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Göttingen Weihnachten: „Der Trend geht zum Zweitbaum“
Die Region Göttingen Weihnachten: „Der Trend geht zum Zweitbaum“
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20:09 16.12.2012
Üppige Tannenbaum-Auswahl: Hendrik Fuchser mit Felix, Maik und Kathrin David und Gerrit Brocks (v.l.).
Üppige Tannenbaum-Auswahl: Hendrik Fuchser mit Felix, Maik und Kathrin David und Gerrit Brocks (v.l.). Quelle: Gückel
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Es ist schon eine Herausforderung, den richtigen Baum fürs Fest zu finden. Nicht zu früh darf man losziehen, um nicht im November geschlagene Gewächse schon nadelnd mit heim zu bringen. Nicht zu spät, um nicht mit den krummsten Krüppelfichten vorlieb nehmen zu müssen. Und die Fragen, muss er duften, darf er stechen, ab wann darf er nadeln, müssen auch geklärt werden.

Die meisten Bäume werden rund eine Woche vor dem Fest gekauft. Deshalb herrschte am Sonnabend Hochbetrieb bei Thomas Heidemann im Rosdorfer Pflanzencenter. 95 Prozent Nordmanntannen, sagt er, würden verkauft, seit vor rund 15 Jahren der Baum aus dem Kaukasus seinen Siegeszug antrat. Weiche Nadeln, ein schöner Wuchs und eine lange Haltbarkeit sind die Vorteile. Blau- oder Rotfichten, obwohl preiswerter, verkauft Heidemann nur noch wenige. Wenn, dann oft für die Terrasse. „Der Trend geht zum Zweitbaum“, sagt er – einer ab Heiligabend fürs Wohnzimmer, der andere schon in der Adventszeit draußen vor dem Fenster.

Ältere Kunden aber, so weiß Silvio Welsch, der am Leineberg verkauft, bevorzugten Fichten – wegen des Duftes. Nordmanntannen riechen nach nichts. Und: „Haben sie schon mal versucht, daran Watte festzumachen?“, fragt Manuela Sygusch. Weil ihr Baum weiß sein und weihnachtlich duften soll, kann es nur eine Fichte sein. Der günstigere Preis spiele keine Rolle. Tut er übrigens auch sonst kaum. Beim Baum gönnt man sich was, bestätigen alle Verkäufer – auch in der Krise. 50 Euro für einen Baum bis zur Zimmerdecke sind akzeptiert.

Es gibt aber nicht nur Weihnachtsbäume im Zimmer, sondern auch im Garten – so etwa bei der Familie Nissen in der Ewaldstraße. Dort ist derzeit eine knapp 20 Meter hohe Tanne weihnachtlich beleuchtet. 1956 habe der Baum noch als Weihnachtsbaum im Topf bei den Großeltern in der Wohnung gestanden, berichtet Sandra Nissen. Da noch Platz im Garten gewesen sei, habe der Großvater ihn dort eingepflanzt – „und das ist heute daraus geworden“. Jedes Jahr werde der Baum vom ersten Advent bis zum 6. Januar beleuchtet – zur Freude der Nachbarn und der Bewohner der Rohnsterrassen.

Solche Christbaum-Karrieren können Tageblatt-Leser übrigens auch fördern: Bei Billen Forst gibt es für einen Gutschein aus dem Tageblatt zu jedem gekauften Baum einen 50 Zentimeter hohen Schössling im Container dazu. „Wenn man Glück hat, geht er an, und man kann ihn in sechs Jahren als Christbaum schlagen“, sagt ein Verkäufer – oder er wächst weiter, wie bei Familie Nissen.

Von Jürgen Gückel und Jörn Barke