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Göttingen Verkehrsbetriebe Göttingen schaffen E-Busse an
Die Region Göttingen Verkehrsbetriebe Göttingen schaffen E-Busse an
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20:08 28.01.2020
Ein E-Bus wird aufgeladen. So soll es auch bald in Göttingen funktionieren. Geladen werden soll an einigen Endhaltestellen und möglichst über Nacht. Quelle: Foto: R
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Göttingen

Diesel adé. Die Busflotte der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) befindet sich in einer mehrjährigen Umbruchphase. Neue Anschaffungen stehen an – und die sollen auf Elektrobasis fahren. Bereits sechs der insgesamt 100 Busse haben Batterien in ihrem Inneren, weitere sechs solcher Busse sollen im März dazukommen. Der nächste Schritt werde dann sein, Busse mit kleinen anstatt der bislang großen Batterien anzuschaffen. Darüber hat GöVB-Betriebsleiter Thomas Zimmermann am Dienstagabend die Mitglieder des Umweltausschusses der Stadt Göttingen informiert.

Seit 2018 werden die Dieselbusse im Stadtverkehr nach und nach durch sogenannte Plug-In-Hybridbusse (Elektro plus Diesel) ersetzt. Perspektivisch sollen es also vollelektrische Busse sein. „Wir wollen komplett elektrisch fahren“, gab Zimmermann die Marschrichtung vor. Die Fahrzeuge werden mit einer kleinen, ressourcenschonenden Batterie ausgestattet und müssen an ausgewählten Endhaltestellen wieder aufgeladen werden, heißt es. In den Jahren 2021 bis 2024 sollen 24 Elektrobusse mit „Gelegenheitsladung“ beschafft werden. Verkehren sollen sie auf den Linien 11/12, 21/22 und 71/72/73. Gelegenheitsladung bedeutet, dass die Busse nach Ende der letzten Fahrt an Endhaltestellen (Grete-Henry-Straße, Europaallee beziehungsweise Neubaugebiet Europaquartier, Auf der Lieth) aufgeladen werden. Das werde über Lademasten erfolgen. Für die 70er Linien soll es am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eine Ladestation geben.

18 Elektrobusse bis 2023

Die Kosten für alle vier Ladestationen liegen bei rund 3,3 Millionen Euro (angegeben in netto). Die GöVB gehen davon aus, dass die Maßnahme bis zu 50 Prozent gefördert werden könnte und zwar mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Im Jahr 2021 sollen sechs elektrische Gelenkbusse angeschafft werden, im Jahr 2022 weitere sechs und ebenso 2023 sechs. Kostenpunkt: 15,5 Millionen Euro. Verbunden mit diesen Investitionen ist freilich ein sich veränderndes jährliches Wirtschaftsergebnis, sprich ein steigendes Defizit.

Die Zustimmung der Ausschussmitglieder lag dennoch bei 100 Prozent. Das lag womöglich auch an der Zusicherung von Zimmermann, der Wasserstoff-Technik offen gegenüber zu stehen. Dazu sagte Ratsherr Volker Grothey (SPD): „Wasserstoff ist noch im Kommen. Aber ich glaube, wir verbauen uns erst einmal nichts.“ Dem stimmte Zimmermann zu. Die Wasserstofftechnik sei im Moment sehr teuer, liege bei etwa dem Dreifachen verglichen mit der Elektro-Technik. Das Problem sei die Erzeugung von Wasserstoff, dazu sei eine eigene Produktion nötig, um die Technik wirtschaftlich darzustellen.

Wasserstoff-Technik im Blick

„Außerdem halten im Moment Brennstoffzellen noch nicht so lange wie Batterien“, sagte der Betriebsleiter der GöVB. Im Jahr 2030 könne das aber ganz anders aussehen. „Wenn wir in den nächsten Jahren feststellen, dass die Brennstoffzelle Sinn macht, würden wir zum Sprung in diese Technik ansetzen“, versicherte Zimmermann mit Verweis auf die Abschreibungszeiten für die E-Busse. Die GöVB würden sich jedenfalls nicht auf E-Technik festlegen. Seine Ausführungen fanden verbale Zustimmung. „Ich finde es gut, dass wir beobachten und abwarten, was bei der Wasserstoff-Technik geschieht“, sagte etwa Ratsherr Edgar Schu (Linke/ALG).

Damit dürfte er durchaus im Sinne des Göttinger Bürgers Ralf Boecker gesprochen haben. Der hatte am Montag einen offenen Brief an den Oberbürgermeister und die Fraktionen geschrieben. Darin hatte er empfohlen, die vollständige E-Mobilität mit dem „aufwendigen Bau von Ladestationen“ zurückstellen und zuerst die Tarifreform im ÖPNV zu finanzieren und dann „direkt“ auf Wasserstoff-Antrieb zu setzen.

Von Ulrich Meinhard

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