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Göttingen Wasserschaden an Uniklinik Göttingen: 120 Kräfte im Einsatz
Die Region Göttingen Wasserschaden an Uniklinik Göttingen: 120 Kräfte im Einsatz
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21:57 21.06.2013
Wegen eines Wasserschadens waren 120 Einsatzkräfte in der Nacht zu Freitag in der Uniklink Göttingen.
Wegen eines Wasserschadens waren 120 Einsatzkräfte in der Nacht zu Freitag in der Uniklink Göttingen. Quelle: UMG
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Göttingen

Abwasser und Niederschlagswasser werden im Klinikum durch ein eigenes Pumpwerk abgeleitet. Als eine der dortigen Pumpen gegen 18 Uhr ausfiel, funktionierte auch die für diesen Notfall vorgesehene Abriegelung der Pumpe nicht. Der folgende Wassereinbruch überspülte die Sicherungen, was wiederum zum Ausfall der drei übrigen Pumpen führte. Danach stieg das Wasser im Pumpengebäude acht Meter hoch.

"Das sind enorme Mengen", sagte Frank Gloth, Sprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr. In dem Pumpgebäude zwischen Klinikteich und Bettenhaus 1 sammele sich das komplette Regen- und Abwasser, das auf dem Gelände des Klinikums anfalle.

Gegen 18 Uhr sei die Feuerwehr alarmiert worden, die Pumpen einsetzte. "Wir haben aber schnell gemerkt, dass wir so nicht weiterkommen. Es waren Unmengen an Wasser", sagte Gloth. Also rückte auch das Technische Hilfswerk an, das über noch größere Pumpen verfügt. Das reichte aber immer noch nicht.

20.000 Liter pro Minute

Also wurde auch jeweils ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Braunschweig und der Feuerwehr Hannover angefordert. Diese Feuerwehren verfügten über besonders leistungsstarke Pumpen, die bis zu 8000 Liter pro Minute pumpen können, sagte Gloth. Zusammen mit den schon eingesetzten Pumpen habe man dann rund 20.000 Liter Wasser pro Minute abgepumpt. "Das hat dann endlich den ersehnten Erfolg gebracht", sagte Gloth. Gegen 3 Uhr in der Nacht sei das Wasser im Schacht gesunken.

Wasserschaden: Wegen eines Notfalls im Pumpwerk an der Uniklink Göttingen waren Feuerwehren aus Göttingen, Braunschweig, Hannover und das Technische Hilfswerk (THW) im Einsatz. EF

Neben der Berufsfeuerwehr und den Kräften aus Braunschweig, Hannover und des THW waren unter anderem auch die Ortsfeuerwehren aus Geismar, Gieboldehausen, Waake und die Werksfeuerwehr des Klinikums im Einsatz. "Außerdem waren viele Techniker vor Ort", sagte Gloth. Insgesamt seien rund 120 Einsatzkräfte vor Ort gewesen. 

Krisenstab gebildet

Ein Krisenstab unter Leitung des Vorstandes der Universitätsmedizin sei gebildet worden, erklärte Gloth. Wegen der Gefahr weiterer Regenfälle habe man vorsorglich einige Pumpen vor Ort gelassen. Verletzt wurde niemand.

Der Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erklärte, durch einen weiteren Zufluss von Regenwasser hätte der Feuerlöschteich am Uniklinikum zum Überschwemmen gebracht werden können. Durch das Überlaufen des Teiches wären technische Installationen in der Ebene 2 des Uniklinikums gefährdet gewesen.

"Wir haben sehr viel Glück gehabt"

Gegen 4 Uhr morgens war der Schacht ausgepumpt und die erste Klinikpumpe wieder angeworfen. „Wir haben sehr viel Glück gehabt“, sagt Klinikums-Sprecherin Bettina Bulle. „Das Pumpwerk ist für uns überlebenswichtig.“

Der Schaden an einer Wasserpumpe wurde festgestellt, die erste Pumpe wieder in Gang gebracht. Für das Pumpwerk und den Klinikbetrieb konnte schließlich Entwarnung gegeben werden.

Zu keinem Zeitpunkt seien die Patientenversorgung an der UMG gefährdet gewesen. "Dies ist vor allem dem enormen Einsatz der haupt- und ehrenamtlichen Hilfskräfte bis in die Morgenstunden zu verdanken", so der UMG-Vorstand.

ASB versorgt Einsatzkräfte

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Ortsverein Göttingen-Stadt ist als Betreuungseinheit im Katastrophenschutz für die Betreuung und Versorgung der Einsatzkräfte zuständig. Alle Einsatzkräfte im Klinium seien mit Kalt- und Heißgetränken sowie warmer Suppe versorgt worden, so eine ASB-Sprecherin. Es ist der zweite ASB-Einsatz in diesem Monat. Gerade waren die Helfer und Helferinnen des ASB Göttingen aus dem Hochwassergebiet im Landkreis Lüneburg zurückgehrt.

afu/bd/hein

Der Artikel wurde aktualisiert.