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Göttingen Warnsystem soll besser vor Wildunfällen im Kreis Göttingen schützen
Die Region Göttingen Warnsystem soll besser vor Wildunfällen im Kreis Göttingen schützen
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17:58 30.01.2019
Wild-Verkehrsunfälle vermeiden: CDU regt Pilotprojekt an. Quelle: dpa
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Göttingen

Ein Pilotprojekt zum Einsatz von sogenannten „Wildwarnern“ mit optischen und akustischen Signalen will die CDU-Kreistagsfraktion auf den Weg zu bringen. Mit einem Antrag zur Sitzung des Kreistages am 27. Februar will die CDU vor dem Hintergrund zahlreicher Wildunfälle den Landkreis auffordern, entsprechend an die Jägerschaften zu appellieren, den Einsatz von optischen und akustischen Signalen, an durch Wildunfälle besonders belasteten Straßen zu prüfen.

Die im Landkreis weitverbreiteten blauen Reflektoren am Straßenrand seien einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) – mit Teststrecken unter anderem im Landkreis Göttingen – zufolge nahezu wirkungslos, heißt es in der Begründung zum CDU-Antrag. Für die Studie hätten Göttinger Forscher etwa 10000 Stunden Videomaterial ausgewertet und 1600 Begegnungen zwischen Tieren und Fahrzeugen dokumentiert. Fazit: Es spiele keine Rolle, ob sich blaue Wildreflektoren an den Strecken befanden.

Knapp 1300 Wildunfälle

„Für den Landkreis Göttingen wurden für das Jahr 2017 für den Altkreis Göttingen 928 und für den Altkreis Osterode 331 Wild-Verkehrsunfälle, jeweils ohne Bundesautobahn gemeldet“, stellt die CDU fest. Bei der Auswertung des Zeitraumes vom 1. Januar bis 30. September sei die Anzahl der Wildunfälle zwar leicht gesunken, jedoch nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen.

Dazu die wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion Susanne Mackensen-Eder: „Wildunfälle stellen in unserem eher ländlich geprägten Landkreis ein großes Risiko dar. Auf Teststrecken in Sachsen-Anhalt wird derzeit ein System getestet, das laut Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) vielversprechende Ergebnisse liefert.“ Ausgelöst durch Fahrgeräusche sowie Scheinwerferlicht würden optische und akustische Warnsignale aktiviert. Anders als die Reflektoren könnten diese auch am Tag Schutz für Autofahrer bieten. 60000 Euro kostet dieses Pilotprojekt.

Erfahrungen aus Österreich

Das eingesetzte „Wildwarngerät Day & night“ erkenne Motor- und Reifengeräusche und sende, wenn sich ein Fahrzeug nähert, LED-Signale und einen metallischen Ton entlang der Straße. Zudem benachrichtige das Gerät die weiteren entlang der Straße, um so eine Vorwarnzeit sicherzustellen. Sobald ein Tier den Ton hört, verharrt es für mehrere Sekunden. Die Blinklichter dienen der zusätzlichen Abschreckung. Auf Straßen in Österreich, in denen die Geräte schon im Einsatz sind, ist laut CDU die Zahl der Wildunfälle um über 90 Prozent zurückgegangen. Zuschussmöglichkeiten, wie die Anwerbung von Drittmitteln seien zu prüfen.

Nach Angaben der UDV lag 2017 der Schadenaufwand in der Fahrzeugversicherung durch Wildunfälle bei mehr als 744 Millionen Euro. Zudem verunglückten 2924 Kraftfahrer, davon seien 606 schwer verletzt worden, zehn Menschen seien bei Wildunfällen gestorben.

Abbiegewarnsystemen für Landkreis-Lkw-Flotte

Durch eine weitere Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr, Bauen, Planen und Energie am 25. Februar möchte die CDU zudem in Erfahrung bringen, ob und inwieweit die Verkehrsflotten und insbesondere die Müllfahrzeuge des Landkreises mit seitlichen „Abbiegewarnsystemen“ ausgestattet sind. Zur Vermeidung von oftmals tödlichen Zusammenstößen zwischen Verkehrsteilnehmern und abbiegenden Lkw sowie Müllfahrzeugen werden in vielen Städten und Landkreisen die Verkehrsflotten und insbesondere Müllfahrzeuge mit seitlichen Abbiegewarnsystemen ausgestattet.

Von Michael Paetzold und Michael Brakemeier

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