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Göttingen Geld- und Wohnungsangebote nach Tageblatt-Bericht
Die Region Göttingen Geld- und Wohnungsangebote nach Tageblatt-Bericht
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19:04 02.11.2018
Monika Nitzschke muss aus ihrer Wohnung raus. Quelle: Scharf
Göttingen

In der vergangenen Woche waren die Redaktionen von Tageblatt und NDR auf die Situation der die 56-jährigen Göttingerin aufmerksam gemacht worden. Der Hartz-IV-Empfängerin droht nach einer Mieterhöhung und einer Räumungsklage die Obdachlosigkeit. Ihre Bemühungen, eine neue Bleibe im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten zu finden, blieben bisher erfolglos. Die Situation auf dem Göttinger Wohnungsmarkt scheint es ihr unmöglich zu machen, irgendwo unterzukommen.

Direkt nach Veröffentlichung der Geschichte meldeten sich zahlreiche hilfsbereite Menschen, die Nitzschke mit Geldspenden unter die Arme greifen wollten. Allerdings konnte sie mit finanzieller Unterstützung in der aktuellen Situation wenig anfangen. Zwar habe sie Schulden, aber die Zwangsräumung der Wohnung ließe sich mit Geld nicht mehr verhindern, erklärte Nitzschkes Anwalt Sven Adam.

Sülbeck, Pöhlde und Bonn

Pragmatischer waren da die Wohnungsangebote, die in den vergangenen Tagen eingegangen sind. So hätte die Göttingerin nach Sülbeck im Landkreis Northeim, nach Pöhlde an den Harzrand oder sogar nach Bonn ziehen können. Eine Tageblatt-Leserin aus Reinhausen wollte außerdem ein Bett zur Verfügung stellen.

Zuletzt hatte sich auch noch eine Hilfsorganisation eingeschaltet, berichtet Adam. Die habe bereits begonnen, die großen Wohnungsanbieter in Göttingen zu kontaktieren und mit der Stadt Göttingen zu verhandeln. Nachdem die ersten Angebote eingegangen waren, zeigte sich Nitzschke gerührt, war allerdings auch skeptisch, ob ein Wohnortwechsel für sie denkbar sei. Sie fühle sich in Göttingen eigentlich sehr wohl und sei zudem nicht mobil.

Diskussion auf Facebook

Auch auf den sozialen Kanälen befassten sich die Göttinger mit dem Thema. Auf der Göttinger Facebook-Seite diskutierten Leser des Artikels vor allem die Frage, welche Hilfe von den zuständigen Behörden hätte in Anspruch genommen werden können. Und tatsächlich stehen sich im konkreten Fall die Aussagen von Landkreis und der Hartz-IV-Empfängerin Nitzschke unvereinbar gegenüber.

So wies der Landkreis nach dem Bericht des NDR darauf hin, dass das Jobcenter die erhöhten Mietkosten durchaus befristet weitergezahlt und ein Darlehen für die Mietschulden gewährt hätte. Nitzschkes Anwalt dazu: Diese Aussagen seien grundsätzlich richtig, aber im konkreten Fall leider nicht zutreffend. Die Schulden seiner Mandantin seien unter anderem dadurch entstanden, dass die Kosten der Wohnung seit 2015 nicht mehr vollständig übernommen worden waren. In solchen Fällen bewillige der Landkreis seiner Erfahrung nach keine Darlehen und übernehme auch keine Mieterhöhungskosten, so Adam.

Institutionelle Angebote

Aktuell ist offen, ob Monika Nitzschke in der kommenden Woche wirklich obdachlos sein wird. Allerdings gibt es für den Ernstfall neben der privaten Hilfsbereitschaft auch institutionelle Anlaufstellen, die BEratung und Hilfe bieten:

Stadt Göttingen, Neues Rathaus, Telefon 0551/4002587

Straßensozialarbeit Göttingen, Tilsiter Straße 2 a, Telefon 0551/517980

Verein Förderer im Rosdorfer Weg 17, Telefon 0551/3097497

Von Markus Scharf

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