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Göttingen Die Charité ruft – Kroemer vor dem Wechsel
Die Region Göttingen Die Charité ruft – Kroemer vor dem Wechsel
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18:15 11.12.2018
PK zur Neuansiedlung eines Forschungsinstitutes in Göttingen. Foto: Prof. Heyo K. Kroemer. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Seine Entscheidung steht: UMG-Chef Heyo Kroemer will Göttingen verlassen. Nach Tageblatt-Informationen soll der Vorstandssprecher der Göttinger Unimedizin Mitte nächsten Jahres Chef der Berliner Charité werden. Deren Aufsichtsrat befasst sich am Montag, 17. Dezember, mit der Berufung, die allerdings eher eine Formalie sein dürfte, da Kroemer als Wunschkandidat des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Michael Müller, gilt.

Tauziehen hinter den Kulissen

Um den Weggang Kroemers hatte es in Göttingen lange und intensive Spekulationen gegeben – und hinter den Kulissen der Landespolitik auch erhebliches Tau- und Strippenziehen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) wollten Kroemer unbedingt in Göttingen halten, Weils Kollege und Parteifreund Müller den UMG-Chef unbedingt für Berlin werben. Lange hatte sich auch Kroemer selbst bedeckt gehalten, sogar, als das Werben zweier Landesregierungen, nämlich der Niedersachsens und Berlins, Thema beim Jahresempfang der UMG vor wenigen Wochen war.

In Göttingen hinterlässt Heyo Kroemer ein bestelltes Haus. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Kein Statement von Thümler

Vom niedersächsischen Wissenschaftsminister Thümler war zum Wechsel des UMG-Vorstandssprechers kein Statement zu bekommen. Dessen Pressereferat verwies schmallippig auf die Pressestelle der UMG. Thümler hatte sich nach Tageblatt-Informationen in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen sehr stark dafür engagiert, Kroemer in Göttingen zu halten. Auch der im Berliner Senat für Wissenschaftsfragen zuständige Staatssekretär Steffen Krach wollte die Frage nicht kommentieren. Krachs Sprecher gab den Hinweis, „die Entscheidung über die Bestellung eines Vorstandsvorsitzenden der Charité obliegt dem Aufsichtsrat der Charité.“ Deshalb wolle er sich zu laufenden Personalangelegenheit nicht äußern.

Großprojekt angeschoben

In Göttingen hinterließe Kroemer ein bestelltes Haus – im übertragenden wie im wörtlichen Sinn, denn das UMG-Neubauprojekt steht gerade erst am Anfang und bedarf noch großer Zuwendung. Längst geht es bei Finanzierung und Bau nicht so schnell weiter, wie es sich der aktuelle UMG-Vorstand wünscht. Andererseits ist Kroemer in Südniedersachsen umgeben von einem kompetenten Team, das die Pläne für den kompletten Neu- und Umbau der Unimedizin gemeinsam konzipiert hat. Kroemer selbst wollte sich auf Anfrage nicht zu dem bevorstehenden Wechsel äußern. Er verwies auf den Gremienvorbehalt durch den Aufsichtsrat, der am Montag zusammentritt.

Zwei Chefposten frei

Für Göttingen wäre das die zweite wesentliche Personalie, die im Jahr 2019 geklärt werden muss. Auch die Nachfolge der Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahres geregelt werden.

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Von Uwe Graells und Christoph Oppermann

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