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Göttingen Cinemaxx-Mitarbeiter streiken in Göttingen
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22:10 30.03.2019
Das Cinemaxx in Göttingen Quelle: Christina Hinzmann / GT
Göttingen

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten des Göttinger Cinemaxx-Kinos für den 30. März zu einem weiteren Warnstreik aufgerufen. Er soll den ganzen Sonnabend über andauern – und zwar bis Sonntagfrüh, 1.45 Uhr. Damit wären theoretisch alle Vorstellungen des Tages betroffen. Eine Sprecherin der Cinemaxx-Kette betonte aber, dass das Kino einen regulären Betrieb ermöglichen will.

Streitpunkt Einstiegsstundenlohn

Die Gewerkschaft möchte mit dem Warnstreik ihren Forderungen im Rahmen der Tarifverhandlungen mit der Cinemaxx-Kette Nachdruck verleihen. Dem Aufruf zufolge, der inzwischen auch in den sozialen Netzwerken zu finden ist, geht es vor allem um die Durchsetzung eines Einstiegsstundenlohns für die Kinomitarbeiter in Höhe von 9,50 Euro, rückwirkend zum 1. Januar 2019. Nach offiziellen Verdi-Angaben sei dies bereits ein Kompromissangebot; ab 2020 müsse der Einstiegstundenlohn dann auf 10 Euro steigen.

Die Arbeitgeberseite habe zuletzt 9,35 Euro Einstiegslohn für Servicemanager angeboten. Für Servicekräfte sei kein explizites Angebot gemacht worden. Trotz des Kompromissvorschlags durch Verdi sei die Cinemaxx-Gruppe auch in der fünften Verhandlungsrunde nicht bereit gewesen, das bisherige Angebot nachzubessern, heißt es seitens der Gewerkschaft. Verdi hat die Beschäftigten des Göttinger Cinemaxx-Kinos aufgerufen, in der Zeit von Sonnabend, 10.30 Uhr, bis Sonntag, 1.45 Uhr, ihre Arbeit niederzulegen und sich am Warnstreik zu beteiligen. Auch für andere Cinemaxx-Standorte, darunter Hannover und Oldenburg, hat Verdi für dieses Wochenende zu Warnstreiks aufgerufen.

Regulärer Kinobetrieb während des Warnstreiks angestrebt

Eine Sprecherin des Cinemaxx hat den Warnstreik in Göttingen auf Tageblatt-Nachfrage bestätigt, sagt aber auch: „Bei allen bisher stattgefundenen Warnstreiks im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen, aber auch im Rahmen der Tarifverhandlungen 2012, bei denen Verdi zu Warnstreiks aufrief, konnten wir einen regulären Kinobetrieb ohne merkliche Einschränkungen für unsere Gäste bieten. Dies ist auch das erklärte Ziel für alle folgenden Arbeitsniederlegungen, und auch heute werden wir einen regulären Kinobetrieb im Cinemaxx Göttingen bieten.“

Die fünfte Runde der Tarifverhandlungen zwischen Cinemaxx und Verdi hatte am 26. März in Hamburg stattgefunden. „Obwohl Cinemaxx bereits am 4. März ein drittes, nochmals verbessertes Tarifangebot vorgelegt hat, ist Verdi nicht bereit, sich zu bewegen. Sie beharren auf ihren ursprünglichen Forderungen“, so die Cinemaxx-Sprecherin.

Tarifverhandlungen offenbar festgefahren

Die Tarifforderungen von Verdi, etwa für die Einstiegsstufe Servicemanager, würden demnach derzeit bei einer Steigerung von 18,8 Prozent liegen (Stundenlohn 2018: 8.84 Euro / aktuelle Verdi-Forderung laut Cinemaxx: 10,50 Euro). Verdi sei bewusst, dass eine derartige Gehaltssteigerung nur über massive Personalkosteneinsparungen zu finanzieren wäre. „ Die geforderten Steigerungen sind für kein Unternehmen wirtschaftlich akzeptabel und erst recht nicht für ein Kino-Unternehmen im angespannten Kinomarkt“, betont die Sprecherin der Kino-Kette. Die Rahmenbedingungen im Kinomarkt seien auch 2019 weiterhin schwierig. Die Besucherzahlen lägen in den ersten Monaten des Geschäftsjahres unter denen des Vorjahres.

Von Markus Riese

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