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Göttingen Warum der Stadtsportbund Göttingen die Sportförderung der Stadt regelt
Die Region Göttingen Warum der Stadtsportbund Göttingen die Sportförderung der Stadt regelt
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00:35 09.06.2018
Auch der TSV Holtensen bekommt Beihilfen über den SSB – ein Ausgleich für die von ihm gepflegte eigenen Anlagen. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Ein lückenloser Bericht, kaum Nachfragen und dann einmütige Zustimmung: Entspannt und zufrieden haben die Sportpolitiker des Rates der Stadt Göttingen am Dienstag in ihrem Fachgremium den Bericht und das Zahlenwerk „zur Förderung des Sports“ im vergangenen und in diesem Jahr zur Kenntnis genommen. Sie vertrauen dem Stadtsportbund (SSB), der eigenverantwortlich in ihrem Auftrag alle Beihilfen der Stadt an die 115 Sportvereine und Verbände abrechnet und auszahlt.

Und das bereits seit 2003, bestätigen sowohl Stadtverwaltung als auch der stellvertretende SSB-Vorsitzende Christian Steinmetz. Damals hatte die Stadt Göttingen ihr einstiges Sportamt aufgelöst und den gesamten Sportbereich einschließlich Sportstätten an eine neu gegründete Gesellschaft übertragen: die stadteigene Sport und Freizeit GmbH (GoeSF). Weil die sich auf die Sportstätten konzentrieren sollte und ihre Aufgaben dabei immer vielfältiger wurden, haben Stadt und GoeSF die Förderung der Sportvereine schließlich dem SSB übertragen.

Gesamtübersicht Sportförderung 2017

674 376,92 Euro hat der Stadtsport (SSB) im vergangenen Jahr (2017) im Auftrag der Stadt abgerechnet beziehungsweise verteilt, um den Vereinssport in Göttingen zu fördern. Davon hat er 593 376,92 Euro über seinen Haushalt abgerechnet, 81 000 Euro für Schwimmbeihilfen für die Vereine direkt mit der Stadtkasse. Sonderzuschüsse für Bauprojekte sind hier nicht mit aufgelistet. Die Aufteilung nach Verwendungsart:

Unterstützung Jugendsport: 50 000 Euro

Beihilfen Mieten, Pachten, Unterhaltung Sportanlagen: 70 826,04 Euro

Unterhaltung Schwimmbad Nikolausberg: 12 800 Euro

Platz- und Hallenentgelte: 350 179,88 Euro

Übungsleiter-Beihilfen: 43 030 Euro

Zuschuss Sportlehrer Vereine: 10 230 Euro

Zuschuss Sportlehrer SSB: 30 700 Euro

Zuschuss Bootshaus am Kiessee: 15 340 Euro

Zuschuss für SSB auch für seine Verteil-Leistung: 10 271 Euro

Schwimmbeihilfen: 81 000 Euro

Und diese Förderung deckt inzwischen viele Bereiche, erklärt Steinmetz: Damit die Vereine die städtischen Hallen und Plätze kostenfrei nutzen können, übernimmt die Stadt die Mieten und Pachten. Die GoeSF darf sie nicht ohne Gegenleistung zur Verfügung stellen.

Auch für ihre eigenen Sportstätten bekommen die Vereine von der Stadt Beihilfen – zum Beispiel für die Unterhaltung. Und mit alleine 50 000 Euro unterstützt die Stadt ihre Jugendarbeit. Schließlich gibt sie bei besonderen Investitionen – zum Beispiel für die Reparatur eines Sporthallendaches – vereinzelt Zuschüsse.

Die Entscheidung, wer Zuschüsse bekommt, trifft der SSB. Und er rechnet die Beihilfen für Pachten, Übungsleiter, Unterhaltung der Anlagen und viele weitere Positionen auf den Cent aus – und ab. Die Zuschusshöhe richtet sich dabei unter anderem nach der jeweiligen Zahl der Vereinsmitglieder, der tatsächlich geförderten Kinder und Jugendlichen und gemeldeten Belegungszeiten für Hallen und Plätze, erklärt Steinmetz.

Geförderte Einzelprojekte / Investitionszuschuss

Acht größere Bau- und Sanierungsprojekte hat der Stadtsportbund ausgewählt, die die Stadt Göttingen in diesem Jahr finanziell unterstützen wird. Dabei richtet sich der SBB streng nach den städtischen Sportrichtlinien zum „Bau und zur Erweiterung von Sportanlagen“. Mit der Zustimmung des Schulausschusses am Dienstag sind die Mittel freigegeben. Die geförderten Vereine, ihre Projekte und der Zuschussbetrag:

ASC Göttingen; Erneuerung der Heizungsanlage im Clubhaus: 6600 Euro (angegebene Kosten in diesem Jahr 112 693 Euro).

– Göttinger Pony-, Reit- und Fahrclub; Randeinfassung und Einzäunung eines Reitplatzes, Beregnung und Lichtband für die Reithalle: 1300 Euro (Kosten 18 704 Euro).

– Nikolausberger Sport Club; Neubau Freibadhaus im Waldschwimmbad: 2900 Euro (Kosten in diesem Jahr 27 750 Euro, laut Verein über zwei Jahre 75 000 Euro).

– Sport Club Weende; Sanierung des Daches der Tennishalle: 1900 Euro (Kosten 27 750 Euro).

Sportverein Gelb-Weiß Elliehausen; Grundsanierung eines Tennisplatzes: 1000 Euro (Kosten 15 000 Euro).

– Tennis- und Ski-Club Göttingen; Entwässerung, Drainage, Pflaster und Zaun für mehrere Sportflächen: 1700 Euro (Kosten 5000 Euro)

– Turn- und Wassersportverein Göttingen; Erneuerung Uferbefestigung am Kiessee mit Anlegesteg: 700 Euro (Kosten 5000 Euro).

Vereinigung Göttinger Faltbootfahrer; Erneuerung Dachfenster und Außenverkleidung am Clubhaus: 400 Euro (Kosten 5078,44 Euro).

„Dieses Verfahren hat sich bewährt“, erklärt für die Stadt ihr Verwaltungssprecher Dominik Kimyon die Übertragung an den SSB. Darüber hinaus habe es die Arbeit des SSB für den Göttinger Sport nachhaltig gefördert.

„Für uns ist das eine große Hilfe, unbedingt“, kommentiert der Vereinsvorsitzende Hartmut Seebach den jetzt ebenfalls beschlossenen Sonderzuschuss für den Nikolausberger Sport Club. 2900 Euro bekommt der Verein für den Neubau eines kleinen Mehrzweckhauses am Waldschwimmbad in dem Göttinger Bergdorf. Etwa 75 000 Euro habe der Verein dafür investiert, so Seebach – „unsere 2000 Stunden Arbeit in Eigenleistung noch gar nicht mitgezählt“. Aber gerade dafür sei der Zuschuss eine Anerkennung, „da freue ich mich doch sehr“.

Um das Rechenbeispiel bei der Sportförderung beispielgebend zu vervollständigen: Für Mieten und Pachten der stadteigenen Sportstätten in Nikolausberg, die der Club nutzt, rechnet der SSB mit der Stadt und der GoeSF 939,58 Euro ab, für Betrieb und Unterhaltung der vereinseigenen Anlagen Beihilfe in Höhe von 5364 Euro.

3,5 Millionen Euro in 15 Jahren

Die aktuelle Richtlinie zur Sportstättenförderung im Landkreis Göttingen stammt aus dem Jahr 2015. Sie wurde von Kreisverwaltung und Kreissportbund gemeinsam überarbeitetet. Danach bezuschusst der Landkreis den Neubau und die Erhaltung von Sportanlagen mit bis zu 30 Prozent.

Ein wesentlicher Unterschied zum Fördermodell der Stadt Göttingen liegt darin, dass im Landkreis nicht nur Sportvereine, sondern auch Kommunen antragsberechtigt sind. Daher sei auch eine Fördermittelverwaltung wie in der Stadt Göttingen nicht möglich, erläutert Landkreissprecher Ulrich Lottmann. Wenn also innerhalb der Kreisgrenzen eine neue Sportanlage gebaut werden, oder die alte saniert werden soll, kann direkt bei der Kreisverwaltung ein Antrag auf Zuschuss gestellt werden. Entschieden wird im Kreistag. Dieser gewährt in der Regel auf 20, in Ausnahmen auf 30 Prozent der investierten Summe. Der Maximalförderbetrag wurde auf 130 000 Euro festgelegt.

Bezieht sich die Förderung hingegen beispielsweise auf Projekte, auf das Sportprogramm oder die Entgelte für Übungsleiter muss sich der Verein an die jeweilige Gemeinde wenden. Förderungsfähig hingegen ist, und hier ist der Landkreis von den Vorgaben des Landessportbundes etwas abgewichen, die Eigenleitung der Vereinsmitglieder beim Bau von Anlagen und Gebäuden, „sofern diese sportlich genutzt werden“.

Zum Zeitpunkt der Landkreisfusion beschloss der Kreistag einstimmig die Fortsetzung und Ausweitung des Sportstättenförderprogramms, das jetzt bis 2021 gültig sein soll. Damals hieß es in der Begründung des interfraktionellen Antrags über das „sehr erfolgreiche“ Programm: „Der Altkreis Göttingen hat den Neu- und Umbau von Sportanlagen, die sich im Eigentum der Gemeinden oder Vereine befinden, sowie Erweiterung und Erhalt dieser Anlagen in den zurückliegenden 15 Jahren mit über 3,5 Millionen Euro gefördert.“

Um dem durch das vergrößerte Kreisgebiet zu erwartenden erhöhten Bedarf gerecht werden zu können, stockte der Kreistag die Mittel auf jährlich 250 000 Euro auf. Für 2017 war es einmalig gelungen, das Förderprogramm über das beschlossene Maß hinaus auf 325 000 Euro zu erhöhen. Schließlich betonten SPD, CDU, Grüne und FWLG: „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass viele Vereine und Gemeinden durch die Landkreis-Förderung für ihre Sportstätten profitieren können.“

Das Göttinger Modell, bei dem Förderanträge außerhalb der Verwaltung bearbeitet werden, ist auch in den benachbarten Städten Northeim und Osterode unbekannt. Hier laufen die Vorgänge über die Schreibtische der kommunalen Verwaltung.

Von Ulrich Schubert

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