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12:50 15.12.2018
Schüler des Hainberg-Gymnasiums demonstrieren für den neuen Anbau ihrer Schule. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

Viele Göttinger Schulen zerbröseln oder platzen aus allen Nähten. Oder beides. Der städtische Ehrgeiz, diese Missstände anzugehen, hält sich allerdings in überschaubaren Grenzen. Exemplarisch lässt sich das am Hainberg-Gymnasium und seinem 56 Jahre alten „Neubau“ beobachten.

Denn die ursprünglichen 300.000 Euro, die für die Planung der erforderlichen Maßnahmen im Etatplan 2019/20 eingestellt wurden, sind im vorliegenden Haushaltsentwurf nicht mehr enthalten. Unsere Stadt hat nämlich offenbar viel dringendere Bauprojekte, die der Hinwendung bedürfen und bezahlt werden müssen. So wurden erst letzte Woche im Bauausschuss verschiedene Varianten der zukünftigen Straßenführung an der Stadthalle diskutiert. Und offenbar gilt hier klotzen statt kleckern - ganz im Gegensatz zur Schulgebäudesituation. Denn den SPD-Plan, für knapp neun Millionen Euro (sic!) eine unterirdische Strecke zwischen Cheltenhampark und Albaniplatz zu bauen, kann man eigentlich nur als größenwahnsinnig bezeichnen. Zumal wir ja von den Baustellen „Kunstquartier“ und „Stadthalle“ wissen, dass aus neun Millionen schnell mal elf oder zwölf werden können, weil die Baubranche boomt und die Kosten „über den Markt fliegen“ (Obelix).

Der mit Abstand sinnvollste Vorschlag in der Diskussion kam von Ratsherr Gerd Nier (schade übrigens, dass der Mann bald kein Ratsmitglied mehr ist), der völlig zu Recht fragt, ob man die Straße nicht einfach so belassen könnte, wie sie ist. Aber es steht zu befürchten, dass diese simple und naheliegende Idee den anderen Ausschussmitgliedern zu popelig ist. Ratsherr Hans-Otto Arnold zum Beispiel ist nämlich „stolz auf unser Innenstadt-Leitbild“ (schon toll, worauf man so alles stolz sein kann) und deshalb muss umgehend eine Grünverbindung vom Albaniplatz zum Deutschen Theater her, „zwecks Erhaltung und Inszenierung des kulturellen Erbes der Stadt“ (Innenstadtleitbild).

Nun gibt es das Hainberg-Gymnasium zwar schon seit 1866, doch offenbar gehört es nicht zum kulturellen Erbe unserer Stadt, sonst würde man es ja erhalten und inszenieren. Aber vielleicht ist es kurz vor Weihnachten im Bauausschuss auch nicht anders als zuhause. Da ist es ja auch viel schöner, sich um den Zuckerguss auf den Keksen zu kümmern, als um die Grundnahrungsmittel.

Sie erreichen die Autor unter Redaktion@goettinger-tageblatt.de

Von Lars Wätzold

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