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Göttingen Wir werden angegriffen
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20:52 08.11.2019
Bewohner der Hausgemeinschaft Goßlerstraße 17a stehen vor dem Unterstand, an dem bislang unbekannte Täter in der Nacht zum Montag einen Brandanschlag verübten. Quelle: r
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Göttingen

Letzte Woche fragte ich an dieser Stelle noch ironisch, ob nach dem erschütternden Wahlerfolg der AfD in Thüringen eine Braunhemdenparade in Fretterode drohe. Dem war nicht so, stattdessen sind die Braunhemden offenbar bei uns in Göttingen aufgeschlagen und haben hier ihre Spuren hinterlassen.

Nun muss man ja wirklich nicht jedes Edding-Hakenkreuz auf dem Campus dramatisieren. Wenn aber eine Säule vor der Uni-Bibliothek mit Hakenkreuz und SS-Runen beschmiert wird, darunter „Wir kommen“ steht und in derselben Nacht in unmittelbarer Nähe am Kreuzbergring ein Brandanschlag mit Brandbeschleuniger auf ein studentisches Wohnhaus verübt wird, dann hat das schon eine beängstigende Qualität, denn dann sind „sie“ nämlich wirklich da gewesen.

Und das nicht zum ersten Mal; vielmehr reiht sich dieser Anschlag in eine ganze Liste von Angriffen und Überfällen ein. Und ich bin ganz bei der betroffenen Hausgemeinschaft, wenn sie erklärt, dass dieser Angriff nicht nur gegen sie gerichtet war, sondern gegen uns alle, die wir nicht in ein rechtsextremistisches Weltbild passen wollen.

Und dem Appell der Wohnrauminitiative „an die vielfältige Göttinger Zivilgesellschaft, sich öffentlich den Rechten entgegenzustellen“ sollten wir zahlreich nachkommen. Denn nur so können wir den rechten Brandstiftern und Einschüchterern zeigen, dass sie wenige und wir viel mehr sind und dass wir es nicht hinnehmen, wenn sie unsere Nachbarn angreifen, weil sie damit uns angreifen.

Und das scheint mir doch das Mindeste zu sein, um sich dem entgegen zu stellen, was sich da gerade in unserer Stadt und unserer Gesellschaft Bahn zu brechen versucht.Ein absolut verheerendes Signal ist es hingegen, wenn aus der Thüringer CDU Forderungen nach Gesprächen mit der AfD laut werden, also mit dem völkisch-nationalistischen „Flügel“ unter dem Rechtsradikalen Höcke, der meint, unsere Demokratie befinde sich „im letzten Degenerationsstadium“ und in seinem Gesprächsband geradezu hitleresk droht: „Wenn einmal die Wendezeit gekommen ist, dann machen wir Deutschen keine halben Sachen.“ Die Leute im Kreuzbergring ahnen jetzt schon, was gemeint sein könnte.

Von Lars Wätzold

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