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17:00 23.08.2019
Lars Wätzold Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Wie das Tageblatt berichtet, will nun also ein Anwohner der Kirche in Ellierode-Hettensen einen Prozess gegen die dortige Kirchengemeinde anstrengen, weil ihm die Glocke zu laut läutet. Er ist zwar selbst Gemeindemitglied, aber solch vermeintliche Illoyalität ist heutzutage überhaupt nichts ungewöhnliches mehr. Im ostdeutschen Landtagswahlkampf haben die CDU-Landesverbände ja auch kein Interesse daran, dass Merkel oder AKK zum großen Geläut vorbeikommen, weil sie Angst haben, dass die letzten Gläubigen sich dann die Ohren zuhalten. (Wenigstens dieses Problem hat die SPD zur Zeit übrigens nicht; allerdings weniger, weil es bei den Genossen gerade so harmonisch zugeht, sondern schlicht, weil sie niemanden haben, der fürs Läuten in Frage käme. Obwohl: Wenn Karl Lauterbach in Vorbereitung auf höhere Aufgaben den Einheizer in Sachsen gäbe, hätte das sicher einen ganz eigenen Unterhaltungswert.)

Viele Jahre kirchnah gewohnt

Doch zurück nach Hettensen. Der Anwohner hatte flugs 20 gleichgesinnte Unterschriften zusammen, denen das Totengeläut und der Viertelstundenschlag auch zu laut waren. Ich hätte da sicher auch unterschrieben, ich habe nämlich viele Jahre selbst kirchnah gewohnt und weiß, wie laut die Viertelstunde schlagen kann. Außerdem will man das Versterben der Verstorbenen mit dem Totengeläut ja nur mitteilen und sie nicht wieder zum Leben erwecken. Das sah dann wohl auch der Kirchenvorstand so, verkürzte das Totengeläut und dämpfte den Viertelstundenschlag. Also alles in Butter? Denkste! Bei der nächsten Gemeindesitzung meldeten sich nämlich dann diejenigen zu Wort, die alles wieder so haben wollten, wie es davor war. Also wurde eine Abstimmung durchgeführt, die zu Gunsten der Freunde des üppigen Glockenklangs ausging und deshalb wird nun erstmal unvermindert weiter geläutet und das sich gestört fühlende Gemeindemitglied beschreitet den Klageweg.

Vor dem Trümmerhaufen

Doch wo soll das denn hinführen? Der erste Prozess kann sich ja schon bis zu drei Jahre hinziehen, und wenn es dann noch durch die weiteren Instanzen geht, sind zehn Jahre nix. Und am Ende droht die Gemeinde vor einem Trümmerhaufen zu stehen, und Harmonie und Hörvermögen sind zum Teufel. Der einzige Ausweg aus diesem Drama kann deshalb nur ein Gottesurteil sein. Drum Herr, bitte tu den Deinen in Hettensen Deinen Willen kund, so dass sie sich alle dran halten können. Sprich ein Machtwort – aber wenn’s geht, nicht zu laut.

Den Autor erreichen Sie per E-Mail an redaktion@goettinger-tageblatt.de

Von Lars Wätzold

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