gezählt. Ein Teil der 384 Betriebe im Landkreis Göttingen (zu ihnen gehören Großküchen, Hotels, Restaurants, Gemeinschaftsverpflegungen, Imbissbetriebe, aber durch Weitergabe auch Privatpersonen) wurden per Email informiert, 267 telefonisch. 44 Betriebe mussten persönlich aufgesucht werden, da weder Email noch Telefonnummer veröffentlicht sind. Sogar der postalische Weg müsse gewählt, wenn überhaupt kein Kontakt hergestellt werden kann. In 15 Betrieben sind betroffene Wilke-Produkte gefunden worden.

Krankheitsfälle im Landkreis Göttingen aufgrund des Verzehrs von Wilke-Wurstwaren hat es laut Patzelt nicht gegeben. Dass Menschen solche Produkte gegessen haben, könne er aber nicht ausschließen.

Wilke belieferte 17 Großhändler

Listerien in Lebensmitteln, sagte der Experte, würden immer wieder Probleme machen. Im Fall von Wilke habe die Schwierigkeit darin bestanden, dass insgesamt 17 Großhändler beliefert wurden, der Absatz sei gewaltig gewesen. Die Herausforderung für die Behörden habe darin bestanden, diese Lieferketten aufzudröseln. Die ganze Sache sei durch die am 1. Oktober angemeldete Insolvenz von Wilke noch erschwert worden. In dem Betrieb habe es danach kaum noch Ansprechpartner gegeben.

Patzelt ging auch auf die am 11. und dann am 16. Oktober erfolgten Lebensmittelwarnungen für fettarme Milch (verseucht mit dem Bakterium Aeromonas hydrophila/caviae, dass Durchfall auslösen kann) und mit Infektionsmittel versetzten, tiefgefrorenen Fisch (Pangasiusfilet) ein. Bezüglich der Gefahrenlage konnte er zumindest soweit beruhigen: „Es bringt einen erstmal nicht um.“

Kontrollen im Landkreis unangekündigt

Wie Patzelt weiter ausführte, würden seine Mitarbeiter und er die 3999 Lebensmittelbetriebe im Landkreis Göttingen (vom Verkaufswagen über Drogerien und Eisdielen bis hin zu Restaurants) unterschiedlich oft aber regelmäßig kontrollieren. Die Häufigkeit hänge mit der Risikobehaftung zusammen: ein Getränkehändler wird als weniger risikobehaftet eingestuft als eine Fleischerei. Auf die Frage von Ausschussmitglied Dietmar Ehbrecht (FWLG), ob die Kontrollen vorher angemeldet werden, sagte Patzelt: „Nein, wir kommen unangekündigt.“ Dabei würden auch im Landkreis Göttingen immer wieder Verstöße festgestellt. Patzelt untermauerte das mit Fotos von verschimmelten Wurstwaren und Beispielen unsauberer Küchen und Gerätschaften.

Von Ulrich Meinhard

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