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Göttingen Tageblatt-Leser verraten, warum sie ihre Katzen lieben
Die Region Göttingen Tageblatt-Leser verraten, warum sie ihre Katzen lieben
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19:41 07.08.2019
Manche Leute finden Katzen mit roten Haaren besonders hübsch. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Göttingen

„Seltsam sind sie, diese Wesen. Sie gehen nie auf die Jagd. Sie sind völlig lebensuntüchtig. Wenn wir sie nicht versorgen, werden sie verhungern.“ Mit diesen Worten versetzt sich eine Katzenhalterin im Gespräch mit dem Tageblatt in die Gedankenwelt ihrer beiden Samtpfoten. So oder so ähnlich, meint die Göttingerin, müssen die Tiere die Menschen sehen. Denn regelmäßig findet die Frau tote Mäuse vor ihrer Haustür. Milde Gaben ihrer Vierbeiner, abgelegt aus reiner Fürsorge und aus Mitleid, wie sie meint.

"Ich liebe meine Katze, weil sie mich besser verstehen als so mancher Mensch. Sie sind immer für mich da und lieben mich so, wie ich bin", Ramona Enders Quelle: Ramona Enders

Vielleicht gilt die anfangs zitierte Einschätzung auch wechselseitig. Für Menschen sind Katzen Wesen, die versorgt werden müssen. Müssen sie vielleicht auch, schließlich haben sie sich dem Menschen genauso angeschlossen wie Hunde, Pferde oder Hühner – wenn auch mit deutlich weniger Ergebenheit. Und was man sich vertraut gemacht hat, dafür ist man ein Leben lang verantwortlich, sagt der Kleine Prinz in der gleichnamigen Geschichte des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry.

Die unendliche Geduld der Katzen mit den Menschen

Vielleicht sehen das die Katzen ebenso, sogar in Unkenntnis jeglicher Weltliteratur. Der amerikanische Tierschützer und Autor Cleveland Amory war sich sicher: „Jeder, der eine Weile mit Katzen zusammengelebt hat, weiß, dass sie unendlich viel Geduld mit den Grenzen des menschlichen Verstandes haben.“ Amory, der tendenziell eher Hunde mochte, konvertierte mit dem Buch „Die Katze, die zur Weihnacht kam“ quasi zur anderen, zur katzenfreundlichen Fraktion.

"Wir lieben unsere Katzen, weil sie eigenwillige, einzigartige, hochsensible, schmusebedürftige Stubentiger sind, die uns einfach nur gut tun", Susanne Henze. Auf die Frage “gibt es Liebe auf den ersten Blick? “ kann ich nur antworten: “ja, ich verliebe mich in jede Katze, die ich sehe.“ Wir haben drei Stubentiger, zwei Kater ( Oskar und Mogli) und eine Katze ( Luna). Alle drei sind Freigänger.Zu dem Foto, wo Katze Oskar im Waschbecken liegt ( einer seiner Lieblingsplätze) gibt es eine lustige Anekdote: mein Sohn Sven ruft laut und panisch: “ Mama, komm ganz schnell ins Bad, unser Waschbecken ist verstopft.“ Quelle: Susanne Henze

Männer stehen allgemein im Ruf, Katzen abzulehnen. Ihnen sei das chinesische Sprichwort ans Herz gelegt: „Wer keine Katzen mag, bekommt keine schöne Frau.“ Dass es da irgendeinen Zusammenhang geben muss, lässt das Zitat der französischen Schauspielerin Colette vermuten: „Frauen sind wie Katzen. Beide kann man nur zwingen das zu tun, was sie selber gerne möchten.“

Katzen werden in Filmen als hinterlistig dargestellt

Nun stehen Katzen in der Kritik, allzu sehr einen eigenen Kopf zu haben und damit nicht teamfähig zu sein. Arroganz wird ihnen zugeschrieben, sogar Bösartigkeit. In Filmen wie „Schweinchen Babe“ und „Cats & Dogs“ oder in der Filmfolge „Shaun das Schaf“ kommen Katzen schlecht weg. Sie werden als verschlagen, hinterlistig und humorlos dargestellt.

"Wir lieben unsere Katzen, da sie die besten Seelentröster sind, der beste Freund des Menschen und therapeutisch sehr beruhigend sein können -  speziell für Kinder mit ADHS", Yvonne Rüdiger Quelle: Yvonne Rüdiger

„Der Mensch ist der Katze herzlich wurscht“, titelte vor vier Jahren die Frankfurter Allgemeine und bezog sich auf eine Studie der Forscher Alice Potter und Daniel Simon Mills von der University of Lincoln in Großbritannien. Sie hatten die Bindungsfähigkeit von Katzen untersucht und herausgefunden, dass die Tiere keine klaren Zeichen einer sogenannten „sicheren Bindung“ an ihre Halter zeigen. Anders bei Hunden, sie orientieren sich an ihrem Halter, suchen Zuflucht bei ihm, wollen ihn in ungewohnten Situationen nicht gehen lassen und freuen sich wie ein kleines Kind, wenn er nach nur fünf Minuten vom Brötchenholen zurückkommt.

Katzen sind auch sozial unabhängige Wesen

Sind Katzen also nicht liebesfähig? Die Forscher wollten diese These so nicht aufstellen. Katzen seien nun einmal unabhängige Tiere, auch in ihren sozialen Beziehungen. Sie bräuchten niemanden, der ihnen ein Gefühl von Sicherheit gibt. Und doch oder vielleicht gerade deshalb war sich Daniel Defoe, der berühmte Autor des „Robinson Crusoe“, sicher: „Wer eine Katze hat, braucht das Alleinsein nicht zu fürchten.“

"Ich liebe meine Katze, weil sie eine kleine Schuh-Fetischistin ist", Franziska Stolte Quelle: Franziska Stolte

Der amerikanische Unternehmer und Produzent Jeff Valdez hat sein Urteil auf seine Weise gefällt: „Katzen sind klüger als Hunde. Du wirst niemals acht Katzen dazu bringen, einen Schlitten durch den Schnee zu ziehen.“

Heimtiere sind hilfreich bei Krankheit

Rein wissenschaftlich hat sich die Göttinger Professorin Renate Ohr mit der Haltung von Haustieren beschäftigt. Die Ökonomin wollte anfangs herausfinden, welche wirtschaftlichen Aspekte mit der Haustierhaltung verbunden sind. Konkret führte sie in ihrer Heimtierstudie auf, dass die Symbiose von Mensch und Tier Arbeitsplätze schafft. „Es gibt ja einen großen Markt, der zum Beispiel Tierfutter und Zubehör produziert und handelt“, verdeutlicht Ohr.

Sie weist aber auch auf die sozialen Effekte hin. Ein Haustier fungiere wie ein sozialer Partner, um den man sich kümmern muss. Eine Aufgabe, die besonders Menschen mit chronischen Erkrankungen gut tue. „Wenn sie Besuch bekommen, erzählen sie oft von ihrer Krankheit. Haben sie ein Haustier, sind sie mit dessen Versorgung beschäftigt, denken weniger an ihre Krankheit und erzählen auch weniger davon. Somit kommt auch der Besuch öfter, weil er sich nicht immer diese Krankheitsgeschichte anhören muss“, zeigt die Professorin eine Art Ausbruch aus einem Teufelskreis auf.

Ohr aktualisiert gerade ihre Heimtierstudie. Festgehalten hat sie darin auch, dass jüngere Leute eher zur Katze und ältere eher zum Hund als Hausgenossen tendieren. Das habe mit dem Berufsleben zu tun: „Wer einen Hund hat, muss sich Zeit für ihn nehmen. Katzen können besser allein bleiben“, sagt die bekennende Hundefreundin.

Kater sind allgemein kuscheliger als Katzen

Für Aufsehen sorgte 2015 eine Veröffentlichung des US-amerikanischen Tierpsychologen Max Wachtel, der sich auf eine schottische Studie bezog. Katzen, so hieß es, würden selbst ihre Besitzer auffressen, wenn sie es denn könnten. Die Persönlichkeit von Hauskatzen ähnele nach wie vor der von Wildkatzen, Stubentiger seien ebenso impulsiv und neurotisch wie Löwen oder Schneeleoparden. Katzenexperten in Deutschland wollten sich der Fress-These aber nicht anschließen. Es stecke eben viel Wildheit in den Katzen. Umstritten ist auch, dass die Aggressivität an der Fellfarbe abzulesen sei. Hier spielt nachweislich eher das Geschlecht eine Rolle. Kater sind eher kuschelig, weibliche Tiere eher kratzbürstig. Menschen und Katzen sind sich eben doch sehr ähnlich.

Die schönsten Katzenfotos

Ihnen ist eine Katze zugelaufen? Sie suchen Ihren Stubentiger oder wollen einer Katze ein neues Zuhause bieten? Ein Verzeichnis mit Tieren und Tipps gibt es unter www.tierschutzverzeichnis.de.

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K wie Kralle bis E wie Einzelgänger

K WIE KRALLEN: Sie bestehen aus demselben Keratin wie menschliche Fingernägel, aber sie bleiben immer scharf. Die Natur hat gleich zwei Mechanismen entwickelt, die eine Abnutzung verhindern. Beim Laufen etwa ziehen die Tiere ihre Krallen ein - sie sind dann wie ein Handy in einer Tasche geschützt. Außerdem bestehen die Krallen im Gegensatz zu Nägeln aus zwei unterschiedlich harten Schichten. Die obere harte Schicht wächst schneller als die weiche, wodurch sich die Kralle nach unten biegt. Wenn die Katze etwa am Kratzbaum die untere weiche Schicht feilt, bleibt vorne eine kleine Spitze der harten Schicht. Diese verleiht der Katzenkralle ihre Schärfe, erläutert Max-Planck-Wissenschaftler Joscha Liedtke. Die so entstehende Krümmung erklärt auch, warum Katzen zwar sehr gute Kletterer sind, aber kopfüber nicht wieder vom Baum runterkommen: Die Krallen sind dafür falsch herum gebogen.

A WIE ANDREW LLOYD WEBBER, der mit seinem Musical „Cats“ Millionen Besucher in mehr als 30 Ländern begeistert hat. Er setzte Texte des englischen Dichters T. S. Elliot musikalisch um und brachte 1981 die Geschichte um einen nächtlichen Katzenball zunächst in London auf die Bühne. Die tierischen Vorbilder der Hauptfiguren Grizabella und Macavity hätten daran allerdings wohl kaum Vergnügen: Katzen haben ein ganz anderes Musik-Empfinden, sagt Psychologie-Professor Charles Snowdon. Sie genießen Klänge, die der Frequenz des Katzenschnurrens ähneln - etwa 1200 Schläge pro Minute. Das Gehör von Katzen gilt zudem als hypersensibel - sie nehmen weitaus höhere Tonlagen wahr als Menschen.

T WIE TRANSPONDER: Der reiskorngroße Mikrochip zur Identifizierung kann vom Tierarzt auch ohne Narkose implantiert werden, versichert der Deutsche Tierschutzbund. Die so markierte Katze sollte man kostenlos im Heimtierregister des Verbandes eintragen lassen. Gerät sie auf Abwege, kann ihr rechtmäßiger Halter schnell identifiziert werden. Eine Kennzeichnung ist auch mittels Tätowierung möglich, was aber als weniger sicher gilt und zudem für das Tier mit Schmerz oder einer Betäubung verbunden ist. Tierschützer fordern eine Registrierungspflicht, um so illegalen Tierhandel und Aussetzungen zu bekämpfen.

Z WIE ZECKEN: Die Parasiten können Katzen und ihren Besitzern durch übertragene Krankheitserreger gefährlich werden und sollten deshalb so schnell wie möglich mit einer speziellen Zange entfernt werden, empfehlen Tierärzte. Die insgesamt etwa 30 000 Veterinäre in Deutschland erwirtschaften laut Statistik mehrheitlich zwischen 100 000 und 300 000 Euro Jahreseinkommen - dazu tragen die für jedes Tier dringend empfohlenen jährlichen Impfungen gegen Katzenschnupfen und -seuche ebenso bei wie Vorsorgeuntersuchungen, Kastrationen oder Wurmkuren. Der Haustierversicherungsanbieter Agila rechnet allein für die Vorsorge mit 60 Euro pro Jahr und Tier.

E WIE EINZELGÄNGER: Katzen haben einen Ruf als Individualisten – tatsächlich aber entwickeln sie in den ersten Wochen nach der Geburt ein ausgeprägtes soziales Bewusstsein, haben Forscher nachgewiesen. Gibt es in dieser entscheidenden Lebensphase viel Kontakt zu Menschen, wird das zutrauliche Verhalten zum Wesenszug. Laut Tierschutzbund leben wilde Katzen und insbesondere geschlechtsreife Kater in der Regel auch deshalb alleine, um die vorhandene Beute im Revier für sich alleine zu beanspruchen. Tiere, die von Menschen versorgt werden, aber sich auch in der Natur frei bewegen können, schlössen sich hingegen häufig in kleineren Gruppen zusammen, weil Futterneid für sie keine überlebenswichtige Rolle spiele.

Von Ulrich Meinhard

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