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Göttingen Verordnung vom Tisch
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19:54 26.01.2011
Von Ulrich Schubert
Dürfen sich vorerst weiter vermehren: Katzen in Göttingen.
Dürfen sich vorerst weiter vermehren: Katzen in Göttingen. Quelle: EF
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Seit Monaten diskutieren Ratspolitiker und Tierschützer über eine Kastrationsverordnung. Sie sollte Katzenbesitzer und Betreuer streunender Katzen verpflichten, alle im Freien laufenden Tiere kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Damit wollten Tierschützer die ständige Vermehrung der Katzen stoppen – zu deren eigenem Schutz: Denn zum einen sind die Tierheime überfüllt, zum anderen sind viele verwilderte Tiere krank (Tageblatt berichtete). Die Stadtverwaltung lehnte eine staatliche Vorgabe mit Blick auf mögliche hohe Kosten ab und setzt stattdessen auf Aufklärung. Vor allem aber sieht sie bei der Umsetzung und bei anschließenden Kontrollen einen zu hohen Verwaltungsaufwand.

Rückendeckung bekam sie vom Kreisveterinär, der im Gegensatz zu den Tierschutzvereinen und Tierärzten in Göttingen kein Katzenproblem sieht. Zudem verwies die Stadtverwaltung am Dienstag auf eine Initiative im Bundestag, die jetzt die rechtlichen Probleme bei einer Zwangssterilisation einheitlich klären will.

Tierschützer und CDU hingegen sehen ein Problem und fürchten einen Kollaps, wenn die Katzenpopulation weiter wächst. „Es ist jetzt an der Zeit, nicht mehr nur wegzuschauen“, appellierte Holger Welskop (CDU) an die anderen Ausschussmitglieder. Die Grünen hatten zuvor Zustimmung signalisiert, wollen jetzt aber auch erst einmal auf bundesweit einheitliche Vorgaben warten. Mit der SPD wollen sie das Thema 2012 wieder aufgreifen.