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Göttingen Erster Fall von Vogelgrippe im Landkreis
Die Region Göttingen Erster Fall von Vogelgrippe im Landkreis
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21:02 28.02.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen/Staufenberg

Der tote Graureiher war demnach in der Gemeinde Staufenberg gefunden worden. Eine Spaziergängerin hatte den Kadaver zwischen Spiekershausen und Sandershausen im Bereich des ehemaligen Sportplatzes gefunden.

Spiekershausens Ortsbürgermeister Hilmar Sengler (CDU) kann sich noch gut an den Vorfall erinnern, der sich nach seinen Angaben am 21. Februar zugetragen hat. Seine Nachbarin, passionierte Spaziergängerin und Hundebesitzerin, habe sich an dem Tag bei ihm gemeldet. Sie hatte am Ufer der Fulda einen toten Graureiher entdeckt. Sengler schaltete schnell und rief den Staufenberger Gemeindeservice. „Zusammen sind wir dann zum Fundort gefahren“, erzählt der Ortsbürgermeister. Mit Gummihandschuhen bugsierten sie den Reiher in einen grauen Sack. „Das war ganz unkompliziert, einer hat den Sack aufgehalten, einer den Reiher reingetan“, sagt Sengler. Am Sonntag habe er dann die Nachricht vom Veterinäramt erhalten, dass es sich tatsächlich um den ersten Vogelgrippe-Fall im Landkreis Göttingen handelt.

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Hinter vorgehaltener Hand werde im Dorf bereits über den Vorfall geredet, sagt Sengler. Daher werde er spätestens bei der nächsten Ortsratssitzung am 20. März die Bürger über die aktuellen Entwicklungen informieren. Die wenigen Hobbyzüchter im Ort seien ohnehin bereits vom Landkreis informiert und darum gebeten worden, ihr Geflügel im Stall zu lassen. Das bestätigt Behördensprecher Ulrich Lottmann: Für zwei Kleinstbetriebe in direkter Nähe des Fundorts gelte eine Stallpflicht. Dabei handele es sich um eine „reine Vorsichtsmaßnahme“.

Bis auf diese Ausnahme hat der Landkreis aber darauf verzichtet, die erst Mitte Februar aufgehobene Stallpflicht landkreisweit wieder einzuführen. Diese galt seit Ende Dezember, als im Landkreis Northeim in einem Kleingeflügelbestand in Hohnstedt die Geflügelpest ausgebrochen war. Bei dem jetzigen Fund in der Gemeinde Staufenberg handele es sich allerdings um einen Wildvogel, sagt Lottmann. Das sei mit dem Fall in Northeim nicht vergleichbar. Auch auf die Einrichtung eines Sperrbezirks habe der Landkreis verzichtet. Grund: Das Veterinäramt sei zu dem Ergebnis gekommen, dass nur ein geringes Risiko der Übertragung auf Hausgeflügelbestände bestehe. Mit diesem Vorgehen bewege sich der Landkreis auf einer Linie mit aktuell geltenden Vorschriften in Niedersachsen. Dennoch seien alle Geflügelhalter aufgerufen, „jedes Risiko zu minimieren“ und die „Biosicherheitsmaßnahmen“ penibel einzuhalten, betont Lottmann.

Das war im Übrigen nicht der einzige verendete Vogel, der am 21. Februar dort gesichtet wurde. „Ein zweiter toter Reiher ist auf der Fulda getrieben“, erinnert sich Ortsbürgermeister Sengler. „Der ist sicherlich in der Staustufe in Wahnhausen gelandet“. Das allerdings wäre dann nicht mehr Problem des Landkreises Göttingen. Wahnhausen liegt in Hessen.

Bei erhöhten Verlusten unter Hausgeflügel, auch bei auffälligem Rückgang der Legeleistung oder der Gewichtszunahme, ist der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz für den Landkreis und die Stadt Göttingen zu informieren unter Telefon 0551 525-2493. Auch Wildvogel-Totfunde sollten gemeldet werden, insbesondere wenn es sich um Wasserwildvögel oder aasfressende Wildvögel wie Bussarde handelt, so der Landkreis.

Bis auf diese Ausnahme hat der Landkreis aber darauf verzichtet, die erst Mitte Februar aufgehobene Stallpflicht landkreisweit wieder einzuführen. Diese galt seit Ende Dezember, als im Landkreis Northeim in einem Kleingeflügelbestand in Hohnstedt die Geflügelpest ausgebrochen war. Bei dem jetzigen Fund in der Gemeinde Staufenberg handele es sich allerdings um einen Wildvogel, sagt Lottmann. Das sei mit dem Fall in Northeim nicht vergleichbar. Auch auf die Einrichtung eines Sperrbezirks habe der Landkreis verzichtet. Grund: Das Veterinäramt sei zu dem Ergebnis gekommen, dass nur ein geringes Risiko der Übertragung auf Hausgeflügelbestände bestehe. Mit diesem Vorgehen bewege sich der Landkreis auf einer Linie mit aktuell geltenden Vorschriften in Niedersachsen. Dennoch seien alle Geflügelhalter aufgerufen, „jedes Risiko zu minimieren“ und die „Biosicherheitsmaßnahmen“ penibel einzuhalten, betont Lottmann.

Das war im Übrigen nicht der einzige verendete Vogel, der am 21. Februar dort gesichtet wurde. „Ein zweiter toter Reiher ist auf der Fulda getrieben“, erinnert sich Ortsbürgermeister Sengler. „Der ist sicherlich in der Staustufe in Wahnhausen gelandet“. Das allerdings wäre dann nicht mehr Problem des Landkreises Göttingen. Wahnhausen liegt in Hessen.

Die Geflügelpest: ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch infizierte Wildvögel verbreitet wird. In Deutschland ist der Erreger H5N8 seit November nachgewiesen. In mehreren Bundesländern, darunter Niedersachsen, kam es seitdem auch zu Geflügelpestausbrüchen in Hausgeflügelbeständen. Bei H5N8 handelt es sich um eine reine Tierseuche. Weltweit wurde bisher weder über Tierkontakte noch durch den Verzehr von Lebensmitteln die Infektion eines Menschen mit dem Vogelgrippeerreger H5N8 festgestellt, so der Landkreis. Der Verzehr von Geflügelfleisch, Eiern und sonstigen Geflügelprodukten ist unbedenklich.