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Göttingen Voigt-Realschule: 15-Jähriger verletzt Mitschüler mit Bastelschere
Die Region Göttingen Voigt-Realschule: 15-Jähriger verletzt Mitschüler mit Bastelschere
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00:18 22.06.2013
Von Ulrich Schubert
Reagiert konsequent: Die Voigt-Realschule in Weende schickt Schüler nach eskaliertem Streit vorerst nachhause.
Reagiert konsequent: Die Voigt-Realschule in Weende schickt Schüler nach eskaliertem Streit vorerst nachhause. Quelle: Hinzmann
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Weende

Nach Angaben von Polizei und Schule hat der Täter „in Notwehr reflexartig“ mit einer zufällig gegriffenen Bastelschere zugestoßen und dabei seinem Kontrahenten eine Schramme am Bauch zugefügt. „Wir haben vorsorglich den Notarzt gerufen“, sagt Schulleiter Peter Stahr. Nach kurzem Krankenhausaufenthalt sei der Schüler nachhause entlassen worden. Dem Fachkommissariat für Kinder- und Jugenddelikte sei bisher kein ähnlicher Fall an der Voigtschule bekannt, betonte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz.

Laut Polizei und Schule sollen sich die beiden Schüler aus dem 8. Jahrgang zunächst gegenseitig beleidigt und dann mit Gegenständen aus ihrer Schultasche beworfen haben. Der Streit sei eskaliert. Als der Jüngere den anderen in einen sogenannten Schwitzkasten nahm, habe sich der Ältere „reflexartig“ gewehrt. Dabei habe er nach einer Bastelschere in seiner Schultasche gegriffen und den Mitschüler damit am Bauch „geschrammt“. Sofort hätten Mitschüler und eine Lehrkraft die Streithähne getrennt.

"Völlig aufgelöst"

Der Täter sei anschließend „völlig aufgelöst“ und über seine Reaktion „entsetzt gewesen“. Die Polizei ermittelt gegen beide Schüler – wegen gefährlicher Körperverletzung (mit der Schere) und des Verdachts auf Körperverletzung (durch den Schwitzkasten). Das Ergebnis ist offen, „wir werden erst einmal die Schüler anhören“, so Kaatz.

Nicht akzeptabel

Die Schule nehme den Vorfall „sehr ernst“, so der Schulleiter. Streit und Gerangel gebe es in einer Schule immer wieder einmal. Eine körperliche Auseinandersetzung in dieser Form aber sei selten und nicht akzeptabel. Beide Schüler seien bis zum Beginn der Sommerferien in der kommenden Wochen vom Unterricht suspendiert. Nach den Ferien werde in einer Klassenkonferenz entschieden, ob und welche disziplinarischen Folgen sie tragen müssen. Das könne von einem Klassenwechsel und pädagogischen Erziehungsmaßnahmen bis zu einem Schulausschluss und -wechsel gehen. Die abgerundete Schere gehöre zur Grundausstattung der Schüler, erklärt Stahr. Unabhängig davon gebe es an der Voigt-Realschule etliche Präventionsbausteine, um aggressives Fehlverhalten im Vorfeld zu verhindern.

Wöchentlich Persönlichkeitstraining

In allen Klassen gebe es wöchentlich eine Klassenlehrerstunde, in der unter anderem das anerkannte Persönlichkeitstraining nach dem Lions Quest Programms „Erwachsen werden“ absolviert wird. Sozialpädagogen würden die Lehrer bei der Bewältigung von Problemen – zum Beispiel bei Cybermobbing – unterstützen. Zudem würden in allen Jahrgängen regelmäßig Themen wie Gewalt, Alkoholkonsum und Medienkompetenz behandelt, vielfach mit externen Fachkräften. Darüber hinaus gebe es ausgebildete Schülermediatoren.