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Göttingen Fast alle Pflanzen sind ausgeliefert
Die Region Göttingen Fast alle Pflanzen sind ausgeliefert
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12:07 13.12.2017
Gärtnermeister Christian Ziencz mit den letzten Weihnachtssternen in seiner Gärtnerei Quelle: Niklas Richter
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Südniedersachsen

„Der Weihnachtsstern ist halt eine beliebte Pflanze“, sagt Christian Ziencz über seinen derzeitigen Kassenschlager. Etwa 4000 der Pflanzen mit den charakteristisch gefärbten Blättern an der Blüte produziert sein Betrieb in Bilshausen im Jahr. Mittlerweile sei sein Gewächshaus „so gut wie leergeräumt“ – fast alle Weihnachtssterne sind bereits an Händler gegangen oder verkauft. Denn klassischerweise beginnt die Saison kurz vor dem Totensonntag im November.

Für Ziencz und seine neun Mitarbeiter beginnt sie hingegen im Juni, wenn die Jungpflanzen angeliefert werden. Die Zucht und somit Verbesserung der Sorten mache mittlerweile nur noch eine Handvoll Züchter weltweit, schildert Ziencz. Die meisten Gärtner kaufen deshalb die Stecklinge ein – wobei der Bilshäuser betont, dass er diese aus Deutschland bezieht. Eine Selbstverständlichkeit ist das nicht: Der mit 25000 Christsternen jährlich ungleich größere Produzent Jörg Reischl aus Duderstadt kauft seine Jungpflanzen in Kenia ein. Ihm zufolge kommen die Weihnachtssterne per Luftpost aus Afrika nach Europa.

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In hiesigen Gärtnereien wachsen die ursprünglich aus Südamerika stammenden Pflanzen dann im Gewächshaus heran. Dass Weihnachtssterne Temperaturen ab 20 Grad bevorzugen, bringt allerdings Probleme mit sich: „Unglaublich energieintensiv“ nennt Michael Marx die Wachstumsphase. Der Elliehäuser Gärtner hat seine eigene Produktion deshalb aufgegeben. Zwar sind neuere Züchtungen Reischl zufolge weniger anspruchsvoll, in Niedersachsen geht die jährliche Produktion trotzdem zurück. Dem Landesamt für Statistik zufolge ist sie seit 2012 um mehr als die Hälfte auf etwa 1,5 Millionen Pflanzen gefallen.

Damit die Christsterne pünktlich zum Totensonntag blühen, bedarf es allerdings noch eines weiteren Tricks: Die Blüte setzt nur ein, wenn täglich mindestens 12 Stunden Dunkelheit herrschen. Mit Folien tricksen Züchter deshalb die Lichtempfindlichen Pflanzen aus, um die Blüte künstlich zu induzieren. Reischl beginnt damit im Oktober, so dass die Weihnachtssterne sieben Wochen später die Weihnachtssterne in voller Blüte stehen.

Tipps zur Weihnachsstern-Pflege

Einmal gekauft, sind Weihnachtssterne recht pflegeleicht. Jörg Reischl empfiehlt einen hellen und warmen Standort – wobei neuere Sorten ihm zufolge auch mit 10 bis 12 Grad auskämen. „Die Pflanzen sollten nie im Wasser stehen“, sagt Reschl außerdem. Pflanzenliebhaber können ihren Christstern das ganze Jahr über pflegen und ihn im Folgejahr selbst in die Blüte schicken. Dazu muss der Weihnachtsstern im September mehrere Tage lang etwa 12 Stunden täglich in völliger Dunkelheit stehen – Vollmond und Zimmerbeleuchtung reichen aus, um die Blüte zu verhindern.

Von Christoph Höland

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