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Göttingen Versteigerung im Rathskeller
Die Region Göttingen Versteigerung im Rathskeller
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20:02 26.01.2010
Voller Keller: Rund 200 Interessenten kommen am Dienstag zur Versteigerung der Einrichtung. Quelle: Hinzmann
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Auktionator Johann Zimmermann schwingt den Hammer. Sein Kopf ist rot angelaufen. Das Jackett hat er längst abgelegt. Warm und stickig ist es in dem ehemaligen Traditionsrestaurant im Alten Rathaus. Zigarettenqualm mengt sich mit Kaffee- und Bockwürstchengeruch. Unter einer Tür kriecht der Muff der ungenutzten Küche hindurch in den Hauptraum.


Vor Zimmermann und den rund 200 Gästen, die es gestern mit der Hoffnung auf ein Schnäppchen in das ehemalige Kellerrestaurant gezogen hat, liegt ein Versteigerungsmarathon. Mehr als 400 Posten – von Biergläsern, Dekoartikeln über Tische, Stühle und Theken bis hin zur kompletten Großküche – stehen auf der Liste. Alles muss raus. Zimmermann hat dafür fünf Stunden veranschlagt. „Danach habe ich mir den Mund fusselig geredet“, sagt er. Zimmermann ist als Geschäftsführer der Göttinger Proventura Industrie-Auktion GmbH ein Profi.
Den ersten Fang des Tages macht Jonas Fürchtenicht. Die Speisekartenvitrinen, die jahrelang den Eingang des Rathskellers flankierten, haben es ihm angetan. Nicht unbedingt aus Verbundenheit zum alten Restaurant, sondern weil „Göttinger Edelpils“ auf ihnen steht. „Ich sammele alles, was mit der Göttinger Brautradition zu tun hat“, sagt er. 40 Euro sind ihm die Vitrinen wert.

Schon zwei Stunden vor Beginn der Versteigerung kamen die ersten Kunden, um die Objekte in Augenschein zu nehmen und zu schätzen. Ein geübtes Auge braucht es aber nicht unbedingt, um zu erkennen, dass bei vielen Dingen buchstäblich der Lack ab ist. Vor allem das Mobiliar hat deutlich bessere Zeiten gesehen. Die Startpreise für viele Objekte liegen häufig nur bei fünf Euro. Einige bringen nicht einmal die. Zimmermann bleibt dennoch nur auf einigen sitzen. Bei anderen Objekten schnellt der Preis hingegen im Sekundentakt in die Höhe. So wechselt etwa ein Kombidämpfer aus der Küche für 2000 Euro den Besitzer – der höchste Erlös der Auktion. 400 Euro war dafür der Ausgangspreis. Einige Geräte wechseln fast zum Neupreis den Besitzer. Für alle Käufer gilt: Zusätzlich müssen sie 15 Prozent Provison für Proventura plus weitere 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen.
Neben Sammlern wie Jonas Fürchtenicht drängen sich viele Wirte und Restaurantbetreiber durch die Verkaufsstücke. Zum Beispiel Ingo Pfeiffer, der für sein Restaurant „Zur Burg“ in Freienhagen auf der Suche nach Barhockern, Gläsern und Servierplatten ist. Viel erbeutet er aber nicht. Vieles ist ihm zu teuer. „Bei so vielen Bietern, macht man keine Schnäppchen mehr“, sagt er. Auch der Göttinger Wladimir Daroszewski, Betreiber der Villa Cuba und des Nautilus, sucht nach Schnäppchen. Die 16 Pendelleuchten an ihren schmiedeeisernen Aufhängungen gehen ihm in einem Augenblick der Unachtsamkeit durch die Lappen. Auktionator Zimmermann ist schnell, vergibt die Leuchten für 200 Euro.

Während einige Besucher aus nostalgischen Gründen in „ihren“ Rathskeller kommen, um vielleicht das ein oder andere Andenken zu ergattern, sind die zahlreichen professionellen Händler nicht so sentimental. Für sie zählt der Profit – billig einkaufen, teuer verkaufen. Es wird viel polnisch geredet im Rathskeller an diesem Morgen.

„Die Bieter waren sehr rege heute“, sagt Astrid Graf, Leiterin des Göttinger Proventura-Büros. Am Ende, fünfeinhalb Stunden nach Auktionsbeginn, beläuft sich der reine Verkaufserlös, wie zuvor geschätzt, auf rund 30 000 Euro. „Wir sind sehr zufrieden.“ Fast alle Versteigerungsstücke seien verkauft.

Mit dem Kehraus in dem historischen Kellergewölbe ist nun der Weg frei für die Sanierung. Drei Millionen Euro wollen die Göttingen die Stadt und Olaf Feuerstein als neuer Pächter investieren. Beginn soll Mitte Februar sein. Für den Herbst ist die Neueröffnung geplant.

Michael Brakemeier

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