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Göttingen „Sensationsfund“: Schnitzerei aus Walross-Elfenbein?
Die Region Göttingen „Sensationsfund“: Schnitzerei aus Walross-Elfenbein?
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18:14 10.04.2019
Ausnahmefund: Die Schnitzerei aus der Kuqua-Baugrube. Quelle: Stadtarchäologie Göttingen
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Göttingen

Göttingen. Einen kleinen „Sensationsfund” haben Mitarbeiter der Stadtarchäologie auf dem Gelände des Kunstquartiers Kuqua an der Düsteren Straße gemacht. Das berichteten Dezernentin Petra Broistedt und Stadtarchäologin Betty Arndt am Dienstag.

Die kleine „Sensation” ist etwa neun Zentimeter groß und einen Zentimeter dick. „Eine figürliche Darstellung aus Walross-Elfenbein oder Elefanten-Elfenbein”, so Arndt. Während des Stammtisches zum Kunstquartier stellte sie die Grabungen auf dem Gelände erneut kurz vor. Die Grabung selbst sei bereits seit Monaten abgeschlossen. „Der Keller ist fast fertig, noch vor Ostern wird Beton gegossen“, erklärte Broistedt. Ende August soll bereits Richtfest für das neue Kunsthaus gefeiert werden.

„Ich dachte, ich kippe gleich tot um“.

Die kleine Figur ist jetzt bei der Säuberung und Aufbereitung der archäologischen Funde aufgefallen, zuvor war sie mit Erde verklebt. „Ein Mitarbeiter sagte zu mir, ich glaube, ich habe hier etwas ungewöhnliches”, berichtete Arndt. „Ich dachte, ich kippe gleich tot um”, scherzte sie. Denn als unter dem Dreck die feine Schnitzerei zutage kam, war der Fachfrau schnell klar, dass es ein ganz besonderer Fund ist.

„Das Stück zeigt zwei Personen, der hintere Mann trägt zwei Vögel, der vordere eine Decke”, beschreibt sie den Fund. „Es ist sehr fein geschnitzt”. Arndt macht sich an die Arbeit, um vergleichbare Stücke zu ermitteln, und wurde fündig. Im Kölner Schnütgen Museum beispielsweise gebe es ein ähnliches Stück, gearbeitet zwischen 1150 und 1175. Weitere Spuren und Vergleichsstücke fand Arndt im Victoria und Albert Museum in London sowie in Museen in Baltimore und Cleveland. Die Schnitzerei könnte demnach zu einem sogenannten Tragaltar aus dem Rheinland gehören. „Es gab damals, im 12. Jahrhundert, eine große Beinschnitzerwerkstatt in Köln”, so Arndt. „Ein Ausnahmefund und ein sehr schönes Stück“, sagte sie.

Nur: In die Düstere Straße passe es kaum, denn damals zählte sie zu den eher armen Vierteln Göttingen. Ein Tragaltar sei etwa so groß wie ein Schuhkarton und sei mit mehreren solcher Platten verziert. Ob die Schnitzerei aus Walross- oder Elefantenelfenbein ist, müsse noch geklärt werden. Auch die Untersuchung weiterer Funde, wie beispielsweise Scherben aus der Baugrube laufe noch. „Die Inhalte der letzten Kisten wurden gerade noch gewaschen”, berichtete Arndt. Eine Zusammenfassung und Auswertung folge.

Von Britta Bielefeld

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