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Göttingen Weender Straße: Duell der Leuchten
Die Region Göttingen Weender Straße: Duell der Leuchten
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06:18 17.03.2012
Von Michael Brakemeier
Streitpunkt City-Beleuchtung: Welche Laterne soll es sein?
Streitpunkt City-Beleuchtung: Welche Laterne soll es sein?
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Göttingen

Die Musterlampen würden nicht ins Stadtbild passen, meint der Verein Haus und Grund. „Zu futuristisch, unpassend für die historische Altstadt, zu kaltes und zu hartes Licht“, lauten die Bedenken. Der Verein unterstütze den „Wunsch der Bürger“, Alternativen zu suchen. Weiter kritisiert Haus und Grund die von Seiten der Verwaltung ausgebliebene Bürgerbeteiligung und fragt angesichts leerer Kassen: „Muss eine Sanierung zu diesem Zeitpunkt überhaupt sein?“

Der Verein beruft sich auf eine Aussage eines Mitarbeiters der Entsorgungsbetriebe (GEB), wonach ein – anders als von der Verwaltung behauptet – dringender Sanierungsbedarf für die Innenstadtkanäle gar nicht bestehe. Friedrich Jütting, Leiter der GEB, widerspricht: „Es besteht genereller Sanierungsbedarf.“ Er räumt ein, dass die alten Kanäle durchaus noch zwei oder mehr Jahre halten würden. Um Reparaturen akuter Schäden würde man aber schon jetzt nicht herumkommen. Angesichts in Aussicht gestellter Fördermittel mache es Sinn, schon jetzt die Kanäle zu erneuern.

Sanierung duldet keinen Aufschub

Aus Sicht der Stadtverwaltung duldet die Sanierung „keinen langen Aufschub“, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. Zumal es nicht nur um die Stadtentwässerung gehe, sondern ebenso um die Gas-, Wasser-und Stromversorgung sowie um die Telekommunikation. Ganz entscheidend sei aber: „Bei unseren Planungen für den Umbau von Weender Straße und Marktplatz mussten wir davon ausgehen, dass Fördermittel aus dem sogenannten ISEK-Programm nur bis 2013 zur Verfügung stehen. Das waren die Rahmenbedingungen für unsere Zeitplanung.“ Die Neugestaltung mit den erforderlichen, unterirdischen Investitionen aller Leitungsträger zu verknüpfen, ergebe mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit, Bauorganisation und zeitliche Begrenzung von Bautätigkeiten mitten in der Stadt Sinn.

Nach der jüngsten Sitzung im Bauausschuss haben sich bei Politik und Verwaltung zwei Lampenmodelle für die künftige Beleuchtung durchgesetzt. Die Verwaltung bevorzugt das Modell „Modullum“, eine von drei Musterleuchten, die bis Ende vergangener Woche auf dem Markt aufgestellt waren. Inzwischen hat die Verwaltung diese entfernt. Die Politik favorisiert derzeit den Vorschlag, die bereits in den sanierten Seitenstraßen aufgestellten Laternen auch in der Weender und am Markt zu verwenden. Beide Modelle sollen voraussichtlich noch in der dieser Woche auf der Ostseite des Marktes vor der Bäckerei Thiele und dem E-Plus-Laden aufgestellt werden, sagt Johannson.

Dabei soll das Modell „Modullum“ so aufgestellt werden, wie es künftig tatsächlich in der Weender Straße stehen könnte – anders als das Musterexemplar auf dem Marktplatz mit einem rund ein Meter niedrigerem Mast, mit einem anderen Farbanstrich und mit einer von 70 auf 35 Watt reduzierten Leistung.

Umfrage: Welches Modell?

Die Verwaltung favorisiert das Modell „Modullum“ (links im Bild), die Politik das Modell „Seitenstraße“ (r.). Was halten Sie davon? Stimmen Sie mit einem Klick in der Tageblatt-Umfrage ab. Die Umfrage "Welches Laternen-Modell würden Sie in der Göttinger City bevorzugen" finden Sie oben in der rechten Spalte neben dem Artikel.