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Göttingen Was wäre ein Schildbürgerstreich ohne Schilder?
Die Region Göttingen Was wäre ein Schildbürgerstreich ohne Schilder?
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19:03 09.07.2009
Damit es auch wirklich jeder sieht: Sieben Schilder weisen auf das Parkverbot entlang des Weges zum Rosdorfer Baggersee hin.
Damit es auch wirklich jeder sieht: Sieben Schilder weisen auf das Parkverbot entlang des Weges zum Rosdorfer Baggersee hin. Quelle: Pförtner/Montage: Scharf
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Nanu: Überquert der Bürger am Ende der Bahnhofstraße im Rosdorfer Südosten die neue Umgehungsstraße, steht er plötzlich in einem unübersichtlichen Schilderwald. Allein sieben der insgesamt zehn Verkehrszeichen, die hier auf etwa 20 Quadratmetern eingangs des Weges stehen, der zum nahegelegenen Baggersee führt, rufen ein absolutes Halteverbot aus. Muss das denn sein?

Ja, es muss. Das jedenfalls sagt Dieter Constantinescu von der Rosdorfer Feldmarkinteressentenschaft, in deren Besitz sich der Feldweg befindet und die einen Großteil der 500 Euro für die neue Beschilderung beigesteuert hat. Denn schon seit Jahren ist es Constantinescu und diversen Landwirten, die die angrenzenden Felder bestellen, ein Dorn im Auge, dass die Baggersee-Besucher mit ihren Autos alles zuparken – ganz davon abgesehen, dass das Baden in der Kiesgrube ohnehin verboten ist. Bisher aber habe man gegen die Wildparker keine rechtliche Handhabe gehabt, sagt Constantinescu. „Ich weiß, das sieht aus wie ein Schildbürgerstreich. Wir kriegen das aber sonst nicht in den Griff.“

Das bekräftigt auch ein leitender Mitarbeiter der Rosdorfer Verwaltung, der nicht namentlich genannt werden will. Erst durch das Aufstellen der Schilder sei es leichter möglich, die Falschparker zu belangen. Warum es derer gleich sieben sind, wolle er auch gerne noch schnell erklären.

Lachender Amtsschimmel

So habe man auf jeder Seite des Feldweges gleich zwei Verkehrszeichen angebracht, „weil die Verbotsschilder nur bis zur nächsten Kreuzung gelten“. Hinzu kämen zwei im vorderen Bereich des Weges, damit niemand zwischen Umgehungsstraße und den links und rechts abgehenden Feldwegen parke – obwohl man dort ohnehin nicht parken dürfe. „Da lacht der Amtsschimmel“, gluckst der Mann von der Verwaltung. Nun, und das siebte Schild habe man schließlich aufgestellt, weil… „Das weiß ich jetzt auch nicht. Wahrscheinlich, um auch den letzten Autofahrer darauf aufmerksam zu machen.“

Der ganze Aufwand wäre aber wohl gar nicht nötig gewesen. So meint ein Göttinger Rechtsanwalt, dass es auch genügt hätte, ein Holzschild aufzustellen. Schließlich handele es sich um einen Privatweg (siehe nebenstehenden Text) – und da entscheide immer noch der Eigentümer, „wer was machen darf“. Der könne im Übrigen auch die Falschparker abschleppen lassen.

Und dann regt sich auch noch die beteiligte Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Göttingen. Amtsleiter Manfred Braun reagiert etwas verwundert ob der Schilder-Schwemme. Man habe nach einem Ortstermin die Beschilderung zwar angeordnet, allerdings sei von lediglich drei Verkehrszeichen die Rede gewesen. Da wolle er doch lieber noch einmal nachforschen.

Was aber auch immer dabei herauskommt: Das Problem wird sich wohl so schnell nicht lösen lassen. Denn erst am vergangenen sonnigen Wochenende parkten wieder unzählige Autos entlang des Privatweges – mitten im neuen Schilderwald.

Von Andreas Fuhrmann

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