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Göttingen Warnstreik in Göttingen
Die Region Göttingen Warnstreik in Göttingen
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16:03 09.03.2012
Quelle: dpa
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Göttingen

"Wir merken schon, dass mehr Fahrgäste da sind, aber nicht wesentlich", meinen die Taxi-Fahrer Cosat und Oliver, die am Freitagmorgen gegen acht Uhr am Göttinger Bahnhof stehen. Für großes Streikchaos sei Göttingen einfach zu klein, die Leute würden sich arrangieren und Ausweichmöglichkeiten finden. Gegen 11 Uhr zeigt sich ein völlig anderes Bild. Das Taxi-Geschäft brummt, kaum ein Taxi steht noch am Bahnhofsvorplatz. Viele Menschen weichen vom öffentlichen Nahverkehr auf die Taxis aus.

Am Busbahnhof fahren weniger Busse als sonst, die Busse der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) stehen laut Verdi-Sprecher Lothar Richter komplett still. Der GöVB-Notfahrplan funktioniert laut Aussage eines Mitarbeiters. Die Linien 1, 2, 3, 5, 6, 7, und 8 fahren stündlich oder eineinhalbstündlich. Linie 2 fährt heute ab 20.14 Uhr erstmals. Bei einigen Schülern besteht am frühen Morgen Unsicherheit, auf welche Busse sie ausweichen können. Andere seien gleich zu Hause geblieben, berichten an den Bushaltestellen wartende Mitschüler. Die Überlandbusse der RBB fahren wie gewohnt.

Die Streikenden im öffentlichen Dienst ziehen in einer Demonstration vom Neuen zum Alten Rathaus. Um 9.15 befindet sich der Demo-Zug auf der Bürgerstraße, die Stimmung unter den Streikenden ist gut. Nach Verdi-Angaben sind es mehr als 800 auf der Demo und 100 Streikende bei den GöVB. "Wir sind es wert" ist auf den Transparenten zu lesen. Auf der Abschlusskundgebung am Marktplatz wird die Gewerkschaftsforderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn bekräftigt.

Lange Schlangen sieht man auch bei den Verwaltungsstellen nicht. Im Einwohnermeldeamt der Stadt Göttingen streiken vier von insgesamt 14 Mitarbeitern. Sieben Mitarbeiter sind im Dienst, die Wartezeiten sind ähnlich wie sonst auch. Auch im Job-Center macht sich der Streik nach Aussage eines Mitarbeiters kaum bemerkbar. Die Streik-Ausfälle hätten gut kompensiert werden können.

Bis auf den Sperrmüll funktioniert auch die Müllabholung so gut wie reibungslos. 70 Mitarbeiter der Göttinger Entsorgungsbetriebe seien zwar am Streik beteiligt, teilte eine Sprecherin mit, allerdings seien genug weitere Mitarbeiter im Einsatz, um die Müllabfuhr zu gewährleisten. Anders sehe das beim Sperrmüll aus, der könne nicht abgeholt werden.

Die Streikenden im öffentlichen Dienst sind am Freitag in Göttingen vom Neuen zum Alten Rathau gezogen. Nach Verdi-Angaben waren mehr als 800 auf der Demo und 100 bei den Göttinger Verkehrsbetrieben. Die Abschlusskundgebung fand am Gänseliesel statt.

bd/mib/tw

Hinweis: Der Artikel wurde aktualisiert.