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Göttingen Göttinger Schüler spenden 20000 Euro für Wassertank in Kenia
Die Region Göttingen Göttinger Schüler spenden 20000 Euro für Wassertank in Kenia
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17:09 28.11.2019
Lisa Hannemann, Astrid Leroux und Tanja Meyfarth (v.l.) bekommen von Christoph Stein für ihr Engagement eine Spendenurkunde überreicht. Quelle: Pascal Wienecke
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Göttingen

Schülerinnen des Theodor Heuss Gymnasiums (THG) haben am Mittwoch einen Spendenscheck in Höhe von 20 000 Euro an die Hilfsorganisation „Wasser für Kenia“ übergeben. Christoph Stein nahm den Scheck vertretend für die Initiative entgegen. Die Übergabe war Teil einer Mini-Veranstaltung in der Pausenhalle, die von den Schülerinnen Lina Schilling und Antonia Sassin aus der Klasse 6C moderiert wurde.

Die beiden Schülerinnen bedankten sich bei allen Teilnehmenden, die das Projekt mit verwirklicht haben. Sie konnten mit aller Freude verkünden, dass die Erwartungen der Einnahmen sogar übertroffen wurden: Als Zielvorgabe waren 10 000 Euro festgelegt, diese Vorgabe konnte die Schule am Ende sogar verdoppeln.

„Der weiße Massai“ nimmt Spende entgegen

Dann übergaben die Moderatorinnen das Mikrophon an Stein, der als Massai-Häuptling gekleidet war. In Kenia werde er „Der weiße Massai“ genannt und er wurde geschickt, um das Land zu repräsentieren. „20 000 Euro – das ist fundamental“, sagte er. Stein kommt ursprünglich aus Göttingen und ist dort auch zur Schule gegangen. „Das Theodor-Heuss-Gymnasium gab es damals aber noch nicht“, so Stein. Als besonderen Dank an die Helferinnen, händigte er Lehrerin Tanja Meyfarth und ihren Kolleginnen Lisa Hannemann und Astrid Leroux Spendenurkunden aus. Sie hatten das Schülerprojekt begleitet. Abschließend bedankte er sich in der kenianischen Landessprache, Suaheli, bei allen Anwesenden für die Unterstützung. Steins und die zwei Moderatorinnen erhielten von allen Anwesenden kräftigen Beifall.

Viel Geld durch mehrere Aktionen

Die Idee für die Spendenaktion entstand nach Angaben der Schüler im Erdkundeunterricht. Dort stand das Thema Nachhaltigkeit auf dem Plan und dadurch sind die Schüler auch auf die Initiative aufmerksam geworden. Als die Planungen konkreter wurden, Spenden zu sammeln, begann alles mit einem Kuchenverkauf, dessen Erlöse der Hilfsorganisation zugute kommen sollten. Schließlich kamen aber noch zusätzliche Gelder durch Projektwoche, Sommerfest, Kennlernfest und den Tag der Ehemaligen zusammen.

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Das passiert mit dem Geld:

Die Initiative „Wasser für Kenia“

Die Wolfsburger Initiative „Wasser für Kenia“ arbeitet als ehrenamtliche Gruppe zur Bekämpfung der Wassernot in Kenia. Mit den Spendengeldern werden in dem Land nach Angaben von Christoph Stein Baumaterial, Werkzeuge und Anleitungen für Projekte zur Wassernutzung finanziert. Während der Regenzeit wird das Wasser von Schuldächern aufgefangen, über Rohre in einen Wassertank geleitet und als Trinkwasser für die Trockenzeit gespeichert. Ein Wassertank an Schulen sichert so den Schulbesuch der Mädchen, die andernfalls mit dem Wasserholen beschäftigt wären. Außerdem können durch die Unterstützung Sanddämme gebaut werden, die es ermöglichen, Flusswasser über die Trockenzeit zu speichern, ohne dass die Natur Schaden nimmt.

In den Jahren 2011, 2013 und 2015 wurden durch Spendengelder bereits Wassertanks in Kenia finanziert. Motiviert durch den Unterricht führten 15 Schulen 21 Spendenläufe mit einem Spendenvolumen von 300000 Euro durch, teilte Stein mit. Das ermöglichte 24 schuleigene Entwicklungsprojekte in Kenia. Alle Entwicklungsprojekte sind vor Ort mit den Logos und Namen der deutschen Schulen gekennzeichnet.

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Der Großteil stammte jedoch aus dem Herzstück des Projekts: ein Spendenlauf Ende Oktober. Etwa 300 Schüler der Klassen fünf bis sieben liefen ungefähr 3000 Runden mit jeweils 400 Metern Länge. Für jede Runde kam etwas Geld zusammen, das sich letztendlich zu einem gewaltigen Betrag summierte. „Die Klassen waren so motiviert“, sagte Meyfarth.

Die Lage in Kenia in Virtual-Reality

Doch es waren nicht nur die Jüngeren, die diesen hohen Spendenbetrag möglich gemacht haben. Auch die älöteren Schüler aus den höheren Jahrgängen haben nach Angaben von Meyfarth die Aktion von vorne bis hinten mit organisiert: „Die Elftklässler waren extrem engagiert.“ Neben dem elften Jahrgang konnten Schüler aller Klassen auf die verschiedensten Arten eingebunden werden. Zum Beispiel hatte Stein Videos in Kenia gedreht, die einigen Schülern durch Virtual-Reality-Brillen gezeigt wurden. So konnten sie sich ein besseres Bild von der Lage machen und hautnah die Region erkunden, in die die Spende fließen soll.

Beim Spendenlauf für das Projekt im Oktober kamen schon 10 000 Euro zusammen. Quelle: Niklas Richter

Weitere Einnahmen für das Projekt sollen durch den alljährlichen Adventsbasar des Fördervereins des THG fließen. Dieser beginnt am Sonnabend, 30. November, um 15 Uhr in der Grotefendstraße 1, in Göttingen. Im Rahmen des Basars wird um 17.30 Uhr auch ein Adventskonzert gespielt. Nach dem Konzert wird um Spenden gebeten, die dem Schulprojekt zugute kommen sollen.

Von Pascal Wienecke

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