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Göttingen Verkehrspolitik verstimmt Ortsrat
Die Region Göttingen Verkehrspolitik verstimmt Ortsrat
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11:30 13.09.2019
An den Serpentinen, die vom Rohns zur Knochenmühle führen, wünscht der Ortsrat Herberhausen Hinweisschilder auf Radfahrer. Quelle: Kuno Mahnkopf
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Herberhausen

Abgelehnt hat die Göttinger Stadtverwaltung Wünsche des Ortsrates Herberhausen nach Tempo 30 im Bereich Hoffmannshof und einem Hinweisschild auf Radfahrer an den vom Rohns zur Knochenmühle führenden Serpentinen der Herzberger Landstraße. „Wir werden angehört und überhört“, bringt Ortsbürgermeisterin Ingrid Möhring (SPD) den Unmut des Gremiums zum Ausdruck: „Wir haben ein gesundes Frustrationspotenzial. Das heißt aber nicht, dass wir nicht einen weiteren Vorstoß unternehmen, zumal sich die Verkehrsdebatte zugunsten der Radfahrer verschiebt.“

Worum geht es? Einstimmig hatte der Ortsrat auf Antrag der SPD-Fraktion auf ein Schild an der Herzberger Landstraße gedrängt, das Autofahrer auf einen Sicherheitsabstand von 1,50 Meter zu Radfahrern hinweisen soll. Auf der kurvenreichen Strecke mit starkem Gefälle würden immer wieder Radfahrer mit sehr geringem Abstand überholt oder geschnitten. Ihr Sohn sei auf der gefährlichen und von vielen Pendlern befahrenen Strecke schon dreimal in den Graben gedrängt worden, merkt Möhring an. Bergab gebe es immer wieder brenzlige Situationen, wenn schnell fahrende Radfahrer in den Kurven überholt würden.

Ablenkung durch Hinweisschilder?

Derartige Informationsschilder würden nicht zum amtlichen Aussschilderungskatalog der Straßenverkehrsordnung gehören, heißt es in der Stellungnahme der Stadt. Daher dürften sie nicht von den Straßenverkehrsbehörden verwendet oder angeordnet werden. Zudem sehe die Rechtsprechung ohnehin 1,50 Meter Abstand beim Überholen von Radfahrern vor. Und durch eine zu große Anzahl an Hinweisschildern könnten Autofahrer abgelenkt werden. Mehr Erfolg verspricht sich die Stadt von Informationskampagnen. Möhring appelliert, wenigstens bergab keine Radfahrer auf dieser Strecke zu überholen, weiß aber auch, wie wenig Appelle fruchten.

Ein weiterer Punkt, auf den der Ortsrat gedrängt hat, ist eine Verlängerung der Tempo-30-Zone am Hohlweg zwischen Nikolausberger Weg und Hoffmannshof. Die dortige B-27-Kreuzung liegt im „Dreiländereck“ zwischen Herberhausen, Weende und Nikolausberg. Anwohner hatten Tempo 30 bis zur Kreuzung beantragt, der Ortsrat ihr Anliegen aufgegriffen. Viele Autofahrer würden noch einmal Gas geben, wenn die Ampel Grün anzeige, sagt Möhring. Das erhöhe die Belastung der ohnehin unter dem unerträglichen Lärm der Bundesstraße leidenden Anwohner.

Kein Tempo 30 für Lärmschutz

Auch diesen Antrag hat die Stadt abgelehnt. Verkehrszeichen seien nur dort anzuordnen, wo sie aufgrund der besonderen Umstände zwingend notwendig seien. Das sei dort aber nicht der Fall, die Fahrbahnoberfläche in Ordnung, die Fahrbahnbreite ausreichend, die Sicht gut. Der untere Nikolausberger Weg sei nicht im Lärmaktionsplan für das Stadtgebiet aufgeführt, außerhalb des Planes vor Erlass einer Geschwindigkeitsbegrenzung ein Lärmgutachten nötig, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung. Bei realistischer Einschätzung der Situation sei aber davon auszugehen, dass die Richtwerte nicht überschritten würden – zumal in diesem Straßenzug keine unmittelbar betroffenen Anlieger wohnen würden.

Ortsratsmitglied Ingeborg Rippen (Grüne) ist über diese Begründung besonders verärgert und fühlt sich von der Stadtverwaltung abgewimmelt. In besagtem Bereich seien sehr wohl Bürger vom Verkehrslärm betroffen, sagt sie – und verweist auf fünf Wohnhäuser, von denen sie auch Fotos gemacht hat. Dem Ortsrat blieb vorerst nichts anderes übrig als die Stellungnahme der Verwaltung ablehnend zur Kenntnis zu nehmen.

Von Kuno Mahnkopf

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