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Göttingen Auf leisen Reifen lautstark unterwegs
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17:05 22.07.2019
Wacken-Opa Günni tourt „lautstark gegen Krebs“ Zwischenstopp in Göttingen am 22. Juli Quelle: lel
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Göttingen

90 Kilometer haben sie schon geschafft, 434 sollen am Ende auf dem Zähler stehen: Günter „Wacken-Opa Günni“ Jacobs, Ralf Deuter und Michael Schewe haben auf ihrer Spendentour Halt in Göttingen gemacht. Für „Lautstark gegen Krebs“ fährt der 71-jährige Jacobs im Rollstuhl mit e-fix-Motor aus dem hessischen Fritzlar bis hoch nach Wacken zum Festival Wacken Open Air (WOA). Am Montag, 22. Juli, haben sie gegen 10 Uhr Göttingen erreicht und standen für eine Stunde am Gänselieselmarkt, bevor es für sie weiter nach Nörten-Hardenberg, Northeim und Einbeck ging.

Wacken-Opa Günni tourt „Lautstark gegen Krebs“: Beim Zwischenstopp in Göttingen am Montag, 22. Juli, von 10 bis 11 Uhr, informieren Günni, Ralf und Michael über die Aktion und sammeln Spenden. Die nächsten Halte sind Nörten-Hardenberg (13.30 bis 14.30 Uhr) und Northeim (17.30 bis 18.30 Uhr).

Bürgermeister Ulrich Holefleisch begrüßte die Gruppe vor dem Alten Rathaus und bedankte sich im Namen der Stadt für ihren Besuch. „Diese Initiative passt gut zur Stadt Göttingen, das Projekt ist sehr fördernswert“, sagte Holefleisch.

Das Gänseliesel fährt jetzt mit. Quelle: lel

Er überreichte zur Erinnerung Gänseliesel-Pins, die die drei sofort an ihren Kutten und T-Shirts anbrachten. Für seine Spende bekam der Bürgermeister eins der „Lautstark gegen Krebs“-Silikonbändchen.

Passanten bleiben stehen und hören sich an, wofür die drei Männer on tour Spenden sammeln. Quelle: lel

Spende, Selfie und Bändchen

So eines wollten auch Passanten, die stehen blieben. „Ich hab von der Aktion gelesen und wollte Sie einfach mal kennenlernen“, sagte Michaela Schmidt aus Göttingen, als sie an den Stand kam. Die Spende folgte, ein Selfie mit Günni war auch drin. Andere blieben verwundert vor dem Wohnwagen stehen, betrachteten die Festival-Plakate darauf und erschraken sich, als „Günni“ ihnen zurief: „Jetzt komm mal her, wir sind Lautstark gegen Krebs, ich erzähl dir was dazu!“

So erreichte das Team immer wieder schlendernde Innenstadtbesucher, die auch gern zu einer Spende bereit waren. Ab und zu teilten die Spender auch persönlichen Geschichten zu Krebserkrankungen mit der Gruppe. Die meisten gingen mit einem Bändchen am Arm weiter.

„Auf dem Wacken liefen letztes Jahr fast alle mit den Bändchen herum“, sagt Jacobs. Auch dieses Jahr soll das so sein – aber nicht ausschließlich. „Wir haben schon viele Bändchen vergeben an eifrige Spender seit unserem Start beim Rock am Stück-Festival“, so Deuter. „Hoffentlich übergeben wir wieder einen Riesenbetrag.“

Mit 6 km/h über Land

Die Spendendosen fahren zusammen mit dem Stand und allen lebenswichtigen Ressourcen mit im Shuttle, das Schewe steuert. Deuter und Jacobs sind auf E-Bike und E-fix-Rollstuhl meist mit sechs km/h unterwegs. „Gestern hatten wir eine solche Berg- und Talfahrt, dass wir erstmal alle vier Akkus nachladen mussten“, erzählt Deuter und meint damit nur die Akkus von Jacobs’ Rollstuhl. „Ich selbst musste schon 20 Kilometer treten – das geht in die Beine, aber nach der Tour bin ich bestimmt wieder ein sehr geübter Radfahrer.“

An den Stationen müssen sie immer ans Nachladen denken. „Sonst haben wir ein echtes Problem mitten im Grünen.“ Kleinere Pannen machen der Crew nichts: „Eine Rolle mussten wir schon tauschen“, so Deuter, „aber der Rolli fährt wieder wie neu.“

Wacken-Opa Günni liest das Göttinger Tageblatt von Sonnabend. Quelle: lel

Um die 25 Stationen hat sich das Bündnis zur Unterstützung von Krebsberatungsstellen, Kliniken und Ehrenamtlichen vorgenommen. Die Route haben sie nach Fahrradfreundlichkeit ausgesucht. „Mit dem Transporter hier durch die Fußgängerzone zu kommen, war ganz schön schwierig“, gibt Schewe lachend zu. „Aber wichtig ist ja auch, dass die anderen auf ihren jeweils zwei Rädern gut vorankommen.“

Liegen bleiben ist nicht drin

Das E-Bike darf genauso wenig liegen bleiben wie der Rollstuhl. Die Sanitäterausrüstung ist auf dem Gepäckträger fest gezurrt. „Ralf ist mit mir als Freund unterwegs, aber er ist auch Rettungsassistent und kann im Notfall die Erstversorgung übernehmen“, so Jacobs. Deuter hat seinen gesamten Jahresurlaub durch die Wacken-Tour aufgebraucht.

„Aber es ist für eine gute Sache und es macht uns auch Spaß“, betont er. Auch wenn er selbst im Urlaub immer einsatzfähig sein müsse. Schewe hat noch zwei Wochen Urlaub nach dem Wacken Open Air. „Aber die kommen noch weg, wir haben noch ein paar Festivals vor uns. Erstmal geht es aber Station für Station nach Wacken!“ Am Mittwoch, 31. Juli, wird die Crew um 18 Uhr auf der Hauptstraße von Wacken erwartet – pünktlich zum Festivalstart.

Die drei nächsten Stationen der Tour:

Montag, 22. Juli, 17.30 bis 18.30 Uhr: Northeim, Marktplatz

Dienstag, 23. Juli, 9 bis 10 Uhr: Einbeck, Altes Rathaus

Dienstag, 23. Juli, 15.30 bis 16.30 Uhr: Alfeld, Leinstraße

Von Lea Lang

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