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Göttingen Vorfahrt für Busse: So intelligent sind die Ampeln in Göttingen
Die Region Göttingen Vorfahrt für Busse: So intelligent sind die Ampeln in Göttingen
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21:28 24.09.2019
Fußgänger bekommen nicht mehr an allen Ampeln automatisch grünes Licht. Sie müssen - oder positiver ausgedrückt - sie können die Ampel bei Bedarf betätigen. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Etwas geht vor in Göttingen. Die Ampelzeiten sind nicht mehr das, was sie einmal waren. Autofahrer merken das, weil sie öfter Rot haben, Fußgänger merken das, weil sie nicht mehr automatisch Grün bekommen. Alles Absicht: Veränderte Schaltprogramme an den Lichtsignalanlagen (LSA) sollen den Busverkehr beschleunigen. Der Umbau der Göttinger Ampeln vollzieht sich seit 2017. Vier Ausbaustufen sind vorgesehen, drei sind abgeschlossen. Über den Stand der Dinge ist am Dienstagabend im Umweltausschuss der Stadt Göttingen berichtet worden.

Volker Maxelon, Leiter des Fachdienstes Straßen- und Wasserbau und seit einiger Zeit auch verantwortlich für die Lichtsignaltechnik, übergab das Wort nach einer kurzen Einführung an seinen Mitarbeiter Normen Matzner. Knapp 60 der 110 Ampeln im Göttinger Stadtgebiet sind bereits modernisiert, besitzen technische Intelligenz, weitere 20 sollen noch auf diesen Stand gebracht werden. Das gesamte Projekt kostet rund fünf Millionen Euro, das Land fördert zu 75 Prozent. Primäres Anliegen ist es, die Reisegeschwindigkeit der Busse zu erhöhen.

Unfallschwerpunkte entschärft

Viele Anlagen, so Matzner, seien bis zu 40 Jahre alt. Mit der Erneuerung (inklusive Schächte und Masten) sei auch der Einbau einer LED-Technik verbunden gewesen, die Einsparung an Energiekosten liege bei 50 Prozent. Im Zuge der Arbeiten seien zudem Unfallschwerpunkte entschärft, Bordsteinkanten abgesenkt und Schäden an Fußwegen behoben worden. Göttingen werde nach dem Abschluss der Stufe vier über eines der modernsten LSA-Netze deutschlandweit verfügen, hieß es.

Kürzere Wartezeiten an Ampeln

In den vergangenen Jahrzehnten liefen die Ampeln in starren Umlaufzeiten, erklärte Christina Klafs vom beauftragten Hamburger Büro „Logos“ den Unterschied. Das Ziel sei es, von diesen starren und unflexiblen Umläufen wegzukommen, hin zu bedarfsorientierten, verkehrsabhängigen Steuerungen. Verkürzte Umlaufzeiten würden die Wartezeiten an den Ampeln verkürzen. „Wo es einen Vorteil gibt, gibt es auch einen Nachteil“, wurde der Planer ein Stück weit philosophisch: „Das sind die verkürzten Grünzeiten.“ Praktisch sei es so, dass das Programm schneller durchlaufe, wenn nur ein Auto an der Ampel stehe - ist es über die Kreuzung gefahren, wird die Grünzeit abgebrochen.

„Grüne Welle“ gibt es nicht mehr

Das große Ziel, Busse ohne Halt über die Kreuzungen zu bringen, funktioniere aber nicht zu 100 Prozent. Moderne Technik im Bus meldet der Ampel das Heranfahren. Induktionsschleifen, Radar, Video- und Wärmebildtechnik würden erkennen, welche Verkehrsteilnehmer – ob Bus, Autos, Fahrradfahrer oder Radler – wo stehen.

Was früher unter dem Begriff „grüne Welle“ lief, heißt heute „feste Koordinierung“. Früher seien Ampeln rein auf Autoverkehr ausgerichtet gewesen, heute würden eben auch die anderen Verkehrsteilnehmer im Fokus stehen als möglichst gleichberechtigt, erklärte Klafs.

Wer vor dem Bus steht, profitiert

Nicht nur der Busverkehr, auch der Autoverkehr werde schneller – und damit attraktiver, sagte Ratsherr Francisco Welter-Schultes (Piraten), was als Kritik gemeint war. Ja, die Autos, die vor dem Bus stehen, würden natürlich profitieren von der neuen Schaltung, sagte Maxelon. Aus umweltpolitischen Gründen sei es ja auch gut, wenn der Verkehr fließt, merkte Ratsherr Hans-Georg Scherer (CDU) an. Wer das nicht wolle, könne und müsse gleich sagen: „Hauptsache die Autos haben Rot.“

Im Umweltausschuss ist auch ein Antrag der grünen Ratsfraktion diskutiert worden. Der sieht vor, die Verwaltung damit zu beauftragen darzustellen, inwiefern die neuen Schaltungen den Zielen einer Mobilitätswende und des beschlossenen „Klimaplans Verkehrsentwicklung“, also dem Vorrang für Fuß, Rad und Bus, entsprechen. In einer der nächsten Ausschusssitzungen soll das Thema insgesamt – inklusive Sachstandsbericht plus Grünen-Antrag - von der Verwaltung als „Paket“, wie es die Ausschussvorsitzende Sabine Morgenroth (Grüne) beschrieb, vorliegen. Und erneut diskutiert werden.

Von Ulrich Meinhard

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