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Göttingen Waldschlösschen: Neue Fassade und Räume
Die Region Göttingen Waldschlösschen: Neue Fassade und Räume
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19:06 25.08.2011
Von Ulrich Schubert
Mehr Platz: An der Südflanke entsteht ein Anbau für Seminarräume und Speisesaal.
Mehr Platz: An der Südflanke entsteht ein Anbau für Seminarräume und Speisesaal. Quelle: Hinzmann
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Bremke

Es entstehen zwei neue Seminarräume an der Ostflanke. Der Speisesaal wird vergrößert, die Küche modernisiert. Das Gebäude wird zusätzlich gedämmt, das Blockheizkraftwerk optimiert und der Keller saniert.

30 Jahre permanenter Ausbau und Umbau – „jetzt haben wir endlich alles abgeschlossen“, sagt Rainer Marbach, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes der Einrichtung. Das Haus sei optimal aufgestellt, Zimmer, Versorgung und Kursangebote stünden in einem optimalen Verhältnis. Weitere Anbauten seien „wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll“.

Zu den frühen Gründer- und Aufbaujahren (ab 1981) inklusive eines neuen Gästehauses (1990) im hinteren Grundstücksbereich hat Marbach keine Summen parat. 2002 aber hat die Bildungsstätte 750 000 Euro für moderne Zimmer und erste Sanierungsarbeiten im Altbau investiert, 2008 dann noch einmal 850 000 Euro für ein großes Gästehaus mit 20 Zimmern und großem Seminarraum. Das aktuelle Projekt (650 000 Euro) werde zur Hälfte aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert, so Marbach, im Rahmen der offenen Hochschule Niedersachsen. Denn die Heimvolkshochschule kooperiert mit der Uni Oldenburg.

„Die zweite Hälfte bringen wir ohne Kredite auf“, sagt Marbach. Die erforderlichen Gästezahlen und Einnahmen dafür seien gegeben. Die Akademie habe im vergangenen Jahr 259 Mehrtagesseminare mit 5167 Teilnehmern organisiert. Ihnen stehen inzwischen 52 Gästezimmer und 73 Betten zur Verfügung.

Eine Initiative mit Ehrenamtlichen hatte die Bildungseinrichtung vor 30 Jahren in dem früheren Hotel und Ausflugslokal im Reinhäuser Wald gegründet – und das marode Schlösschen auf Vordermann gebracht. Mit der Aids-Krise 1984 entwickelte sich der neue und bis heute prägende Schwerpunkt der Einrichtung heraus: Hier vernetzen sich Aids-Hilfen inklusive Aus- und Fortbildungen zur Beratung, Betreuung und anderer Themenbereiche, so Marbach. Und hier gründete sich 1986 auch der Bundesverband der Deutschen Aids-Hilfe.

1999 wurde die Seminareinrichtung staatlich anerkannte Heimvolkshochschule nach dem niedersächsischen Erwachsenenbildungsgesetz. 2003 gründete sich die gemeinnützige Stiftung Akademie Waldschlösschen – sie verwaltet die Immobilien und ist Träger der Einrichtung. Ihr Seminarangebot reicht von Hilfen zur Selbsthilfe über Gesundheit, Kunst und Sprache bis zur beruflichen Weiterbildung. Seminare zur schwulen, lesbischen und queeren Lebensweisen bilden ein besonderes Profil. Dies reicht inzwischen über die Landesgrenzen hinaus: Im September ist eine Tagung zum Thema „Out in Europe – Reflekting sexual biographies“ geplant – mit Teilnehmern aus elf EU-Staaten.

Mit einem Sonntagscafé will das Waldschlösschen-Team das Haus und sein Veranstaltungsprogramm vorstellen. Das Café und alle Bereiche sind am Sonntag, 28. August, von 15.30 bis 18 Uhr geöffnet.