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Göttingen Naturbad Grone bereitet sich auf Freibad-Saison vor
Die Region Göttingen Naturbad Grone bereitet sich auf Freibad-Saison vor
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12:16 19.04.2019
Taubenblau statt braun: Rigobert Köhler verpasst den Bänken einen neuen Anstrich. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

10 Uhr morgens im Greitweg. Erpel Paul zieht entspannt und einsam seine Bahnen im Becken unter der breiten Rutsche. Neben dem Eingang des Bades sitzen vier Damen beim gemeinsamen Frühstück mit dem Groner Freibad-Team um Rigobert Köhler. Jede Woche ist das Freibad Treffpunkt für Stammkunden – auch außerhalb der Öffnungszeiten. Die Wassertemperatur liegt bei zwölf, die Außentemperatur bei 20 Grad Celsius, bei direkter Sonneneinstrahlung fühlt es sich wärmer an. Eigentlich wirkt alles, als habe die Saison schon begonnen.

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Doch die Eröffnung lässt hier wie im übrigen Landkreis noch ein bisschen auf sich warten. Das gibt Köhler und seinem Kollegen Andreas Schepper noch ein wenig mehr Zeit für die noch ausstehenden Arbeiten. Während der letzten Wochen haben sie bereits neun Tonnen Schilf von der Reinigungsanlage geerntet, haben abgesackte Natursteine ersetzen lassen, die Becken gereinigt, Rasen gemäht und einen Blühstreifen am Rand des Geländes angelegt.

Taubenblaue Bänke

Außerdem sind die meisten Holzbänke bereits frisch gestrichen – die Wahl fiel in diesem Jahr auf taubenblau. „Ist doch schön, oder nicht? Seit sechzig Jahren werden Bänke in Freibädern braun angemalt. Damit ist jetzt Schluss“, sagt Köhler und zieht mit der Farbrolle gefühlvoll über die Sitzmöbel. Währenddessen erläutert Schepper die gemeinsame Idee von einem Naturerlebnisbad. Die Natur soll für die Gäste tatsächlich erlebbar werden. „Zurück zum Einklang mit der Natur.“

Vorbereitung auf die Saison im Groner Freibad

Der Rettungsschwimmer mit den blonden Locken deutet auf eine der nagelneuen mannshohen Hinweistafeln. Die sollen künftig den Badegästen die Funktionsweise des geplanten Insektenhotels erklären oder die Flora und Fauna rund um das Bad näher bringen. Ein Totholzstamm steht schon, eine kleine Trockenmauer in Planung – beide sollen als Nisthilfen dienen. Dann weist Schepper auf die Sandfläche unter den Spielgeräten, über den zahlreiche Wildbienen kreisen. Bodenbrüter, die derzeit hier ihre Eier legen und im Mai ganz badegastfreundlich wieder verschwunden sind.

Viele Tiere kommen im Bad vorbei

„Habt ihr die gesehen?“, sagt er und zeigt in die Luft. Die erste Mehlschwalbe zieht im Tiefflug vorbei. Sie teilt sich den Luftraum über dem Naturbad im Laufe des Jahres mit zahlreichen Libellenarten, nachts kommen Fledermäuse vorbei, für die noch Nistkästen installiert werden sollen. Immer wieder werden auch Waschbärspuren entdeckt. Ein Hase wurde auch schon gesichtet. Und dann sind da natürlich Paul und Paula, das brütende Wildentenpaar. „Letztendlich ist das hier wie eine Parkanlage mit Teichen.“

Man ist in Grone stolz auf die gleichbleibend hohe Wasserqualität, die ohne den Einsatz von Chlor erreicht wird. Statt Chemie kommt ein Bodenfilter zum Einsatz. Dreimal am Tag fließt das Wasser durch die vier mit Schilf bepflanzten Becken, die neben dem Parkplatz des Bades ausgehoben wurden. Verschiedene Kiessorten und Vulkangestein filtern die Nährstoffe aus dem Wasser, die Pflanzen reichern es mit Sauerstoff an. Die Anlage war damals ein Novum in Göttingen, mittlerweile wurde eine ähnliche Anlage auch im Weender Freibad installiert.

Auf gute Nachbarschaft

Das sympathische Duo pflegt aber nicht nur die Anlage, sondern offensichtlich auch das gute Verhältnis in der Nachbarschaft. Die kommt wie auch die Stammgäste gerne mal auf einen kleinen Plausch vorbei. So auch an diesem Vormittag. Man gibt sich Tipps für die Gartenpflege oder erzählt sich Geschichten, wie es hier früher einmal aussah, als das Gelände am Greitweg noch kein Naturerlebnisbad war. Es gibt Kaffee und manchmal zum Feierabend auch ein gemeinsames Bier.

Die derzeit häufigste Frage können die beiden schon fast nicht mehr hören: Wann macht ihr auf? Den Startschuss gibt die Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF). Deren Geschäftsführer Alexander Frey gab Anfang dieser Woche nur die vage Antwort: „Definitiv nicht im April.“ Anfang Mai dürfte es dann aber in allen Göttinger Bädern losgehen. „Wir wären so weit“, sagt Köhler.

Wann öffnen die Bäder?

Die Göttingern Bäder Brauweg, in Weende und in Grone werden mit hoher Wahrscheinlichkeit in der ersten Maihälfte ihre Tore öffnen. In Rosdorf hat man sich bereits auf den 6. Mai festgelegt, bereits am 1. Mai ist ein Tag der offenen Tür geplant. In Reyershausen steht ebenfalls der Termin noch nicht fest. Laut Auskunft der Verwaltung ist man frühestens am 4. Mai so weit. Duderstadt folgt am 13. Mai, Dransfeld am 18. Mai, und das kleine Bad in Settmarshausen öffnet am 15. Juni. Das Aloha Aqua-Land in Osterode legt sich auf den Monat Mai fest. Der genauere Termin wird noch bekannt gegeben. Gleiches gilt für das Hochbad in Hann. Münden.

Von Markus Scharf