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Göttingen Vielseitig und naturnah: Solling zum Waldgebiet des Jahres 2013 gekürt
Die Region Göttingen Vielseitig und naturnah: Solling zum Waldgebiet des Jahres 2013 gekürt
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12:14 01.07.2013
Von Katharina Klocke
Waldweide bei Amelith: Durch den Einsatz von Heckrindern (Foto) und einiger robuster Exmoorponys soll der lichte Eichenwald erhalten werden.
Waldweide bei Amelith: Durch den Einsatz von Heckrindern (Foto) und einiger robuster Exmoorponys soll der lichte Eichenwald erhalten werden. Quelle: Landesforsten
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Hardegsen / Uslar

Mitten im Weserbergland liegt zwischen Bodenwerder und Hardegsen die rund 400 Quadratkilometer große Waldfläche des Sollings. Ausgedehnte Wälder, offene Wiesentäler mit Bächen und Moorlandschaften charakterisieren das südniedersächsische Mittelgebirge.

Dazu kommen kleine Seen, zehn Aussichtstürme, ein Wildpark mit Wölfen und andere Attraktionen. Die Landesforsten sind stolz auf „die hohe Naturnähe“ und Vielzahl der Landschaftsformen im Naturpark Solling-Vogler. Große Verkehrsadern fehlen, viele Ausflugsziele und Ortschaften sind allenfalls über kleine Waldstraßen zu erreichen. „Besucher können auf engem Raum viele naturkundlich spannende Dinge erleben“, sagt Michael Rudolph,  Sprecher Niedersachsen-Süd der Niedersächsischen Landesforsten.

Und auch die Geschichte menschlicher Waldnutzung wird erlebbar: Immer noch nehmen Fichten 40 Prozent der Waldflächen ein. Gepflanzt wurden die schnell wachsenden Nadelgehölze vor rund 200 Jahren, als viele Buchenwälder durch Holzeinschlag und Vieheintrieb  nahezu verschwunden waren. Kleine Stauteiche erinnern an  die Flößerei – den Abtransport der Stämme über Bachläufe bis in die Weser.

Der Solling: Waldgebiet des Jahres

Von jeher haben die Bewohner der umliegenden Dörfer den Wald als Lebensgrundlage genutzt: Köhler, Glasbläser, Waldarbeiter und Bauern. Spuren davon können Waldbesucher bei Ausflügen entdecken.

Rinder zur Waldpflege

► Die Waldweide hieß früher Hute oder Hude. Bei Amelith zeugt ein lichter Eichenwald von der früheren Nutzung des Waldes als Viehweide. Schweine, Schafe, Rinder und Pferde ernährten sich zu tausenden von den am Boden gedeihenden Pflanzen und der Baumsaat. Um den Hutewald bei Amelith (Karte: Nummer 10) zu erhalten, leben hier rund 20 Heckrinder und Exmoorponys in einer Umzäunung. Menschen können über Eisenroste in den Wald gelangen – und die vierbeinigen Waldarbeiter dort vielleicht auch in Aktion erleben.

► Exmoorponys und Rinder – in diesem Fall Galloways – unterstützen auch im Hochmoor Mecklenbruch (4) bei Silberborn landschaftspflegerisch den Menschen. Die 63 Hektar große Fläche gilt als eines der am besten erhaltenen Hochmoore des niedersächsischen Berglandes. Auf einem etwa 450 Meter langen Holzsteg kann ein Teil der Moorfläche beschritten werden.

Die Forstverwaltung hat die Renaturierung durch Verschließen von Abflussgräben und Abholzung von Fichten unterstützt. Ähnliches geschieht gerade im benachbarten Waldmoor Kükenbruch.

► Im Wald bei Schönhagen zeugen der 1737 angelegte Neue Teich und der im vorherigen Jahrhundert entstandene Lakenteich (8) von der Flößerei im Solling. Beide waren kleine Stauseen, die dazu dienten, im Bedarfsfall Wasser für den Holztransport in die Ilme abzulassen. Unweit des Lakenteiches sind noch die Fundamente einer ehemaligen Glashütte zu sehen,  die 1655 gegründet wurde. Die beiden Gewässer verbindet ein Rundweg.

► Oberhalb von Delliehausen beginnt am Bergsee – Bademöglichkeit – ein Rundweg durch den typischen Solling-Buchenwald (7) Auf vier Kilometern passiert der Spaziergänger Buchen, die zwischen 100 und 200 Jahre alt sind und einen alten Kohlenweg.

Ein Video über Waldgebiet des Jahres gibt es hier zu sehen

Im Internet unter ► naturpark-solling-vogler.de oder ► waldgebiet-des-jahres.de

Infos beim Zweckverband Naturpark Solling-Vogler, Lindenstr. 6, 37603 Holzminden/Neuhaus, Tel.: 0 55 36 / 13 13