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Göttingen Volkszählung: Friedland verliert ein Drittel seiner Einwohner
Die Region Göttingen Volkszählung: Friedland verliert ein Drittel seiner Einwohner
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20:51 31.05.2013
Stichprobe bei Zensus 2011: Jeder zehnte Einwohner wurde befragt.
Stichprobe bei Zensus 2011: Jeder zehnte Einwohner wurde befragt. Quelle: Statistisches Bundesamt
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Göttingen / Friedland

Bisher gründeten sich die Einwohnerstatistiken der Kommunen auf Fortschreibungen der Volkszählung aus dem Jahr 1987. Um diese unsichere Datenbasis zu korrigieren, gab es im Mai 2011 eine neue Volkszählung.

Das Problem: An den Bevölkerungszahlen messen sich die Landeszuweisungen – weniger Bewohner bedeuten automatisch weniger Geld. Für Friedland bedeuten die neuen Zahlen daher auch einen finanziellen Absturz: 7206 Einwohner entsprechen gegenüber den 11137 Einwohner der alten Statistik einem rechnerischen Rückgang von einem Drittel.

In den alten Zahlen waren allerdings auch die Zahl der Bewohner im Grenzdurchgangslager Friedland enthalten, die in den vergangenen Jahren in Größenordnungen zwischen 600 und 1200 Bewohnern angesetzt wurden. Bei der Mittelzuweisung werde sich die neue Zahl drastisch auswirken, erklärte Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD). Allerdings werden die alten Einwohnerzahlen noch fünf Jahre lang anteilig einbezogen, so dass der finanzielle Absturz in dieser Zeit gedämpft wird.

Für Göttingen bedeutet der Rückgang von 120996 auf 115843 erfasste Einwohner in der Landesstatistik einen Rückgang von 4,4 Prozent Prozent. In ihrem eigenen Register ging die Stadt allerdings von 116426 Einwohnern mit Hauptwohnsitz aus.
In anderen Kommunen fallen die Korrekturen durch den Zensus 2011 weniger dramatisch aus. Münden verliert 600, Duderstadt 400 Einwohner. Die Stadt Dransfeld gewinnt knapp 300.

Von Matthias Heinzel
und Jürgen Gückel