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Göttingen Waldbrandgefahr: Risikostufe 4 im Bereich des Forstamts Reinhausen
Die Region Göttingen Waldbrandgefahr: Risikostufe 4 im Bereich des Forstamts Reinhausen
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00:23 06.07.2019
Aufgrund hoher Temperaturen steigt die Waldbrandgefahr. Quelle: dpa
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Im Wald und in Waldnähe gelten Grundregeln der Gefahrenabwehr:

Keine Fahrzeuge mit (heißem) Katalysator über trockenem Gras oder leicht brennbarem Material wie Reisig parken; „niemals im Wald rauchen“, und auch in Waldnähe dürften Zigarettenkippen nicht achtlos weggeworfen werden; ebenso wie bei Zigaretten sei es nicht überflüssig immer wieder darauf hinzuweisen, auch das zweite Verbot zu beachten: „kein offenes Feuer“, das sogar im Winter nur „an fest definierten Orten“ im Wald vom Forstamt genehmigt werde – „aber das sind Ausnahmen“, so Pampe.

Ein Funke reicht. „Wir wissen, dass es im Harz bei Riefensbeek bereits ein Feuer in Buchenbeständen gab“, sagt Pampe. Bislang sei im Bereich des Forstamts Reinhausen nichts passiert. Pampe und Team sind für ein Gebiet zuständig, das vom Northeimer Wald bis nach Reiffenhausen/Friedland, entlang der Grenze zu Thüringen bis zum Harz reicht - „die Westgrenze bildet in etwa die A7“. Hier herrschte in der Vergangenheit eher Gelassenheit. „Waldbrände gab es selten“, sagt Pampe. „Südniedersachsen wurde relativ unkritisch gesehen.“ Die aktuell dritte von fünf Gefahrenstufen könnte eine Abkehr von dieser Haltung bewirken.

0 Mit der Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr: Wald an der Plesse bei Eddigehausen. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Die Europäische Union verwende in den Mitgliedsländern die Kategorien geringes, mittleres und hohes Risiko für Waldbrandgefahr, sagt Helmut Beuke, Betriebsdezernent der Niedersächsischen Landesforsten. Südniedersachsen sei mit „gering“ eingestuft worden. Die Begründung: „Höhere Niederschläge, mehr Laubbaumbestand“. Seit vergangenem Jahr sei das Waldbrandrisiko insgesamt „deutlich angestiegen und wird sich weiter erhöhen“, so Beuke. „Inwieweit und wann die EU“ diese Tendenz in ihre Kategorisierung aufnimmt, „weiß ich nicht, aber anpassen müssen sie.“

Auch in Laubbaumbeständen kann es zu Bränden kommen

Die Baumart spiele keine entscheidende Rolle mehr, wie der Brand im Harz gezeigt habe, betont Pampe. „Auch in Laubbaumbeständen kann es durchaus zu Bränden kommen. Deutlich stärker gefährdet sind Nadelhölzer. Und auf Kulturflächen, also Freiflächen nach Stürmen oder Borkenkäferbefall, kann es durch trockene Resthölzer oder trockenes Gras sehr leicht zu Bränden kommen.“ Letzteres sei in Bereichen im Reinhäuser Wald gegeben: „Mit zum Teil erheblichen Nadelholzanteilen und dort, wo durch Borkenkäferbefall abgestorbenes Holz liegt, das wir noch nicht abtransportieren konnten.“

Zum Vergleich: In Soltau wurde am Dienstag, 25. Juni, für die Lüneburger Heide, in der die stark brandgefährdete Kiefer wächst, „Stufe 4, die zweithöchste Einstufung an mehreren Stationen“ bekannt gegeben, so Waldbrandwächter Beuke. Außerdem habe „an drei Stationen Stufe 5“ gegolten.

Tägliche Vorhersage durch den Deutschen Wetterdienst

Der Deutsche Wetterdienst gebe täglich eine Vorhersage, den sogenannten Waldbrandgefahrenindex (WBI) für Niedersachsen heraus, den der Leiter des Forstamtes Reinhausen im Blick hat. Göttingen wird in dieser Woche konstant mit der Stufe 3 gelistet – Stufe 2 ist nicht mehr vertreten. Zudem, so Andrea Riedel-Elsner vom Bereich Kommunikation des Landkreises Göttingen, stelle der DWD den Graslandfeuerindex zur Verfügung – ein Register für die Feuergefährdung von offenem Gelände.

Mit der Trockenheit steigt die Waldbrandgefahr – so auch im Wald an der Plesse bei Eddigehausen. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Bodenvegetation und Freiflächen sind Faktoren der Risikoeinordnung

„Neben dem meteorologischen Potenzial spielen natürlich örtliche Faktoren eine Rolle, zum Beispiel die Baumart, die Art der Bodenvegetation und das Vorhandensein von abgestorbenen, trockenen Bäumen oder Resthölzern“, betont Forstamtsleiter Pampe.

Trockene Hölzer seien durch die Stürme der vergangenen 18 Monate und „die seit vergangenem Sommer grassierende Borkenkäferkalamität in unseren Wäldern in deutlich größeren Mengen vorhanden als das normalerweise der Fall ist“.

Die Baumart spiele keine entscheidende Rolle mehr, wie der Brand im Harz gezeigt habe, betont Axel Pampe. „Auch in Laubbaumbeständen kann es durchaus zu Bränden kommen.“ Quelle: r

Enge Abstimmung zwischen Stadtwald-Chefin und Feuerwehr

Leiterin des Fachdienstes Stadtwald und Waldbrandbeauftragte ist Lena Dzeia. „Sie stimmt sich eng mit der Berufsfeuerwehr ab. Hier gibt es geschulte Mitarbeiter, die für die Ausbildung von Wald und Vegetationsbrandbekämpfung zuständig sind“, so Cordula Dankert, stellvertretende Pressesprecherin im Neuen Rathaus.

Die kommunale Regionalleitstelle habe rund um die Uhr Zugriff auf den Waldbrandgefahrenindex und „kann gegebenenfalls über die Plattform ,KATWARN’ Informationen und Warnungen an die Bevölkerung herausgeben.“

Dieses Tanklöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Göttingen ist speziell für Einsätze in Waldbrandgebieten geeignet. Quelle: r

Berufsfeuerwehr Göttingen auf Waldbrände „generell eingestellt

Sollte es zum Waldbrand kommen, so Dirk Reinecke, Einsatzplaner der Berufsfeuerwehr Göttingen, seien die Abläufe klar definiert – vom „Pufferbehälter für Wasserpendelverkehr“ bis zu einem speziellen Tanklöschfahrzeug. „Aufgrund der Wetterlage in den vergangenen Jahren erhöht sich wahrscheinlich die Waldbrandgefahr. Darauf sind wir generell eingestellt.“

Grundregeln im Wald: Rauchverbot, kein offenes Feuer

Im Stadtwald gilt bis zum 31. Oktober „ein allgemeines Rauchverbot“.

Auch in Waldnähe gilt: Keine Zigaretten achtlos wegwerfen; nicht den Arm aus dem Autofenster haltend, mit Zigarette in der Hand, durch den Wald fahren. Keine Kippen aus dem Auto werfen.

Autos mit Katalysatoren nicht über trockenem Gras parken.

Kein offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe.

Nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes: Keine Glasflaschen, Blechdosen oder Folien im Wald liegen lassen, denn dieser Abfall kann wie ein Brennglas wirken und Feuer entfachen.

Jeden Waldbrand unverzüglich unter der Notrufnummer 112 melden.

Haftpflichtversicherung übernimmt Kosten bei Fahrlässigkeit

Wer einen Waldbrand verursacht, „sollte unbedingt eine private Haftpflichtversicherung haben“, teilt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft auf seiner Homepage www.gdv.de mit. „Die Haftpflichtversicherung übernimmt, je nach Einzelfall, den Schaden. In der Haftpflicht ist lediglich vorsätzliches Handeln ausgeschlossen und somit nicht versichert, grobe Fahrlässigkeit ist hingegen inbegriffen.“

Hinweisschilder zum Grillen in Göttinger Parkanlagen

Im Wald und am Waldrand „hält die Stadt keine Grillplätze mit Grill-Vorrichtungen vor“, teilt die stellvertretende Pressesprecherin der Stadtverwaltung mit. Sport- und Heimatvereine sowie Dorfgemeinschaften hätten allerdings Anlagen mit Grills, Hütte und Sitzbereichen.

Die Parkanlagen im Stadtgebiet seien mit Schildern zu Verhaltenshinweisen versehen, auf denen das Grillen mit geeignetem Grillgerät werde. „Geeignet bedeutet hier, dass die Grills auf Beinen stehen müssen, damit der Rasen nicht verbrannt wird, wie es bei Wegwerf-Alu-Feuerschalen häufig der Fall ist.“ Für Grillasche habe die Stadt am Kiessee (südlich vom Spielschiff) Aschebehälter mit Abfalleimern und Sandsteinblöcken „im Wiesenbereich verteilt“ aufgestellt. Die Steine könnten als Ablage oder zum Sitzen beim Grillen verwendet werden. In folgenden Parks seien ebenfalls Grillaschebehältern aufgestellt worden: Schillerwiese, Cheltenhampark, Levinpark, beim Gartetalbahnhof am Leineweg, Elmpark, Pfalz-Grona-Park (nahe dem Spielplatz).

Verwaltung und Feuerwehr Northeim weisen auf Waldbrandgefahr hin

Die Stadtverwaltung und die Stadtfeuerwehr Northeim weisen ausdrücklich darauf hin, dass aufgrund der Trockenheit eine starke Brandgefahr bestehe, teilt die Pressestelle der Verwaltung mit. „Bei weiter anhaltender Trockenheit ist mit einer Verschärfung der Gefahrensituation zu rechnen“, habe Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) erklärt.

Die Gefahr bestehe nicht nur im Wald. Besonders gefährdet seien auch Felder, Grünstreifen sowie trockene Grasflächen. „Werfen Sie keine Zigaretten oder andere brennende Gegenstände in die Natur – erst recht nicht aus dem Fahrzeug. Es kann hierdurch schnell zu Bränden an Autobahnen, Bahndämmen oder anderen Straßen kommen, die in alle Bereiche übergreifen können.“

Bei Trockenheit keine Gasbrenner zum Abflammen einsetzen

Zudem solle auf Abflammen von Unkraut mittels eines Gasbrenners bei der anhaltenden Trockenheit generell verzichtet werden. Die Faktoren Windstärke, Funkenflug und Windrichtung könnten nur schwer eingeschätzt werden. Besonders gefährlich sei der Einsatz von Gasbrennern in der Nähe von trockenen Hecken und derzeit trockenen Grünflächen. „Trockene Pflanzen geraten explosionsartig in Brand“, heißt es in der Mitteilung. „Herumfliegende Samen oder Pollen wirken wie Feuerbrücken beim Durchzünden.“

Gänzlich verzichtet werden sollte bis Ende der Trockenzeit auf offene Feuer im Garten. Hierzu zählten auch Feuer in Feuerkörben und Feuerschalen. Auf das Grillen in der Natur sollte derzeit verzichtet werden. Außerdem dürfe nur auf dafür ausgewiesenen Plätzen gegrillt werden, sofern kein Grillverbot ausgesprochen ist. Auf das Grillen auf dem Balkon sollte generell verzichtet werden. Der Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien sei oft nicht einzuhalten. Zudem könne durch Funkenflug eine schnelle Ausbreitung auf andere Bereiche erfolgen.

Von Stefan Kirchhoff

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