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Göttingen Osterfeuerholz statt Christbaum
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20:52 22.12.2017
Tobias Manegold mit Sohn Chris und dem letzten Tannenbaum Quelle: Rüdiger Franke
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Mehrere Verkaufsstände in Rosdorf und in Göttingen betreibt die Baumschule Billen aus Bösinghausen. „Die restlichen Bäume geben wir ProBaum, die schreddern die Bäume und verwenden das Geschredderte weiter. Es geht also nichts verloren. Das ist ja auch Sinn und Zweck der Sache“, sagt Mitarbeiter Matthias Hermann. Die Firma Biotop-Ausstattungen Gernot Schulze in Friedland schreddert die übrig gebliebene Bäume ebenfalls, kompostiert das Restholz dann aber.

Beim Rewe-Markt in Rosdorf und am Steinsgraben sowie bei Obi im Kaufpark macht sich niemand Gedanken um den Verbleib der Bäume: „Wir haben keine mehr, alles weg“, lautet der Tenor bei allen Befragten. Der Real in Weende beauftragt jährlich ein Händler und „der nimmt die dann auch wieder mit.“

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„Bei uns wird es kaum Restbäume geben, da wir eine eigene Plantage haben und nur nach Bedarf schlagen“, sagt Matthias Schmitz von der Firma Hirte. „Falls doch was übrig bleibt, werden die Bäume zwischengelagert und fürs Osterfeuer Settmarshausen verwendet. So erfreuen sich die Leute über die Bäume, so oder so.“

Schwund aufgrund von Diebstahl gebe es immer mal. „Hier unten hatten wir zum Glück noch kein Verlust“, so Schmitz. Beim Rewe Markt Matthias Jacobs in Rosdorf sind die Bäume sogar videoüberwacht: „Jeder Diebstahl geht mit Foto an die Polizei“, sagt Mitarbeiterin Karin Jacobs. Dennoch äußern sich nicht viele Betreiber zu dem Thema, vielleicht auch weil kaum einer die Straftat angezeigt.

Fast restlos ausverkauft sind die Weihnachtsbäume an den Standorten der Seulinger Gärtnereibetriebes Manegold, wie Juniorchef Tobias Manegold sagt. Das kleine Bäumchen auf einer Holzscheibe nehme er zusammen mit Sohn Chris selbst mit nach Hause. Seit fast 20 Jahren verkaufe er an inzwischen vier Standorten Weihnachtsbäume. Aufgrund von Erfahrungen und Planung habe er zwei Tage vor Heiligabend keine nennenswerten Bestände an Bäumen mehr stehen. Damit die Bäume nicht von den Verkaufsstandorten gestohlen werden, ergreift Manegold beim Weihnachtsbaumverkauf verschiedene Sicherungsmaßnahmen. An Standorten wie etwa an der Industriestraße in Duderstadt seien das Bauzäune, an der größten Verkaufsfläche am Firmensitz in Seulingen sichere er die Ware zusätzlich zum Zaun auch mit Fünffach-Stacheldraht, außerdem sei eine Wildtierkamera im Einsatz, mit der das Gelände überwacht werde, sagt Manegold. Dennoch habe er Verluste von Bäumen zu verzeichnen. In diesem Jahr seien etwa 20 bis 30 Bäume „abhanden gekommen“ – sei es durch „Dumme-Jungen-Streiche“, wie Manegold sagt, oder aber durch Langfinger. „Wer aus einem eigens mit fünf Lagen Stacheldraht gesicherten Gelände einen Baum entwendet, begeht schweren Diebstahl“, so Manegold.

Von Madita Eggers

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