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Göttingen Jan Köllen ist neuer Ansprechpartner für 1200 THW-Helfer
Die Region Göttingen Jan Köllen ist neuer Ansprechpartner für 1200 THW-Helfer
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20:00 06.12.2019
Jan Köllen ist als neuer Leiter der THW-Regionalstelle Göttingen für zehn Ortsverbände zuständig. Quelle: r
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Northeim

Die etwa 1200 ehrenamtlichen Mitarbeiter von zehn Ortsverbänden des Technischen Hilfswerks haben einen neuen Chef. Jan Köllen ist am Nikolaustag bei einer Feierstunde im Quartier des Northeimer Ortsverbands von der Landesbeauftragten Sabine Lackner als neuer hauptamtlicher Leiter des Regionalbereichs Göttingen im Kreis von Behördenvertretern eingeführt worden. Die Regionalstelle betreut die Ortsverbände Göttingen, Goslar, Gieboldehausen, Hann. Münden, Bad Lauterberg, Clausthal-Zellerfeld, Einbeck, Northeim, Holzminden und Osterode mit etwa 60 blauen Spezialfahrzeugen in unterschiedlicher Verteilung.

Der gelernte Metallbauer und Berufspädagoge, der vor seinem Studienabschluss Master of Disaster („Jeder hört danach auf zu lesen“) Management and Risk Governance steht, bringt reichliche und langjährige Erfahrung im Katastrophenschutz mit, war bei der Berufsfeuerwehr Kassel und im Rettungsdienst tätig. Der gebürtige Kölner ist seit 17 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr Hattorf aktiv, wo er aufgewachsen ist, gehört zur Fernmeldegruppe der Kreisfeuerwehr des Landkreises Göttingen und hat mit seiner Frau in diesem Jahr ein Haus in Stauffenberg bezogen.

Jan Köllen im neuen Teleskoplader des THW-Ortsverbandes Northeim Quelle: Kuno Mahnkopf

Bufdis werden aufgestockt

„Ich wollte selbst Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen“, nennt der 33-Jährige als einen Grund für seinen Wechsel zum THW. Dessen Personalstruktur und Schwerpunkte sind derzeit wieder einmal im Wandel. Nach Abschaffung des Wehr- und Zivildienstes habe es einen Einbruch gegeben, da sich die Helfer zu einem Großteil aus Wehrersatzdienst-Leistenden rekrutiert haben, sagt Köllen: „Die Lücke spüren wir immer noch, der Altersdurchschnitt ist höher geworden.“ Gefüllt wird sie jetzt durch den Bundesfreiwilligendienst. Im November hat der Haushaltsausschuss des Bundestages beschlossen, jährlich 2000 zusätzliche Plätze für Bufdis zu schaffen – davon 30 Stellen im Göttinger Regionalbereich. Bundesweit gestiegen ist auch die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter – von 800 vor vier Jahren auf inzwischen fast 2000. Der Frauenanteil beim THW liege bei rund zehn Prozent – Tendenz steigend, berichtet Köllen.

Auch das Fahrzeugtechnik-Paket und Bauprogramm der Bundesregierung komme in den Ortsverbänden an, sagt der Hobby-Taucher mit Blick auf den neuen Telekosplader in der Northeimer Unterkunft: „Wir können uns nicht beklagen.“ Noch ist die Regionalstelle als Interimslösung in einer Mietwohnung untergebracht. Der Göttinger Ortsverband musste wegen Brandschutzmängeln sein Quartier verlassen, wartet seit 2014 in Containern auf den Neubau. Der sei mit neun Millionen Euro veranschlagt und werde demnächst starten, sagt Köllen. Das alte Quartier werde zurzeit abgerissen. Die neue THW-Unterkunft in Osterode werde kommende Woche übergeben.

Zehn Ortsverbände unterschiedlicher Größe gehören zum THW-Geschäfsstellenbereich Göttingen. Quelle: Kuno Mahnkopf

Sturmschäden und Moorbrand

Als größte Einsätze in jüngerer Vergangenheit nennt Köllen den Sturm Friederike und den Moorbrand bei Meppen, bei dem alle zehn Ortsverbände im Einsatz waren – darüber hinaus diverse Hochwassereinsätze, Auslandseinsätze und technische Hilfeleistungen bei Großveranstaltungen. Der Zivilschutz sei auch durch die Terrorismus-Gefahr gefordert, der Schutz kritischer Infrastruktur wie dem Stromnetz und Notversorgung neue Schwerpunktaufgaben geworden.

Bei der Feierstunde zur Amtseinführung mit Grußworten des Kreisbeauftragten Axel Renschka, des Bezirksverbindungskommando-Leiters Stefan Pemp, des SPD-Landtagsabgeordneten Gerd Hujahn und einer Ansprache von Regionalstellen-Mitarbeiter Peter Richtig dankte Kreisrätin Marlies Dornieden dem THW für die „hervorragende Zusammenarbeit“ mit dem Landkreis Göttingen. Dort arbeitet jetzt Köllens Vorgänger Patrick Moritz – als Fachbereichsleiter für öffentliche Sicherheit und Ordnung.

„Blaue Engel“ im weltweiten Einsatz

Weltweit einmalig ist die Organisationsstruktur des Technischen Hilfswerks. Als Bundesanstalt ist das THW dem Innenministerium unterstellt, aber lediglich ein Bruchteil der Mitarbeiter sind hauptamtlich für die Behörde tätig. Herz- und Kernstück der Organisation ist das Ehrenamt. Bundesweit organisieren sich mehr als 80 000 Helferinnen und Helfer in 668 Ortsverbänden, um in Notsituationen kompetent und engagiert Hilfe leisten zu können. Sie lassen sich zu Maschinisten, Trinkwasserlaboranten, Bootsführern oder Ortungsspezialisten weiterbilden, werden in Ausbildungszentren auf internationale Einsätze vorbereitet. In der Zeit des Wiederaufbaus wurde die Idee geboren, eine zivile Organisation zum Schutz der Bevölkerung zu schaffen, als Geburtsstunde des THW gilt der 22. August 1950. Seit 1953 ist das THW, das sich stetig weiterentwickelt und aktuellen Herausforderungen angepasst hat, eine Bundesanstalt. Die „Blauen Engel“ kamen von der Sturmflut in Hamburg bis zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs zum Einsatz, leisten weltweit humanitäre Hilfe bei Hochwasser, Dürre, Erdbeben, Tsunamis und weiteren Kastastrophen.

Amtseinführung in der THW-Unterkunft in Northeim Quelle: Kuno Mahnkopf

Von Kuno Mahnkopf

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