Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Erst Schule, dann Flüchtlingswohnheim, bald für drei Jahre Theater
Die Region Göttingen Erst Schule, dann Flüchtlingswohnheim, bald für drei Jahre Theater
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:43 16.04.2019
Die ehemaligen Voigtschule wird gerade als Ersatzspielstätte für das Junges Theater umgebaut hier: Bernhard Boy und Regine Boy vor der neuen Bühne. Quelle: Peter Heller
Göttingen

Erst Schule, dann Flüchtlingsunterkunft, demnächst Interims-Theater: Die ehemalige Voigtschule an der Bürgerstraße wird derzeit umgebaut. Auf drei Etagen und im Keller sind Handwerker beschäftigt. Im Juli sollen das Junge Theater und das Aktionszentrum Kaz für drei statt wie geplant drei Jahre einziehen. Dann ist die Sanierung des Ottfried-Müller-Hauses am Wochenmarkt geplant.

Umbau der ehemaligen Voigtschule

Im Obergeschoss der ehemaligen Schule, dort wo früher Kinder in der Aula ihren Auftritt hatten, bauen Tobias Matzke und Max Silcher derzeit die Theaterbühne. Die Zimmerer aus Uslar sind damit beschäftigt, das hölzerne Fundament für die Bühne zu errichten. Im dritten Stock kommt der Theatersaal unter, zudem entstehen Magazinräume und Platz für die Bühnentechnik. Aber das ist gar nicht mal der größte Brocken bei der Transformation des zuletzt als Flüchtlingswohnheim genutzten Gebäudes in ein Kulturzentrum „Viel Aufwand stecken wir in den Brandschutz”, sagt Regine Boy, Bauleiterin der Stadtverwaltung. Beispielsweise Decken und Stahlträger müssen den modernen Brandschutzanforderungen entsprechen. Aber: „Wir sind zeitlich gut im Soll”, sagt Bernhard Boy, zuständiger Architekt in der Göttinger Verwaltung. „Wir versuchen soviel wie möglich von der alten Substanz zu nutzen”, sagt der Architekt. Beispielsweise die Sanitäranlagen, die erst eingebaut wurden, als die Schule zur Übergangsunterkunft für Flüchtlinge wurde.

Neuer Aufzug wird gebaut

Eine der größten Umbaumaßnahmen in der alten Schule ist ein neuer Aufzug. Der große Schacht an der Ostseite des Gebäudes ermöglicht später einen barrierefreien Zugang zum Theaterraum – oder zu den Räumen des Kaz. Das Kommunikations- und Aktionszentrum Kaz zieht ist den ersten Stock. Dort werden ebenfalls derzeit die Räume hergerichtet, brandsicher gemacht und gedämmt. In die zweiten Etage zieht wiederum das Junge Theater ein, Büros und Garderoben finden dort unter anderem ihren Platz.

„Im Theatersaal finden später 178 Besucher Platz”, erklärt Bernhard Boy. Die letzten fünf, sechs Reihen sollen, ähnlich wie im heutigen JT, ansteigend sein. Das JT bringt Technik, Mobiliar, Beleuchtung und anderes Equipment mit. In den Umbau des ehemaligen Schulgebäudes investiert die Stadtverwaltung rund 1,1 Millionen Euro.

Statt zwei drei Jahre Übergangslösung

Der Chef des Jungen Theater, Nico Dietrich, lobt die Zusammenarbeitet mit Bernhard Boy. „Er hat das alles toll vorbereitet“, so der Intendant des JT. „Wir freuen uns darauf, an ganz neuen Dingen zu arbeiten, es wird auch einige Überraschungen geben“, kündigt er an. „Einen Wehrmutstropfen aber gibt es“, sagt Dietrich. Nämlich: Aus den eigentlich geplanten zwei Jahre Interimslösung sollen laut Dietrich nun drei werden. Aber: „Das ist es wert, wenn das Endergebnis dann stimmt“, sagt er.

„Wir freuen uns uns schon sehr auf unsere neue Wirkungsstätte”, sagt Anne Moldenhauer vom Kaz. „Alle Gruppenräume haben dann Fenster und Tageslicht und durch die veränderten Raumzuschnitte haben wir mehr Platz”, so die Geschäftsführerin. Der Schulhof biete außerdem eine neue Möglichkeit um einige Ideen aus dem Projekt „Otfrieds Garten” wieder aufzunehmen. Zudem freuen sich die Mitarbeiter des Kaz auf die neuen Nachbarn wie dem Kino in der ehemaligen Baptistenkirche, mit denen in Zukunft auch Kooperationen geplant sind. Bevor das Kaz umzieht, soll am 29. Juni eine gemeinsame Party mit dem Jungen Theater und den Gastronomen gefeiert werden. „Es geht nachmittags los mit Mitmachangeboten und Bühnenprogramm, im Anschluss kann im ganzen Haus getanzt werden”, erklärt Moldenhauer.

Eröffnet am 16. April 1886

Die Voigtschule wurde vor 133 Jahren, am 16. April 1886 an der Bürgerstraße eröffnet. Der Göttinger Oberbürgermeister Georg Merkel nannte sie damals einen „Edelstein“. Seit 1928 trägt sie den Namen Voigtschule. Ihr Namensgeber war der Lehrer Christoph Heinrich Jacob Voigt (1817-1886).

Von Britta Bielefeld

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen Programm zu den Feiertagen - Stadtrundgänge zu Ostern

Zwei Stadtrundgänge bietet die Tourist-Information zu Ostern an. Die Teilnehmerzahl für die zweistündigen Führungen ist begrenzt.

15.04.2019
Göttingen Hilkeröder Bürgermeister lobt Feuerwehr - „Wenn andere Tatort gucken“

Lange hat es gedauert, doch jetzt wird es ernst: Die Freiwillige Feuerwehr Hilkerode bekommt ein neues Gerätehaus. Der Ortsbürgermeister indes ist voll des Lobes für die Truppe um den erneut im Amt bestätigten Ortsbrandmeister Ahlborn.

18.04.2019

Über den Verlauf der Novemberrevolution von 1918 in Göttingen spricht Dr. Rainer Driever am Sonntag, 28. April, im Städtischen Museum. Driever hat das wissenschaftliche Konzept für die aktuelle Sonderausstellung erarbeitet.

15.04.2019