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Göttingen Weender Freibad öffnet 2014 zunächst wie gewohnt
Die Region Göttingen Weender Freibad öffnet 2014 zunächst wie gewohnt
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20:55 13.09.2013
Von Gerald Kräft
Das Weender Freibad öffnet 2014 zunächst wie gewohnt. Quelle: Hinzmann
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Göttingen/Weende

Ihren Wünschen folgte das Plenum nach erneut heftigem Schlagabtausch allerdings nur eingeschränkt: Das Freibad wird 2014 – und damit zu seinem 60. Geburtstag – zwar in der bisherigen Form noch einmal geöffnet.

Zugleich setzten SPD und Grüne mit ihrer Mehrheit aber durch, dass wesentliche Teile des bereits beschlossenen Sparkonzeptes bei allen weiteren Verhandlungen zwingend berücksichtigt werden müssen. Vorgaben, die Fritz Güntzler (CDU) abschließend als ein „ziemlich vergiftetes Angebot“ kritisierte.

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Mit ihrem Antrag, im nächsten Jahr alles beim Alten zu lassen, wollte die CDU/FDP-Fraktion vor allem Zeit gewinnen. Nach schwierigen Phasen in den zurückliegenden Monaten liefen jetzt endliche gute Verhandlungen und Gespräche zwischen der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) und dem Förderern des Bades, erklärte Hans Otto Arnold (CDU).

„Erste positive Ansätze"

Dabei gebe es sogar „erste positive Ansätze für eine modifizierte gute Lösung“. Um die Gespräche und eine dann folgende konkrete Planung nicht zu gefährden, sollte im nächsten Jahr alles beim Alten bleiben.

Ein Vorstoß, den Frank-Peter Arndt für die SPD grundsätzlich begrüßte. Vorab müsse der Förderverein aber erklären, dass die Gespräche nur unter mehrere „Prämissen“ geführt werden könnten. Dazu gehöre unter anderem, dass die Wasserfläche verkleinert, das Wasser naturnah geklärt und ein Nutzungskonzept für ein ganzes Jahr festgezurrt wird.

„Das Ergebnis steht schon fest“

Zudem dürfe der  Betriebskostenzuschuss nicht über 100 000 Euro im Jahr liegen. In diese Richtung gebe es ja auch schon „einen tragfähigen Kompromiss“ ergänzte für die Grünen Mehmet Tugcu. Dazu seien Nachbesserungen möglich, es ergebe aber wenig Sinn, diesen jetzt „kaputt zu reden“. „Irgendwann muss auch klar sein, wo es hingeht“, ergänzte Oberbürgermeister Wolfgang Meyer.

„Wir sollen also gerne noch diskutieren, aber das Ergebnis steht schon fest“, fragte Güntzler nach. Das sei keine gute Voraussetzung für ehrliche und offene Verhandlungen zwischen dem engagierten Bürgern und der GoeSF.

„Und was passiert, wenn wir die Vorgaben nicht erfüllen“, wollte Tobias Schleuß (Piraten) wissen. Antwort von der anderen Seite: Dann werde das Freibad wohl geschlossen. „Aber darum geht es ja gar nicht“, betonte Meyer, „sondern nur um einen für alle tragfähigen Umbau“.

„Wir wollen keine Vorbedingungen“

Auch im Weender Ortsrat herrschte am Donnerstagabend in einem Punkt Einigkeit: Das Freibad soll im nächsten Jahr – dann wird es 60 Jahre alt – vorerst in unveränderter Form wieder geöffnet werden.

Die Gespräche zwischen der städtischen Sport und Freizeit GmbH und dem Förderverein sollen auch weitergehen, allerdings nur unter etlichen „unabdingbaren“ Eckpunkten wie Verkleinerung, Teilgrundstücksverkauf und ungeheiztes, naturgeklärtes Bad.

So forderte es auch in diesem Gremium die rot-grüne Mehrheit. Die hinnehmbaren Eckpunkte seien Teil des vom Stadtrat beschlossenen Entschuldungsprogramms, sagte Rainer Kallmann (SPD). „Die Büchse der Pandora“ sollte nicht wieder aufgemacht werden.

„Wir wollen keine Vorbedingungen“, kritisierte hingegen Eckhard Berger (CDU) die Haltung von SPD und Grünen. Der Ortsrat sollte unterstützen, nicht vorgeben. Von Bürgern gab es heftige Kritik am Mehrheitsbeschluss.

Das sei unnötig, ein „Affront“ und nur rot-grünes Machtspielchen, so ein Sitzungsbesucher, der sich als „alter Grüner“ bezeichnete.

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