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Göttingen Verkehrsverbände in Göttingen gegen Haltebuchten für Busse
Die Region Göttingen Verkehrsverbände in Göttingen gegen Haltebuchten für Busse
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21:38 03.02.2020
Sind Haltebuchten für Busse sinnvoll? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Quelle: Markus Hartwig
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Geismar

Haltebuchten für Busse sind sinnvoll – der Schluss, den die Stadtverwaltung aus einer Testphase an der Geismar Landstraße/Hauptstraße gezogen hat, teilt nicht jeder: Der Allgemeine deutsche Fahrradclub (ADFC), der Fahrgastverband ProBahn und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) haben sich dagegen ausgesprochen, die Haltebuchten an den Haltestellen Magdeburger Weg, Kiefernweg, Hauptstraße und Kurmainzer Weg mehrheitlich zu erhalten. Dort waren die vorhandenen Buchten im vergangenen Herbst probeweise geschlossen worden, um die Auswirkungen auf den Verkehr zu testen.

Ein „Anachronismus“ seien die Haltebuchten in Zeiten der Verkehrswende, sagt Martin Mützel, Landesvorsitzender des VCD: „Busbuchten stammen aus Zeiten, in denen Busse und Fahrräder als Hindernis für Autos betrachtet wurden. Dabei sitzen in jedem Bus mehr Menschen als in den Autos, die an den Buchten vorbeiziehen können.“

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„Umverteilung des öffentlichen Raums“

Außerdem macht die Kurvenfahrt der Busse, um in den Buchten zu halten, ebenerdige Einstiege aus Sicht der Verbände fast unmöglich: „Die zu engen Kurven und das Wiedereinfädeln in den Verkehr sind eine unnötige Schikane für das Fahrpersonal“, sagt Gerd Aschoff von ProBahn.

An insgesamt sechs Haltestellen hat die Stadtverwaltung die Schließung der Haltebuchten simuliert – Verwaltung und Ortsrat Geismar sind sich über nur eine Schließung einig. Quelle: Stadt Göttingen

Vor allem aber stören sich die Verbände an der Enge, die Haltebuchten auf den Geh- und Radwegen mit sich bringen: Die Buchten nähmen Platz ein, der besonders an der Geismar Landstraße/Hauptstraße dringend für Geh- und Radweg gebraucht würden. Diese dürften zwar nicht auf Kosten des Busverkehrs ausgebaut werden, sagt Klaus Reinsch vom ADFC Göttingen. Es bedürfe aber einer „Umverteilung des öffentlichen Raums“ zugunsten umweltschonender Verkehrsmittel.

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Von Tammo Kohlwes