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Göttingen Weitere fünf Jahre Flüchtlingsunterkunft auf den Zietenterrassen Göttingen?
Die Region Göttingen Weitere fünf Jahre Flüchtlingsunterkunft auf den Zietenterrassen Göttingen?
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00:22 29.04.2019
Infoveranstaltung in der Funsport-Halle: Köhler, Broistedt, Schnitzerling, Regine Pfeil vom Runden Tisch, ehemaliger Bewohner Arafat Basher, Lohse, Unterkunftsleiterin Bettina Briesemeister und Moderator Jan Fragel (v. l.) Quelle: Brakemeier
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Göttingen/Geismar

Eigentlich sollte im kommenden Jahr Schluss sein. 2015 hatte die Stadtverwaltung zugesagt, dass die Flüchtlingsunterkunft auf den Zietenterrassen nur bis 2020 betrieben werden soll. Doch sie wird weiterhin dringend benötigt.

Denn Göttingen braucht weiter Platz für geflüchtete Menschen. Zwar, so erklärte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Freitagnachmittag auf einer Infoveranstaltung zum Thema vor knapp 40 Zuhörern, habe Sozialdezernentin Petra Broistedt beim Land Niedersachsen einen Zuweisungsstopp erwirkt, aber mit der beschlossenen Schließung der Unterkunft auf der Siekhöhe zum 30. Juni und den „baulichen Problemen“ in der Unterkunft auf dem Schützenanger habe die Stadt weiterhin Bedarf an Unterkunftsplätzen für Geflüchtete. Hinzukomme, dass der Wohnungsmarkt in Göttingen weiterhin angespannt ist. Gleichwohl wisse er um das Versprechen der Verwaltung, die Unterkunft nur für fünf Jahre zu betreiben. Köhler warb zugleich um das Einverständnis der Anwohner auf den Zietenterrassen für weitere fünf Jahre.

Befürchtungen der Anwohner sind nihct eingetreten

Köhler erinnerte an die Bedenken der Anwohner wegen der Unterkunft. Doch keine der Befürchtungen seien eingetreten, versicherte der Oberbürgermeister nach Rücksprache mit der Polizei.

Für Sozialdezernentin Broistedt gehört die Unterkunft auf den Zietenterrassen, die 2015 für 4,5 Millionen Euro gebaut wurde, aus Sicht der Verwaltung ohnehin „zu den allerbesten“ in Göttingen. Die Bedingungen seien ideal. Es gebe mit Bonveno einen professionellen Träger, ehrenamtliche Helfer – nach Auskunft von Helferin Regine Pfeil in Spitzenzeiten 200 aktive, derzeit 20 bis 30 –, die im Runden Tisch Zieten organisiert sind, zwei Sportvereine, die Angebote bereithalten, und viele Projekte, die entstanden sind. „Das alles hat integrierenden Charakter“, sagte Broistedt.

Ergebnisse der Infoveranstaltung Quelle: Brakemeier

Der SC Hainberg und der ASC Göttingen helfen mit ihren Angeboten bei der Integration. Das hat, da sind sich Jörg Lohse (SC) und Jörg Schnitzerling (ASC) sicher, bislang gut funktioniert. Lohse wünschte sich aber für die kommenden Jahre ein hauptamtlich betreutes Stadtteilzentrum. Broistedt stellte finanzielle Unterstützung in Aussicht: „Das werden wir schon irgendwie hinkriegen.“

Ortsbürgermeister Harms für Weiterbetrieb

Schon vor der Informationsveranstaltung hatte sich Thomas Harms (Grüne) positioniert: „Ich bin als Ortsbürgermeister sehr für die Fortsetzung der Einrichtung, weil sie sehr integriert ist in der Nachbarschaft. Sie soll in Geismar bleiben.“

Mit den Eindrücken aus der Info-Veranstaltung wollen Köhler und Broistedt nun den Weiterbetrieb der Einrichtung empfehlen. Anders als zu Beginn der Diskussion um den Standort vor fünf Jahren angenommen, werde die Fläche, auf der die Unterkunft steht, vorerst nicht von der HAWK oder Fraunhofer-Institut benötigt, machte Köhler deutlich. Mit allen Institutionen sei die Stadtverwaltung im Gespräch.

Später Wohnheim für Studenten

Und was wird aus der Unterkunft mit ihren 30 Wohnungen, in denen derzeit 150 von 180 möglichen Plätzen belegt sind, nach Ablauf einer möglichen Fünf-Jahres-Verlängerung? Dann, so Köhler, soll das Haus in Absprache mit HAWK und Studentenwerk in ein Studentenwohnheim umgewandelt werden.

Von Michael Brakemeier

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