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Göttingen Von Römerlager Hedemünden zur Varusschlacht
Die Region Göttingen Von Römerlager Hedemünden zur Varusschlacht
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19:20 04.06.2009
Römer im Hörsaal: Kreisarchäologe Klaus Grote (r.) hält Gundula mit einer eisernen Fessel der Römer gefangen. Quelle: CR

 Nein, ein römischer Legionär vor 2000 Jahren hatte es nicht leicht. Nicht die Germanen machten ihm das Leben schwer, er war mit rund 25 Kilogramm Marschgepäck unterwegs, zusätzlich zu Kettenrüstung, Helm, Speer, Schild und Schwert. Legionär Werner erklärt den Nachwuchsstudenten in der Göttinger Kinder-Uni seine Ausrüstung: Essgeschirr und Trinkflasche, Decke, Kleidung und Verpflegung gehörten dazu. Kaum einer im Hörsaal konnte sich vorstellen, mit so einer Last vom Mittelmeer zu Fuß bis nach Germanien zu laufen.

Während der Göttinger Kreisarchäologe Klaus Grote in seinem Vortrag auf die Geschichte des Römerlagers in Hedemünden und die archäologischen Funde – darunter diverse Münzen, Dolche und eine eiserne Fessel – einging, erläuterte Anthropologin Birgit Großkopf, wie Forscher anhand von Knochenresten etwa das Geschlecht des Toten bestimmen können: Männer haben eine ausgeprägtere Überaugenwulst, eine leicht fliehende Stirn und am Hals einen größeren Muskelansatz, Frauen haben hingegen etwa ein breiteres Becken. In Knochengruben in der Nähe von Osnabrück sei man etwa hauptsächlich auf männliche Skelette gestoßen, viele mit durch Schwerthiebe verursachte Verletzungen. Diese Funde in Verbindung mit den Aufzeichnungen des römischen Geschichtsschreibers Tacitus geben, so Großkopf, einen Hinweis auf die Varusschlacht vor 2000 Jahren. Er schreibt, dass dort sechs Jahre nach der Schlacht, die „bleichenden Gebeine“ eingesammelt und bestattet wurden.

Von Michael Brakemeyer

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