Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Wärmetrend gebrochen: 2010 war zu kalt
Die Region Göttingen Wärmetrend gebrochen: 2010 war zu kalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:48 11.01.2011
Von Britta Bielefeld
Winterliche Idylle am Schloss Jühnde: Wasser, Schnee und Kälte schaffen im Zusammenspiel neue Formen.
Winterliche Idylle am Schloss Jühnde: Wasser, Schnee und Kälte schaffen im Zusammenspiel neue Formen. Quelle: Mischke
Anzeige

„Erstmals seit 1996 haben wir ein Jahr, das zu kalt und nicht zu warm ist“, sagt Harald Frischtatzky vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die 2010-er Jahresmitteltemperatur von 8 Grad lag um 0,4 Grad unter dem Soll. „Besonders der Januar und der Dezember haben zu der negativen Abweichung beigetragen“, so der Mitarbeiter der Wetterwarte in Geismar.

Für Göttingen fielen die Temperaturwerte vergleichsweise extrem aus. Es wurden zehn Tage mit mehr als 30 Grad (heiße Tage) und 34 mit mehr als 25 Grad (Sommertage) aufgezeichnet. Das waren deutlich mehr als die üblichen fünf Hitze- und 30 Sommertage. Noch kräftiger schlug die Kälte zu: An 113 Tagen ist die Quecksilbersäule unter Null Grad gefallen (der Mittelwert liegt bei 75 Tagen). Frischtatzky: „Nur 1947 wurden noch mehr Frosttage gemessen“. Und: An 57 Tagen kletterte die Temperatur den ganzen Tag über nicht über Null Grad. Das nennt man dann Eistage. Nur zwei Mal in der Geschichte der Wetteraufzeichnung im Jahr 1927 wurden mehr Eistage gezählt. Rekord: 94 Tage lang lag im vergangenen Jahr eine geschlossene Schneedecke. „Noch nie zuvor haben wir so viele Tage mit Schneedecke in Göttingen beobachtet“, so Frischtatzky. Viel Frost und dazu viel Niederschlag: Auch in dieser Kategorie steht das Jahr 2010 auf der Gewinnerseite. Mit knapp 703 Litern pro Quadratmeter weist die Bilanz 109 Prozent des Mittelwertes auf. Tagesrekord: Gut 47 Liter am 26. Juli. Durchschnittlich fiel nur der Sonnenschein aus. Der Durchschnittswert in Göttingen beträgt 1421 Stunden. 2010 legte fast eine Punktlandung hin: 1422 Stunden lang schien die Sonne über der Wetterwarte Geismar. Zu kurz kamen die Gewitter. „Wir haben an 17 Tagen Gewitter registriert“, sagt Frischtatzky. Zuletzt gab es vor 16 Jahren, nämlich 1994 weniger Gewitter: Damals blitze und donnerte es an 12 Tagen über der Stadt.