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Göttingen Viele „Stammgäste“ gehen für guten Zweck Spenden
Die Region Göttingen Viele „Stammgäste“ gehen für guten Zweck Spenden
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20:20 09.09.2009
Blutspendeaktion des DRK: Hans Lotze lässt sich in der Bonifatius-Schule II in Göttingen von Walburga Linse Blut abnehmen. Quelle: Pförtner
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Cola, belegte Brötchen und Salate und vor allen Dingen viel Wasser stehen bereit. „Mit etwa 60 Leuten rechnen wir heute“, sagt Hans-Peter Pöhling, Gebietsreferent beim Bundesblutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes. „Viele Besucher sind Stammgäste und kommen, egal ob es heiß ist, oder nicht.“ So auch Hans-Hermann Kulle: „Ich spende schon seit 1969“, sagt er. Doch nicht alle, die dort erscheinen und einen Bluttest machen, dürfen auch wirklich spenden: „Ich darf leider nicht spenden, weil ich zu geringe Eisenwerte habe“, sagt die Besucherin Julia Egbers. Sie ist eine von etwa zehn Prozent der Menschen, die sich kein Blut abnehmen lassen dürfen.

„Gutes tun“

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Meist sind es Menschen aus den umliegenden Gemeinden, die Spenden gehen. „Das Gemeinschaftsgefühl“, so Pöhling, „ist in den Dörfern viel größer als in den Städten.“ Viele ältere Menschen sind an den Spendegeräten angeschlossen: „Die jüngeren Menschen gehen bei so einem Wetter eher ins Freibad“, meint der Gebietsreferent. Nicht so Ann-Kristin Hacke. Seit zwei Jahren, seit ihrem 18. Lebensjahr, spendet sie regelmäßig und trotzt Nadelstichen in den Arm: „Die sind aushaltbar“, sagt sie und lächelt. Ihre Großmutter habe sie zum Blutspenden bewegt. „Weil es einem guten Zweck dient, wollte ich Spenden“, meint sie. „Die meisten Leute, die zu uns kommen, lassen sich Blut abnehmen, weil sie Gutes tun wollen“, sagt Pöhling, „bei uns gibt es nur kostenlose Verpflegung und kein Geld als Aufwandsentschädigung.“ Dieses System beuge am ehesten unehrlichen Angaben bei dem Ausfüllen des Blutspendefragebogens zum gesundheitlichen Zustand vor. Außerdem sind die Besucher nach der Spende häufig geschwächt und können sich mit einem Imbiss stärken.

Die Blutspenden werden im Labor auf Hepatitis, Aids, und Syphilis untersucht und innerhalb eines Tages nach der Blutabnahme an Krankenhäuser und Kliniken geliefert. Die Spenden finden häufig Verwendung in Krebsmedikamenten und werden in der Krebsforschung benötigt. „Ein eher geringer Prozentsatz wird bei Unfällen zum Blutausgleich eingesetzt“, sagt Pöhling.
Ein volles Programm haben die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes. „3400 Spenden pro Tag sind Pflicht“, meint Pöhling, „So viel wird von uns benötigt.“ Um das zu gewährleisten, sind viele Spendetermine notwendig. Besonders junge Spender werden gesucht. „Der Nachwuchs muss gewährleistet werden“ , sagt Pöhling. Interessierte können sich im Internet unter der Adresse www.Blutspende-NSTOB.de über die Arbeit des Blutspendedienstes erkundigen.