Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Von Skimming-Fällen bei Edeka mehr als 600 Kunden betroffen
Die Region Göttingen Von Skimming-Fällen bei Edeka mehr als 600 Kunden betroffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:46 16.11.2011
EC-Cash-Gerät: Kartenleser manipuliert. Quelle: Theodoro da Silva
Anzeige
Göttingen/Kassel

Weitere 160 Edeka-Kunden wurden nach Erkenntnissen der Polizei Kassel durch dieselbe Täterbande in einem Edeka-Markt in Kassel geschädigt. Hier liege der Schaden jenseits der 150 000 Euro. Und weil fast alle Kunden der Sparkasse ihre Schäden direkt mit ihrem Kreditinstitut abgewickelt haben und nur als Sammelanzeige in die Göttinger Statistik eingehen werden, muss man die Gesamtzahl der Geschädigten wohl auf mehr als 600 Kunden mit einem Gesamtschaden von voraussichtlich 700 000 bis 900 000 Euro schätzen.

Gestern bestätigte Polizeisprecher Joachim Lüther, dass die Göttinger Ermittler von einem Zusammenhang mit dem Kasseler Fall ausgehen. Das bestätigt auch seine Kollegin von der Fulda, Sabine Knöll.
Während in Göttingen die drei manipulierten EC-Kartengeräte offenbar zwischen dem 10. Oktober und 5. November Kundendaten samt Geheimnummer speicherten und über W-Lan weiterfunkten, war in Kassel offenbar lediglich ein Kartengerät manipuliert. Deshalb wohl auch die geringere Zahl der Geschädigten.

Anzeige

Der Glücksfall für die Ermittler: In Kassel konnten alle EC-Geräte rechtzeitig sichergestellt werden, während in Göttingen die drei manipulierten Geräte bei einem Einbruch gestohlen wurden. Das heimlich mit einem elektronischen Zusatzbauteil ausgestattete Gerät aus Kassel hingegen kann jetzt den Technikern der Polizei Hinweise darauf geben, wie der Trick funktionierte – und gegebenenfalls, wie er verhindert werden kann. Das Gerät wurde zur technischen Auswertung an das Bundeskriminalamt weitergeleitet, das ebenfalls gegen die internationale Bande ermittelt.

Die Sparkasse Göttingen habe die Bearbeitung der betrügerischen Abbuchungen mittlerweile abgeschlossen, erklärte Sparkassen-Sprecher Michael Rappe. Statt ihren Kunden die Abwicklung ihres jeweiligen Schadens mit dem zentralen Sparkassen-Haftungsfonds individuell zuzumuten, sei man in Vorleistung getreten und habe die Verluste vorab ausgeglichen. Die Sparkasse werde jetzt die Einzelfälle per Sammelverfahren mit dem Haftungsfonds abrechnen. Die Volksbank verfährt auf ähnliche Weise mit ihren 24 geschädigten Kunden, erklärt Volksbank-Sprecher Lutz Kinateder.

ck/hein