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Göttingen Schüler flexen und schweißen Ameisen
Die Region Göttingen Schüler flexen und schweißen Ameisen
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00:19 24.06.2018
Das Kunstwerk "Ameisenhaufen" ist auf dem Verkehrskreisel Königsallee/Hagenweg installiert worden. Die Projektleiter Jürgen Dürr (l.) und Willi Dröge freuen sich über die Arbeit des Schüler-Teams, zu dem der 13-jährige Justin gehört. Quelle: Markus Hartwig
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Göttingen

Fernbleiben vom Unterricht, Schulangst – die Gründe, weswegen Erfolg in der Schule ausbleibt oder gar der Schulabschluss gefährdet sein kann, sind vielfältig. Diesen Schülern nehmen sich die Teams der städtischen Projekte „Jugend stärken im Quartier“ sowie „Schulpflichterfüllung in Jugendwerkstätten“ an, wenn sie von Schulen entsprechend informiert werden. Gemeinsam lassen die Jugendlichen ihrer Kreativität dort freien Lauf.

Die aktuelle und jetzt beendete Arbeit nennt sich „Ameisenhaufen“. Ideengeber war Willi Dröge, der für das Projekt „Schulpflichterfüllung in Jugendwerkstätten“ verantwortlich ist und sich von geschweißten, rostigen Skulpturen in verschiedenen Städten hat inspirieren lassen. Für das Kunstwerk, mit dem im vergangenen September begonnen wurde, ist Metallschrott recycelt worden. Darunter finden sich Besteck und Autoteile vom Kotflügel bis hin zur Federung. All diesem wurde von den Jugendlichen in der Jugendwerkstatt „Bike Inn“ ein neues Aussehen gegeben.

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Grundlagen der Metallverarbeitung kennengelernt

Die Teile wurden mit der Flex bearbeitet und geschliffen, gebogen und schließlich zu elf neuen Objekten, den „Ameisen“ samt einem Ameisenhaufen-ähnlichem Domizil, zusammengeschweißt. Ganz nebenbei haben die zehn Teilnehmer im Alter von zwölf bis 17 Jahren die Grundlagen der Metallverarbeitung kennengelernt und ihre Vorstellungen in ein Kunstobjekt einfließen lassen.

Mit der Teilnahme hätten die älteren Jugendlichen ihre Schulpflicht erfüllt und das Metallprojekt habe dabei geholfen, „dass die Teilnehmer sich nicht ausklinken“, erläuterte Jürgen Dürr, der die Leitung von „Jugend stärken im Quartier“ innehat. Siegfried Lieske (Grüne), Dezernent für Schule und Jugend, bedauerte in seinen Grußworten mit einem Augenzwinkern, dass er nur dann eingeladen werde, wenn Projekte bereits fertiggestellt seien. „Das eigentlich Spannende ist dann schon gelaufen“. Das Entscheidende am Projekt „Ameisenhaufen“ sei das „Gestalten mit Sinn und Verstand“. Die Schüler hätten ein Kunstwerk für den öffentlichen Raum geschaffen, das wahrgenommen werde.

Kaum mehr als 40 Euro Materialkosten

Kaum mehr als 40 Euro Materialkosten habe man für den Rohstoff Schrott aufbringen müssen, so Jürgen Dürr. Zudem habe er in den vergangenen Wochen „eine bemerkenswert gute Teamarbeit und Hilfsbereitschaft untereinander“ bemerkt. Diese Gruppe löse sich jetzt auf. Nach den Sommerferien werde sich eine neue Gruppe Jugendlicher bilden. Das Thema sei noch nicht festgelegt, etwas Handwerkliches werde es sein.

Von Markus Hartwig

21.06.2018
24.06.2018