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Göttingen Von der Milch zum Käse: Ferien auf dem Bauernhof
Die Region Göttingen Von der Milch zum Käse: Ferien auf dem Bauernhof
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18:44 13.07.2009
Respekt: Katharina (rechts) stellt Malte, Niklas, Linus Lee, Mark, Tim und Carolin (von links) Rind Renchen vor.
Respekt: Katharina (rechts) stellt Malte, Niklas, Linus Lee, Mark, Tim und Carolin (von links) Rind Renchen vor. Quelle: Hinzmann
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Niklas dreht und dreht. Der Zehnjährige kurbelt an einer metallenen Zentrifuge, mit der man das Fett von der Milch trennen kann. Weiße Flüssigkeit läuft in zwei Schüsseln. Eine ist etwas dickflüssiger als die andere. Nein, nein, anstrengend sei das nicht, wehrt Niklas ab. Und dann – kurz bevor ihn doch die Kraft verlässt – erlösen ihn die Mitarbeiterinnen des Schulbauernhofs.

Fett ist aber nur ein Bestandteil der Milch, lernen die Rosdorfer Kinder. Hinzu kommen noch Eiweiß, Milchzucker, Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium. „Das ist gut für eure Knochen“, sagt Katharina, die zusammen mit Marie-Kathrin und Miriam durch den Tag führt. Zu großen Teilen aber besteht Milch ganz einfach aus Wasser.

Nachdem Niklas mithilfe der Zentrifuge fettarme Milch hergestellt hat, lernen die Kinder, wie man Käse herstellt. Dazu geben sie 40 Milliliter Buttermilch in einen Liter Milch und rühren das Ganze um. Diesem Gemisch müssen sie dann noch sechs Tropfen Lab untermischen, ein Stoff, der dafür sorgt, dass aus der Flüssigkeit in kurzer Zeit eine Art Pudding wird. „Ganz vorsichtig tröpfeln“, sagt Miriam, „sonst kommt sofort ein ganzer Schwall aus der Flasche.“ Als Letztes muss die Flüssigkeit noch erwärmt werden. Dann wird der Topf mit einer Decke zugedeckt. „Der muss jetzt erstmal schlafen“, erklärt Katharina den verdutzten Kindern.

Kälber streicheln

So lange, wie der Käse ruht, schauen sich die Kinder die Tiere an, die die Milch produzieren: Kühe. Nach einem Abstecher im großen Stall geht es per Fußmarsch über matschige Feldwege zu den Kälbern Venia und Mika sowie Renchen, einem einjährigen Rind. Nach anfänglichem Respekt trauen sich die Kinder schnell auf die Weide und streicheln die Tiere. „Wie süß“, ruft Carolin, „das Kalb hat an meinem Finger geleckt.“ Und Malte findet es „ganz lustig“, Mika unter dem Hals zu streicheln. „Das ist so schön weich“, sagt er.

Nach dem Marsch zurück zum Hof müssen sich die Kinder erst einmal stärken. Und dann wecken sie den Käse auf.

Von Andreas Fuhrmann