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Göttingen Verkehrssicherheitswoche an den BBS II
Die Region Göttingen Verkehrssicherheitswoche an den BBS II
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16:38 29.05.2017
Von Matthias Heinzel
Quelle: Wenzel
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Göttingen

Diese und viele weitere Zahlen präsentierte Polizei-Verkehrssicherheitsberater Jörg Arnecke zur Auftaktveranstaltung in der Mensa der berufsbildenden schulen an der Godehardstraße am Montagvormittag. Die Hauptursachen für das dreifach höhere Unfallrisiko der Fahranfänger: „Killer Nummer eins“ Ablenkung durch Mobiltelefon, Alkohol, Drogen und zu hohes Tempo.

Zum Beginn präsentierte Arnecke ein verstörendes Video einer Tour durch den Landkreis Göttingen. 47 Kreuze an Straßenrändern als Erinnerungen an tödliche Verkehrsunfälle mit jungen Fahrern. „Und das“, sagte Arnecke, „war noch nicht einmal die Hälfte aller Kreuze im Landkreis – bei weitem nicht.“ Spätestens hier verstummte das Publikum.

Überschlag und Rauschbrille

Der Verkehrssicherheitstag am Freitag, 2. Juni, auf dem Außengelände bildet den Abschluss der Verkehrssicherheitswoche an der BBS II. Dort kommen Überschlagssimulator und Gurtschlitten zum Einsatz, die von der Göttinger Verkehrswacht gestellt werden. Die Autobahnpolizei präsentiert ihr „Police Pilot System“ (PPS), einen stark motorisierten Streifenwagen mit hochmoderner Messtechnik, den die Polizei bei der Jagd auf Raser einsetzt. Außerdem gibt es von der Verkehrswacht einen Kart- und einen Fußgänger-Rauschbrillen-Parcours, die simulierte Bergung eines Schwerstverletzten aus einem Unfallwagen durch die Göttinger Feuerwehr und weitere Angebote. hein

Unfallchirurg Christopher Spering brachte den Zuhörern die furchtbaren Folgen schwerer Verkehrsunfälle nahe, Amtsrichter Oliver Jitschin die dramatischen juristischen und sozialen Folgen von Fehlverhalten im Straßenverkehr. Notfallseelsorger Torsten Thiel berichtete von der schweren Aufgabe, ahnungslosen Angehörigen die Nachricht vom Tod des Sohnes, der Tochter oder anderer enger angehörigen übermitteln zu müssen. Das Ziel der Organisatoren: den Schülern das reale, ihnen aber unbekannte Unfallgeschehen und dessen Folgen ihnen derart nahezubringen, dass diese Informationen zum Nachdenken und im besten Fall zu Verhaltensänderungen führen.

In der gesamten Woche steht auf dem BBS-Schulhof ein echter Unfallwagen, in dem vor zehn Jahren ein junger alkoholisierter Fahrer starb. Den Wagen hat die Verkehrswacht bereitgestellt. Von Dienstag bis Donnerstag befassen sich Schüler und Lehrer der BBS II in interaktiven Workshops mit Themen wie Hauptunfallursachen bei jungen Fahrern, Erste Hilfe, Organspenden, Unfallverletzungen oder der Ahndung von Verkehrsverstößen.